Tinnitus: Möglichkeiten der Heilkräuterkunde bei Ohrgeräuschen

Die Phytotherapie und Heilpflanzenkunde bietet bei Tinnitus (Ohrgeräuschen) zahlreiche Möglichkeiten zur Linderung und Heilung. Therapieformen und Tipps.

Es gibt einige Naturheilmittel und Heilpflanzen, die sich für die Begleittherapie des Tinnitus bewährt haben, die Symptomatik deutlich zu lindern vermögen. Ihre Wesenskräfte unterstützen den inneren Entwicklungsprozess, der für das Wiederfinden von Ruhe und Ausgeglichenheit nötig ist: Menschsein vollzieht sich im Spannungsfeld zweier Pole. Nicht nur die klassischen Polaritäten von Mann und Frau, Tag und Nacht oder Jugend und Alter stellen ein Leben lang eine Herausforderung dar – jeder Tag verlangt von morgens bis abends Entscheidungen. Leben bedeutet Auseinandersetzung. Für Menschen, die unter Entscheidungsschwäche leiden und ständig davon unter Druck gesetzt werden, ist Ginkgo eine wertvolle Heilpflanze.

Der Ginkgo als Mittel der Wahl

Ginkgo fördert das Gefühl von Identität und Authentizität in einer polar strukturierten Welt, führt den Menschen zum Einssein mit sich zurück und befähigt, die Zweiheit zu ertragen und schöpferisch zu nutzen. Dies wird von der Blattstruktur des Ginkgoblattes symbolhaft vermittelt: Einssein in der Zweiheit und Dualität in einer Ganzheit. Pharmakologisch betrachtet verbessert Ginkgo die Fließeigenschaften des Blutes und dadurch die Durchblutung im Bereich der Mikrozirkulation. Die Ginkgolide A und B sowie das Bilobalid (Bitterstoff) besitzen zudem eine nervenschützende Wirkung. Ginkgo ist für die Behandlung des akuten und des chronischen Tinnitus vorzüglich geeignet, besonders gute Ergebnisse erzielt man in der Kombination mit Dryopteris (Wurmfarn), der eine wesenhafte Entsprechung zu den Funktionen des Innenohres besitzt. Tebonin aus Ginkgo-biloba-Blätter-Trockenextrakt ist ebenfalls ein Mittel der Wahl. Der pflanzliche Wirkstoff steigert nicht einzig die Leistungsfähigkeit des Gehirns, wirkt bei demenziellen Syndromen mit der Leitsymptomatik Gedächtnis- und Konzentrationsstörung, depressiver Verstimmung, Schwindel, Ohrensausen, sondern auch bei Tinnitus. Vorsicht ist bei gleichzeitiger Einnahme blutverdünnender Mittel angezeigt.

Hafer als Therapie

Hafer, Avena sativa ist eine überdurchschnittlich bewegliche und elastische Pflanze. Im Gegensatz zu den Halmen von Gerste, Roggen oder Weizen werden die Halme des Hafers bei einem starken Sturm nur selten geknickt: Sie können sich fast bis zum Boden biegen und richten sich dennoch immer wieder auf. Hafer ist das Mittel für Menschen, die von ihren Alltagsbelastungen stark in Anspruch genommen werden und vieles gleichzeitig bewältigen müssen, Hafer fördert das Finden der inneren Mitte. Die Pflanze besitzt eine stark zentrierende Wirkung und unterstützt die seelische Regeneration bei Stress, Überlastung und Erschöpfung. Die Pflanzenheilkunde setzt Hafer bei akuten und chronischen Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen, neurasthenischem und pseudoneurasthenischem Syndrom sowie als Aufbau- und Kräftigungsmittel ein. Damit ist Avena sativa eine wertvolle Heilpflanze für die Begleittherapie von nervös bedingten Tinnitusbeschwerden.

Kamille zur Linderung

Chamomilla ist ein Multitalent der Phytotherapie. Die Kamille vermittelt ein Gefühl von mütterlicher Geborgenheit und Aufgehobensein, das die Seele entspannt und entkrampft. Wer sich ungeborgen und angreifbar fühlt, ist schmerzempfindlicher und reizbar. Die Sinnesempfindlichkeit ist gesteigert. Das kann auch zu Ohrensausen führen. Hier wirkt Kamille beruhigend und löst psychische Krampfzustände. Die dämpfende Wirkung der Heilpflanze kommt in ihrer Gestalt durch den gewölbten gelben Blütenboden zum Ausdruck. Schneidet man ihn in Längsrichtung auf, erweist er sich als luftgefüllter Hohlraum und erinnert spontan an ein Luftkissen, das jede Heftigkeit abfängt. Die krampflösenden und entspannenden Inhaltsstoffe der Kamille sind in der Tinnitustherapie besonders wertvoll bei Vorliegen von Muskelverspannungen und nächtlichem Zähneknirschen.

Lavendel gegen Tinnitus

Der botanische Name Lavandula leitet sich vom lateinischen lavare – waschen – ab. In der Lavendeltherapie ist die Reinigung jedoch weniger stofflich als energetisch zu verstehen: Lavendel reinigt das Seelengefäß und macht aufnahmefähig für neue Werte, Ziele und Herausforderungen. Die Phytotherapie empfiehlt Lavendel als mildes Sedativum bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen. Wenn Tinnituspatienten aufgrund ihrer Ohrgeräusche unter Einschlafstörungen leiden, ist eine Urtinktur von Lavendel ein ausgezeichnetes Mittel zur Schlafförderung. Die Pflanze verhindert nicht nur das quälende Wachliegen, sondern übt während des Schlafes eine intensiv klärende Wirkung auf das Seelenleben aus, das sich bei manchen Patienten in einem lebhaften Traumerleben bemerkbar machen kann. Dadurch werden innere Entwicklungsprozesse gefördert, die sich lösend auf die psychischen Ursachen des chronischen Ohrgeräusches auswirken können.

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