Trennungsgrund – Zweifel – Wenn Zweifel die Liebe zerfressen.

Es gibt tausend Gründe sich zu trennen, aber nichts ist schlimmer als eine Partnerschaft im ständigen Zweifel fortzuführen. Was also tun, wenn der Zweifel nagt?

Dorothea liebt den Mann an ihrer Seite. Dennoch trennt sich die 38jährige Mutter zweier Kinder von ihm. “Der ständige Zweifel hat alles zerstört”, offenbart die Sprechstundenhilfe. “Anfangs war ich einfach nur glücklich mit Ditmar. Er hat mir das Gefühl vermittelt, dass ich etwas besonderes bin – mich auf Händen getragen. Bis dann der Alltag kam und die ersten Zweifel. Anfänglich nur kleine, aber die wurden irgendwann größer und am Ende brach eine regelrechte Lawine in meinem Kopf aus. Misstrauen schlich sich ein, gefolgt vom ersten Druck seine Treue kontrollieren zu müssen.” Traurig zeigt sie auf ein Urlaubsfoto an der Wand. “Unser Spontan-Ausflug nach Amsterdam war der letzte gemeinsame Urlaub – und der schönste, den ich je hatte. Danach habe ich mich getrennt, weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte – mich der Gedanke *er würde mich hintergehen* regelrecht in den Wahnsinn trieb. Bis heute kann ich mir dieses Misstrauen nicht erklären – weiß ich nicht, wie es dazu kommen konnte. Ditmar jedenfalls hat mir nie einen Grund dafür gegeben.”

So wie in diesem Fall, scheitern hierzulande viele Beziehungen schlichtweg am mangelnden Vertrauen zueinander. Aber wieso? Wieso zweifelt man ausgerechnet an dem Menschen, dem man doch eigentlich Vertrauen sollte? Experten wissen; Zweifel zu verdrängen, bringt nichts – Zweifel kommen immer wieder. Besser ist sie zuzulassen und die positive Kraft des Zweifelns zu nutzen.

Zweifel…

…ist eine emotionale Unsicherheit im Bezug auf Vertrauen, Taten, Behauptungen, Glauben, Entscheidungen, sowie die Vermutung von Tatsachen.

Zweifel gehören zum Leben

Ohne ein gewisses Maß an Zweifeln, würde unser Leben still stehen. Und auch wenn sich der Zweifel so manches Mal durch unser gesamtes Leben frisst – ist er doch ein Privileg, dass einzig und allein uns Menschen vorbehalten ist. Hätte Einstein niemals gezweifelt, hätte er auch niemals nach Alternativen gesucht und Neues entdeckt. Zweifel an gewisses Dingen, an der Partnerschaft oder an uns selber, müssen also nicht immer etwas negatives sein. Andauernder, nagender Zweifel dagegen schon. Er führt nicht selten zur Selbstverzweiflung – einem psychischen Extremzustand, der oftmals als aussichtslos empfunden wird.

Zweifel in der Partnerschaft

Woher kommen sie – die Zwiespälte, die sich so manches Mal ohne Grund in unserem Kopf festsetzen? Mangelndes Vertrauen, Eifersucht oder die Suche nach dem gewissen Haken, weil es doch einfach einen geben muss – sind nur einige Beispiele für aufkommende Zweifel. Oft haben aber auch zweifelnde Menschen schlichtweg ein Problem mit ihrem eigenem Selbstwertgefühl. Sie projizieren dann auf übertriebene Art ihre Unsicherheit in die Beziehung hinein, bis letztendlich ihre Befürchtungen eintreten und sie erneut im Selbstzweifel landen. Ein Teufelkreis, aus den es kaum einen Ausweg gibt. Deshalb aufkommende Zweifel nicht lange aufschieben und lieber gleich mit dem Partner darüber reden. Viele Ungereimtheiten lassen sich im Vorfeld klären und erweisen sich nicht selten als harmlos.

Wenn Zweifel den Sex hemmen

Wer kennt sie nicht – die Fragen, die man nicht zu fragen wagt. Ziehe ich meinen Partner körperlich an? Ist sein Orgasmus die Folge seiner Liebe zu mir oder vorgetäuscht? Befriedigt ihn der Sex mit mir? Es gibt dutzende davon – aber nur selten bekommt man eine Antwort darauf. Was also tun, wenn Ängste und Zweifel die wundervollste Nebensache der Welt blockieren? Reden ist das Beste – klappt aber in den seltensten Fällen beim Tabu-Thema Nr.1. Man(n) schweigt sich nur allzu gerne darüber aus, wenn es um das eigene Sexualleben geht. Tipp: Oftmals hilft hierbei schon das weiträumige Umschreiben der direkten Thematik, um ans gewünschte Ziel zu gelangen und Antworten zu erhalten. Also den netten Abend zu zweit ruhig einmal für gemeinsame Sexrecherchen nutzen und das Thema objektiv und allgemein diskutieren. Somit verhindert man die unmittelbare Konfrontation und minimiert die Hemmschwelle. Ob das tatsächlich hilft? Auch daran könnte man zweifeln. Aber vielleicht hilft ja ein Zitat von Francois Marie Voltaire: “Zweifel ist keine angenehme Voraussetzung, aber Gewissheit eine absurde.”

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