Skoliose und Sport – Was ist erlaubt und was verboten?

Nicht-operierte Patienten mit Wirbelsäulenverkrümmung können fast jeden Sport ausüben. Operierte Skoliosepatienten sollten Sportarten mit Fallgefahr meiden.

Fast 400 000 Menschen in Deutschland leiden unter Skoliose, einer dreidimensionalen Verkrümmung der Wirbelsäule. Neben Krankengymnastik empfehlen Ärzte den Patienten oft Sport. Auch der Arbeitskreis Skoliose der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) befürwortet sportliche Betätigung bei verkrümmter Wirbelsäule. Doch welche Sportarten eignen sich besonders bei Skoliose? Gibt es Sportarten, die den Rücken schädigen können? Was ist bei operierten Skoliosen? Sollten einige Sportarten nach der teilweisen Versteifung der Wirbelsäule lieber nicht mehr ausgeführt werden? Diese Fragen beantwortet der folgende Artikel.

Gibt es Sportarten, die den Rücken bei einer bestehenden Wirbelsäulenverkrümmung schädigen könnten?

Die Forschung hat zwar vereinzelte Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt, doch die Ergebnisse gelten als nicht eindeutig. Deshalb finden Ärzte ein Verbot einzelner Sportarten bei Skoliose nicht gerechtfertigt. Bei keiner bisher durchgeführten Studie konnte eine Verschlechterung einer Skoliose aufgrund von sportlicher Aktivität festgestellt werden.

Welche Sportarten eignen sich bei Skoliose?

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (DGOT) hat eine Liste zusammengestellt, auf der sie Sportempfehlungen für nicht-operierte und opertierte Skoliosen ausspricht.

Bei unoperierten Skoliosen wird noch einmal eine Unterteilung vorgenommen. Für Patienten mit einer Verkrümmung zwischen 10 und 20 Grad sind alle Sportarten möglich. Auch die Teilnahme am Schulsport wird empfohlen. Letzteres gilt auch für Krümmungsgrade zwischen 21 und 40. Sportarten, bei denen die Wirbelsäule großen Stoßbelastungen ausgesetzt ist, sollten vermieden werden. Das Korsett sollte während der sportlichen Betätigung abgelegt werden. Patienten ab 40 Grad Verkrümmung wird Sport auch noch empfohlen, allerdings mit einer Einschränkung. Durch die Verkrümmung der Wirbelsäule können innere Organe wie Herz oder Lunge eingeengt werden und deshalb Beeinträchtigungen entstehen. Hören Sie beim Sport auf Ihren Körper und überanstrengen Sie sich nicht.

Welche Sportarten eignen sich bei operierten Skoliosen?

Wurde eine Skoliose operiert, das heißt durch das Einsetzen von Stäben und Schrauben eine Korrektur und Fixierung des verkrümmten Bereichs durchgeführt, können nicht mehr alle Sportarten ausgeführt werden, die vielleicht noch vor der OP mit beweglicher Wirbelsäule funktionierten.

Gerade im ersten Jahr nach der Operation ist Sport (ausgenommen Schwimmen) noch verboten. Die Wirbelsäule ist noch im Heilungsprozess und die Versteifung nicht abgeschlossen. Ein eventueller Sturz könnte das Operationsergebnis gefährden. Sportarten mit großer Fallgefahr sind tabu.

Eine generelle Empfehlung, welche Sportart besonders geeignet ist, kann kaum gegeben werden. Die Möglichkeit zum Sporttreiben hängt nach der OP von der Länge der versteiften Strecke ab und davon welcher Teil der Wirbelsäule operiert wurde. Besonders wichtig ist die Frage, wie weit in den Lendenbereich hinein versteift werden musste. Denn gerade dort muss die Wirbelsäule nach der OP verstärkte Belastungen aushalten. Es kommt schneller zur Abnutzung der Wirbel und degenerativen Veränderungen. Was für Sie persönlich erlaubt ist und was nicht, klären Sie ein Jahr nach der OP mit dem Operateur.

Grundsätzlich raten Ärzte nach der OP von Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball ab, weil die Fallgefahr zu groß ist. Ebenso wenig empfohlen werden Springreiten, Trampolinspringen, Bodenturnen und Leistungssport.

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