Umzug mit Tieren

Auch für Tiere ist ein Umzug eine große Belastung. Wie kann man den Umzug für die Vierbeiner angenehm und mit wenig Stress gestalten?

Für Tiere bedeutet die ungewohnte Hektik eines Umzugs weit mehr Stress als für einen selbst. Man kann Ihnen die Gründe nicht erklären und sie verstehen diese Situation nicht. Doch kann man den vierbeinigen, gefiederten oder Flossen bewehrten Freunden die Zeit des Umzuges so angenehm wie möglich gestalten, wenn man Tipps und Ratschläge der Experten oder Tierärzte befolgt. Jedes Haustier braucht, je nach Gattung, eine individuelle Umzugsvorbereitung.

Checkliste Umzug mit Tieren

Zunächst sollte man den Umzug für das Haustier planen und vorbereiten. Um den größtmöglichen Stress zu vermeiden, sollte man sich um einen Tiersitter für den Umzugstag bemühen. Eine dem Tier schon vertraute Person ist optimal oder man macht die Tiere schon vor dem Umzugstag mit dem Sitter bekannt und vereinbart ein Probesitting. Wenn das Haustier schon gewohnt ist, z.B. während eines Urlaubs in einer Pension untergebracht zu sein, ist dies unter Umständen eine bessere Möglichkeit, als die Unruhe vor Ort.

Bei Exoten, wie Schlangen, Vogelspinnen, Skorpionen oder Kampfhunden sollte man die Meldepflicht beachten.

Ein plötzlicher Wechsel des Wassers kann Magenbeschwerden verursachen, deshalb sollte man für die erste Zeit das gewohnte Wasser in ausreichender Menge abfüllen und für Notfälle die Telefonnummern des vorherigen und des neuen Tierarztes bereithalten. Auch Beruhigungsmittel sollte man nur nach Absprache mit dem Tierarzt verabreichen.

Umzug mit Katzen und Hunden

Katzen sind mehr an das gewohnte Revier, als an den Menschen gebunden, Hunde sind eher Personenbezogen. Während ein Hund besser mit der Umzugssituation zurechtkommt, solange sein Herrchen sich um ihn kümmert und sich Zeit für ihn nimmt, bedeutet für Katzen die Veränderung ihrer Umgebung eine existentielle Bedrohung. Falls nicht vorhanden braucht man für den Umzug einen Katzenkäfig und ein Katzengeschirr. Vor dem Umzugstag sollte man Katzen rechtzeitig zu sich ins Haus nehmen und nicht mehr nach draußen lassen. Katzen spüren sehr schnell die Veränderungen und neigen dazu, sich bei Stress zu verstecken. Am Umzugstag kann man sie dann oft nicht mehr finden.

Hunde müssen am alten Wohnort abgemeldet und am Neuen angemeldet werden, bzw. umgemeldet werden, wenn der Umzug innerhalb der Gemeinde stattfindet.

Für den Umzugstag sollte man genügend Futter und Wasser, den gewohnten Fress- und Trinknapf, das Lieblingsspielzeug, Schlafzubehör wie Körbchen und Decken etc. und Pflegeutensilien bereitstellen. Bei längeren Transporten sollte man Pausen für die Tiere einlegen. Katzen, die an das Katzengeschirr gewöhnt sind, kann man auch aus dem Katzenkäfig nehmen und spazieren führen. Nach der Ankunft im neuen Heim, dürfen die Tiere das neue Zuhause erst einmal erforschen und bekommen den gemütlichen Schlafplatz mit den vertrauten Gegenständen eingerichtet. Katzen sollte man frühestens nach 4 Wochen aus dem neuen Haus lassen, bis man sicher ist, dass sie sich eingewöhnt haben. Sie können sonst versuchen, in das alte Zuhause zu laufen.

Umzug mit Kleintieren

Der Umzug mit Vögeln und Nagetieren, wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamstern ist in der Regel unkompliziert. Die Tiere brauchen für den Transport genügend Futter und Wasser. Damit die Tiere so wenig Stress wie möglich ausgesetzt sind, sollte man den Käfig abdecken und sicher in das Transportfahrzeug verstauen.

Umzug mit Aquarium und Terrarium

Vor dem Umzug sollte man sich im Zoofachhandel beraten lassen, genügend Fischtransportbeutel mit Gummiringen zum Verschließen und Styropor- und Transportboxen besorgen. Man sollte darauf achten, dass die Transportbeutel ordnungsgemäß mit Luft gefüllt sind. Das Verhältnis von Luft zu Wasser sollte 1:2 betragen. Diese Technik kann man sich auch im Fachhandel zeigen lassen. Man sollte genügend von dem benutzten Aquarienwasser zum Wiederbefüllen mitnehmen, da Fische auf Wasserwechsel empfindlich reagieren können. Bei einem längeren Transport die Fische besser 2 Tage vorher nicht mehr füttern, da das Wasser sonst übermäßig belastet wird.

Nach der vorsichtigen Entnahme der Pflanzen, kann man diese in Plastikbeutel verpacken. Es ist ausreichend, die Pflanzen feucht zu halten. Die Fische sollte man schonend fangen und nach Arten getrennt in die Transportbeutel setzen. Die Beutel werden liegend, quer zur Fahrtrichtung, damit sie möglichst wenig durchgeschüttelt werden, in die Styroporbox gelegt.

Den Bodenbelag füllt man in einen geeigneten, Wasser undurchlässigen Behälter. Das leere Aquarium muss bruchsicher verpackt und fest im Transportfahrzeug fixiert werden. Das gleiche gilt für das Terrarium. Bei Reptilien und Amphibien muss man beim Transport auf genügend Wärme und Luftfeuchtigkeit achten.

Umzug mit Pferden

Auch bei Pferden sollte man die Strapazen und die Belastung eines Umzuges und eines Transportes gering halten. Wenn ein Pferd, das Verladen und Hänger fahren nicht gewöhnt ist, sollte man das rechtzeitig vorher üben. Hängt man ein Heunetz in den Hänger und füllt man etwas Futter, Karotten und Äpfel in den Trog, kann man dem Pferd die Zeit im Hänger etwas verkürzen und angenehmer machen. Manche Ställe verlangen bei einem Stallwechsel ein Gesundheitszeugnis, Entwurmungen und Impfungen. Auch die Futterumstellung kann zu Verdauungsproblemen führen. Um Koliken zu vermeiden, kann man sich schon vor dem Stallwechsel etwas Futter aus dem neuen Stall besorgen und dies in kleinen Portionen füttern. Es ist auch ratsam, für die Eingewöhnungsphase etwas von dem vorherigen Futter mit in den neuen Stall zu nehmen. Auch Pferde brauchen Zeit und müssen sich erst an den neuen Stall, die neue Umgebung und an die neuen Artgenossen gewöhnen. Manche Pferde haben einen Freund im alten Stall zurückgelassen, sie leiden besonders unter der Trennung und dem Stallwechsel. In dieser Zeit brauchen die Tiere besonders viel Geduld und Verständnis.

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