Was es auf Norderstedts Äckern zu entdecken gibt

Ursula Druve hat ein seltsam anmutendes Hobby. Sie spaziert über Norderstedts Äcker und findet dort wahre Schätze. Viele davon findet man bereits im Museum.

Direkt an einer großen Harksheider Hauptstraße in Norderstedt befindet sich das Haus von Ursula Druve. Das Haus selbst ist eine riesige Schatzkiste, in der es viel zu entdecken gibt. Hier hängen ausgestopfte Tiere an der Wand, während sich in der Vitrine, in Regalen und Kartons Bilder, Bücher, Seeigel, Glastiere und Porzellanteilchen stapeln. In ihrem Keller gesellen sich Teddys, Puppen, Modellflugzeuge und Autos zu Schleich-Tieren. An der Seite findet man ein großes Puppenhaus, mit zahlreichen Bewohnern.

Ursula Druve ist eine begeisterte und liebevolle Sammlerin. Was sie sammelt? „Alles wovon ich mehr als drei habe, wird gesammelt“, erzählt sie. Die Schleich-Tiere wollte sie ursprünglich für die beiden Enkeltöchter Ellen und Emily kaufen. „Aber dann dachte ich, ach, die schönen Tiere. Eigentlich sind die viel zu schade.“ Und deswegen sind die Tiere auch weiterhin in Omi Druves Hand.

Plötzliche Leidenschaft für Norderstedts Äcker

Zu Ihrem 50. Geburtstag bekam Ursula Druve ein neues Fahrrad geschenkt. Damit war sie eines schönen Sonntags unterwegs und blieb in einem Acker stecken. Durch Zufall fand sie dabei ein kleines Porzellanpüppchen und suchte auch sogleich weiter. Damit ward ihr neues Hobby geboren. Das ist nun bereits 21 Jahre her. Aber Ursula Druve läuft noch immer regelmäßig über Norderstedts Äcker und sammelt praktisch alles, was der Boden so hergibt.

Ackerwanderung als Entspannung

Ihre Spaziergänge empfindet sie dabei als meditative Entspannung. „Man muss allerdings aufpassen, dass man nicht zu lange an einer Stelle sucht, sonst wird man ein bisschen meschugge“, so die leidenschaftliche Schatzsucherin.

Die Zufallsfunde haben sich längst als eine kulturhistorisch wertvolle Sammlung entpuppt. Denn ursprünglich stammen die kleinen Fundstücke aus Hamburg. Die Porzellanfigürchen und Puppen landeten irgendwann auf dem Müll, der damals noch irgendwo auf der Straße, im Rinnstein oder in Hinterhöfen gelagert wurde. Die Bauern aus dem jetzigen Norderstedter Raum, die in den letzten zwei Jahrhunderten Lebensmittel oder Torf nach Hamburg karrten, nahmen den „Schiet“ vermutlich auf ihren Pferdewagen mit und entsorgten ihn auf den Feldern in der Umgebung. Im Laufe von zahlreichen Ackerwanderungen hat Ursula Druve eine reiche Sammlung zusammengetragen, gesäubert und geordnet. So ist sie zu etlichen Porzellanpuppen, Salbentöpfchen oder Verschlüssen von Bierflaschen gekommen. 1890 gab es in Hamburg noch 32 Brauereien. Zu fast jeder findet man in der Druve-Sammlung einen Bierflaschenverschluss. Kurios ist auch ein Salbentopf, in dem noch ein Salbenrest zu sehen ist. Inzwischen natürlich völlig verhärtet.

Viele Fundstücke nun auch im Museum

Einen Großteil ihrer Sammlung hat Ursula Druve dem Norderstedter Stadtmuseum am Friedrichsgaber Weg, auf dem Gelände des Feuerwehrmuseums, als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Zu sehen sind die Fundstücke in einer Glasvitrine im Obergeschoss. Das Museum ist mittwochs bis sonntags von 15:00 – 18:00 Uhr geöffnet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.