Tipps für erfolgreiches Online-Dating

Partnersuche im Internet – Singles auf der Suche nach Liebe oder Sex. Es gibt sie, die glücklichen Singles à la „Sex and The City“. Alle anderen müssen selbst aktiv werden, um die große Liebe zu finden. Tips fürs erfolgreiche Online-Dating.

Längst ist der Markt für einsame Herzen fest in der Hand von Profis. Single-Tapeten bieten Traummänner oder -frauen zum buchstäblichen „An-die-Wand-klatschen“, Single-CDs füllen allzu ruhige Wohnungen mit alltäglichen Geräuschen und Single-Kreuzfahrten bringen viele Menschen auf wenig Raum zusammen – Flirts selbstverständlich „all inclusive“.

Partnersuche im Internet gewinnt immer mehr an Bedeutung

Auch die Partnersuche im Internet gewinnt seit Jahren an Bedeutung. „Bundesweit gibt es mittlerweile mehr als 2000 Online-Kontaktbörsen“, schätzt Jan Skopek von der Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften der Universität Bamberg. Jährliche Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich und die durchweg positiven Prognosen für die Branche sprechen eine deutliche Sprache.

Über 10 Millionen Singles gibt es allein in Deutschland

In Deutschland gibt es über 10 Millionen Singles. Sie sind in einem beziehungsfähigen Alter, leben und lieben aber allein. Studien zufolge lassen sich über 40 Prozent der Europäer auf der Suche nach „Mr. oder Mrs. Right“ mehr als drei Jahre Zeit. Nur wenige unter ihnen entsprechen dabei dem gängigen Klischee der jungen, partysüchtigen Egoisten, die sich und ihre Karriere über alles andere stellen. Es handelt sich um ganz normale Menschen jeder Altersgruppe, die häufig gern einen Freund oder eine Freundin hätten.

Besonders Akademiker sollen nach Erhebungen der FernUniversität Hagen vom Status „unfreiwillig Single“ betroffen sein und länger in diesem verharren. „Bessergebildete haben es heute schwerer als Menschen mit mittlerer Bildung, Beziehungen aufzubauen“, sagt der Soziologe Dr. Jochen Hirschle. Sie würden weniger ausgehen, seien häufig stark im Beruf eingebunden und suchten ein Gegenüber mit einem ähnlich hohen Bildungsniveau. Doch auch andere gesellschaftliche Gruppen trifft es. Der Grund hierfür ist in den veränderten Lebensumständen zu suchen. „Früher, als das Leben noch durch die lokale Gemeinschaft geprägt war, fand man Partnerin oder Partner häufig durch Familie, Freunde, Nachbarn, Verein oder Kirche“, so Hirschle weiter. „Durch die Auflösung solcher Strukturen im Zuge der Globalisierung und Individualisierung gehen jedoch zunehmend wichtige Netzwerke verloren, in denen man Freunde von Freunden und Bekannte von Bekannten kennen lernen kann.“

Wer kein Single mehr sein möchte, muss selbst aktiv werden, etwa bei Online-Partnerbörsen

Wer nicht aufgrund eigener Entscheidung Single ist, muss also selbst aktiv werden. Ein wenig Mut und Experimentierfreude schaden auch bei der Partnersuche im Internet nicht. Es muss ja nicht gleich das US-Dating-Portal green-passions.com sein, das Öko-Interessenten und einsame Vegetarier mit den Worten „Hier sind Sie richtig, wenn Sie gern Bäume umarmen und auf der Suche nach ökosexuellen Singles sind“ zu sich einlädt. Zu den größten Single-Portalen und Dating-Plattformen in Deutschland gehören Anbieter wie friendscout24.de, eDarling.de, ilove.de, ElitePartner.de, parship.de und Neu.de.

Ist das passende Single-Portal gefunden, gilt es einige Regeln zu beachten

Ist das passende Single-Portal zum individuellen Lebensstil und Geldbeutel gefunden, geht die Arbeit erst los. Auch bei der Online-Partnersuche gibt es einige Regeln zu beachten. Es fängt bei der eigenen Präsentation an. Der erste Eindruck zählt – egal, ob es sich um ein echtes oder virtuelles Rendevouz handelt. Der selbst gestrickte Pulli von Mutti ist bei einem Date ebenso unvorteilhaft wie ein unscharfes, verkrampftes oder zu altes Foto online. Das Bild fungiert wie eine Visitenkarte, die stellvertretend für die echte Person steht. Ist diese auf irgendeine Art „zerfleddert“, macht das keinen guten Eindruck.

Das Profil: Neben dem Bild ist auch die kommunikative Ebene beim Online-Dating wichtig

Ähnlich verhält es sich auf kommunikativer Ebene. Ein wortkarges Zusammensitzen im Restaurant ist ebenso tragisch wie ein spärlich ausgefülltes Profil voller Rechtschreibfehler und Platituden im Internet. Es muss keine eloquente Meisterleistung werden – mehr als drei fehlerfreie und ehrliche Sätze am Stück sollten es aber auch beim Online-Dating schon sein. Generell gilt: anders als in der Realität geht die Flucht vor dem persönlichen Albtraumpartner online schneller und unauffälliger vonstatten, nämlich mit nur einem Klick. Daher lohnt es sich, etwas mehr Zeit in das Erstellen des eigenen Profils zu investieren und es in der Folgezeit aktuell zu halten.

Vorsicht: Online nicht zu viele persönliche Daten, wie Adresse oder Telefonnummer, preisgeben

Wenn die ersten Klippen umschifft sind und die Beschreibung schließlich freigeschaltet ist, kommt mehr denn je das alte Sprichwort „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ zum Tragen. Denn die Anonymität im Internet schützt Nutzer nur so lange, wie sie es selbst zulassen. Persönliche Daten wie vollständiger Name, Telefonnummer, Anschrift oder Bankdaten sollten daher beim Online-Dating niemals vorschnell preisgeben werden. Die Gefahr, Opfer von Abzockern oder Spinnern zu werden ist groß, da anderes als bei einem unmittelbaren Kontakt weder Körpersprache noch Bauchgefühl eine Entscheidungshilfe bieten können. Wer zu vertrauensselig ist und bei Partnerbörsen im Internet auf Betrüger hereinfällt, riskiert unter anderem üble Nachrede, Stalking, finanzielle Schäden bis hin zum Ruin sowie Körperverletzung und im Extremfall sogar den Tod.

Bei gegenseitiger Sympathie: Raus aus dem Internet – das persönliche Kennenlernen

Natürlich tummeln sich im Internet nicht nur schwarze Schafe und lediglich wenige Treffen entwickeln sich zu einer Reise ins Gruselkabinett. Der Hauptanteil an Suchenden ist tatsächlich „nur“ auf der Suche. Scheint der Kontakt also vielversprechend und wirkt der/die Andere aufrichtig, steht dem nächsten Schritt nichts mehr im Wege. Das persönliche Kennenlernen zeigt, ob der Draht zueinander den Praxistest übersteht. „Das Internet bringt nicht die Leute zusammen, die Leute bringen sich selbst zusammen“, fasst „Dating-Experte“ Jan Skopek es in kurzen Worten zusammen. Er beschäftigt sich im Rahmen des Forschungsprojekts „Prozesse der Partnerwahl bei Online-Kontaktbörsen“ seit Jahren intensiv mit der Frage „Wie kommen erfolgreiche Partnerschaften über das Internet zustande und wer nimmt an der virtuellen Suche teil?“

Das erste Date am besten an einem belebten Ort

Zum Schutz vor aufdringlichen Verehrern und Verehrerinnen sollte auf jeden Fall ein belebter Ort wie ein Café oder Restaurant für das erste Treffen gewählt werden. Mit einem guten Kumpel oder der besten Freundin in der Nähe (oder wahlweise einem funktionierenden Handy in der Tasche) kann das Date seinen Lauf nehmen. Wenn es funkt: hervorragend. Wenn nicht: nicht tragisch. Einfach das Rendezvous als Erfahrung abbuchen und sich nach einiger Zeit unauffällig verabschieden. Schon Senta Berger stellte treffend fest: „Flirt ist Training mit dem Unrichtigen für den Richtigen.“

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