Warum fallen viele Frauen immer auf dieselbe Sorte Mann rein? 

Viele Frauen scheinen immer wieder bei fremdgehenden, karrieresüchtigen oder bindungsunfähigen Männern zu landen. Das hat auch einen Grund: Schemata!

Es ist wieder geschehen. Sie hätte es eigentlich kommen sehen müssen. Auch der neue vermeintliche Traummann hat sich wieder als totaler Fehlgriff erwiesen. Wie seine Vorgänger war er eben doch nur egoistisch, karrierefixiert oder bindungsunfähig und nicht der langersehnte Partner fürs Leben. Sie hätte es wirklich wissen müssen, denn schließlich kennt sie das Spielchen ja. Am Anfang ist jede neue Beziehung wunderschön oder scheint es zumindest zu sein. Dieser Mann ist bestimmt anders als seine Vorgänger. Doch schon bald zeigt sich, dass auch dieser Traumprinz wieder nur ein Frosch aus dem großen Tümpel ist. Frau ist wieder auf dieselbe Sorte Kerl reingefallen. Doch warum?

Wir orientieren uns an kindlichen Mustern

Jeder Mensch wiederholt im Erwachsenenalter Verhaltensweisen, die er schon als ganz kleines Kind erlernt hat. Wenn die Eltern besonders behütend waren, lernt ein kleines Kind zum Beispiel, extra vorsichtig zu sein, damit ihm ja nichts passiert. War der Vater häufig abwesend, weil er viel arbeitete, brennt sich das Bild des karriereorientierten Mannes in das kindliche Gedächtnis ein. Streiten sich die Eltern oft, wird das Kind auch daraus etwas lernen. Es orientiert sein Leben an diesen Werten und Wahrheiten. Unbewusst tragen die Menschen diese Lehren und Rollenbilder mit ins Erwachsenenleben hinein. Die damaligen Wahrheiten versprechen eine gewisse Sicherheit und Orientierung in der unübersichtlichen Welt.

Die kindlichen Muster sind feste Schemata

In der kognitiven Psychologie spricht man bei solchen Wertübernahmen vom Schema-Konzept. Die kindlichen Erfahrungen haben sich im Laufe der Jahre zu fest verankerten Überzeugungen entwickelt, die uns helfen, die Welt zu verstehen. Das menschliche Selbstgefühl ist ganz eng mit dem Schemadenken verbunden. Würde man den Glauben an ein Schema aufgeben, würde damit auch alles in Frage gestellt werden, was man über sich und die Welt zu wissen glaubte.

Schemata versprechen Sicherheit

Um dieser Unsicherheit zu entgehen, halten auch Erwachsene an ihren Schemata aus der Kindheit fest. Sie stehen für Sicherheit und Vertrautheit. Dieses Festhalten an Altvertrautem bezieht sich aber leider auch auf die negativen Aspekte. Eine Frau, die Männer als kleines Kind immer als abwesend erlebte, wird unbewusst häufig gerade zu der Sorte Partner greifen, die dieses Bild bestätigen. Das kennt sie. Es macht sie zwar nicht glücklich, aber wenigstens ist das ein Gebiet, in dem sie sich auskennt. Ihr Unterbewusstsein suggeriert ihr, sich an alten Schemata zu orientieren. Bloß keine Experimente. Sonst könnte ja wer weiß was geschehen.

Es ist schwer, die Schemata auszuhebeln

Das Schema-Konzept stellt jeden Menschen gleich vor ein doppeltes Problem: Die Schemata gehören zum Unterbewusstsein. Die Frau muss also erst einmal erkennen, dass sie bei ihrer Partnerwahl auf einen kindlichen Erfahrungsschatz zurückgreift. Daran scheitern schon viele. Sie merken zwar, dass sie scheinbar immer wieder auf denselben Typ Mann “reinfallen“, können sich aber nicht erklären, warum. Eine genauere Betrachtung der Kindheit, auch im Rahmen einer Therapie, kann hier weiterhelfen.

Doch damit ist das Problem noch nicht gelöst. Selbst wenn die Frau nun erkannt hat, dass ihr Bild vom Vater für ihre Männerwahl verantwortlich ist, muss sie nun auch lernen, sich von diesem zu lösen. Da sich das Schema aber über viele Jahre oder Jahrzehnte in ihr festgesetzt hat, ist eine Auflösung desselben eine sehr große Aufgabe. Es erfordert ein kontinuierliches Training der eigenen Beobachtung und ein ständiges eigenes Hinterfragen. In den wenigstens Fällen kann ein Mensch dies allein bewältigen, da er immer dazu neigen wird, in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Deshalb ist eine Begleitung durch einen unbeteiligten Dritten, zum Beispiel einem Therapeuten, unbedingt nötig, um das Schema dauerhaft aufzubrechen.

Und nicht nur bei Frauen wirken sich Schemata bei der Partnerwahl aus. Männer sind natürlich ebenso betroffen.

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