Was tun bei Zahnschmerzen? Erste Hilfe durch Homöopathie und Co.

Welche Hausmittel und homöopathischen Mittel helfen gegen Zahnschmerzen, bei Wurzelbehandlungen, der Zahnung der Kinder und werden in Notfällen eingesetzt?

Zahnschmerzen treten immer dann auf, wenn man sie nicht gebrauchen kann, egal ob im Urlaub, zum Wochenende oder kurz vor einem Geburtstag. Eigentlich kommen sie immer unpassend, auch an ganz normalen Wochentagen. Dabei haben sich starke Zahnschmerzen in der Regel schon vorher in leichterer Form mehrmals angekündigt und ein Besuch beim Zahnarzt hätte das Schlimmste verhindern können.

Die Ursachen für den Schmerz können Karies, Zähne mit toten Nerven, Zahnfleisch- oder Zahnwurzelentzündungen, herausgefallene Füllungen, durchbrechende Zähne bei Kindern, bei Erwachsenen das Durchbrechen der Weisheitszähne und überempfindliche Zahnhälse sein. Bei Kieferentzündungen kommen noch Schwellungen dazu, ebenso bei Wundheilungsstörungen nach Zahnbehandlungen wie Zahnziehen. Dann gibt es noch vorgetäuschte Zahnschmerzen bei verschiedenen Erkrankungen. Zum Beispiel können die Schmerzen bei Ohrenentzündung zum Kiefer ausstrahlen. Um einen Besuch beim Zahnarzt kommt man in den meisten Fällen also nicht herum.

Gegen Zahnweh hilft vorbeugen

Natürlich nicht in jedem Fall, aber das Restrisiko lässt sich verringern. An erster Stelle steht die Zahnpflege. Zweimal täglich Zähne putzen für mindestens drei Minuten ist Pflicht. In den Zahnzwischenräumen sammeln sich gerne Speisereste an, weshalb zusätzlich Zahnseide verwendet werden sollte. Ihr Zahnarzt kann Ihnen, beim regelmäßigen Kontrollbesuch, wirkungsvolle Putztechniken demonstrieren und Sie beraten. Als Nächstes ist eine gesunde, ausgewogene, vitaminreiche und zuckerreduzierte Ernährung zu nennen. Weiter kann das „Ölziehen“, als altes Hausmittel, Zahnfleisch und Zähne stärken.

Zahnschmerzen, welche Hausmittel helfen?

Als Erste Hilfe lassen sich die Zahnschmerzen durch Kälte verringern. Salbeitee, Gewürznelken oder Rosmarinblätter sind leicht entzündungshemmend und besänftigen den Schmerz. Mit dem Tee wird wiederholt gegurgelt, die Nelken und Blätter werden gekaut. Diese Kräuter schmecken sehr streng. Sie sind deshalb meist nicht für Kinder geeignet. Sollte man vorhaben, trotz Zahnschmerzen, am perfekten Dinner teilzunehmen, sollte man ebenfalls zu anderen Mitteln greifen, da der Geschmack beeinträchtigt wird. Eine Alternative wäre Propolistinktur, die allerdings Alkohol enthält. Sie kann direkt auf die schmerzende Stelle aufgebracht werden oder, mit Wasser verdünnt, zum Gurgeln benutzt werden. Auch folgende Akupressurpunkte können helfen: Die Kuhle zwischen Nase und Lippe oder der Punkt neben dem Fingernagel des Zeigefingers außen wird ein bis zwei Minuten lang mit leichtem Druck massiert.

Mit Homöopathie gegen Zahnschmerzen

Schmerzen, die durch geringfügigere Entzündungen entstehen, können durch homöopathische Mittel beeindruckende Besserungen erfahren. Auch begleitend zur zahnärztlichen Behandlung können die Mittel viel zur Schmerzlinderung und zum Abklingen der Entzündung beitragen. Mit einer Konstitutionsbehandlung können chronische Neigungen zu Zahnfrakturen, Karies und Zahnfleischbeschwerden beseitigt oder verringert werden.

Während akuter Zahnschmerzen ist die C30 des Mittels, als einmalige Gabe in der Regel ausreichend. Die Gabe kann wiederholt werden, wenn die Schmerzen wieder kommen. Ansonsten sind die Ratschläge bei Selbstbehandlung zu beachten.

Homöopathische Mittel gegen akute Zahnschmerzen

  • Belladonna – der Zahn brennt, pocht und pulsiert. Nachts ist es schlimmer. Wärme bessert.
  • Chamomilla – unerträgliche Schmerzen mit ausgeprägter Reizbarkeit. Kalte Luft und Kaffee verschlechtert, kalte Getränke bessern.
  • Coffea – der Schmerz ist stechend, zuckend. Eiswasser im Mund bessert. Schlaflosigkeit tritt auf.
  • Hepar sulfuris – es sticht sehr schmerzhaft wie von Holzsplittern und die Wange wird warm gehalten. Der Schmerz strahlt in Richtung Ohr aus.
  • Mercurius solubilis – der Betroffene riecht unangenehm aus dem Mund. Der Geschmack kann metallisch sein. Weder Hitze noch Kälte bringen eine Besserung.

Mit Globuli gegen neuralgische Zahnschmerzen

  • Aconitum – nach Wind, Sturm und Zugluft kamen die Schmerzen ganz plötzlich und „stürmisch“.
  • Capsicum – brennende Schmerzen im rechten Kiefer, fein und durchdringend.
  • Mercurius solubilis – die Beschwerden können durch hohle Zähne und Amalgamfüllungen verursacht sein.
  • Plantago major – die Schmerzen sind scharf und schießen vom Kiefer zu den Ohren und zurück. Es besteht ein Gefühl, als wären die Zähne verlängert.
  • Staphisagria – Ursache der Schmerzen sind hohle Zähne mit Karies. Schwarze Zähne. Bei Kindern können die Zähne krümmeln.
  • Verbascum – es besteht ein Gefühl, als wäre der Kiefer mit einer Zange gequetscht. Jeder Druck, auch Kauen, verschlechtert.

Was tun bei Zahnschmerzen in der Schwangerschaft?

  • Kreosotum – bei Karies und Zahnfleischschwund
  • Magnesium carbonicum – nachts im Bett und beim Kauen tritt ein Pulsieren auf. Wärme, Reibung und Bewegung verbessern.
  • Nux vomica – die rechte Wange ist geschwollen und schmerzt bei Berührung. Der Betroffene ist reizbar. Geistige Anstrengung verschlechtert und warme Anwendungen bessern.
  • Sepia – die Beschwerden sind eher links und breiten sich zum Ohr aus. Frische Luft, kalte Getränke und das Saugen am Zahn bessern. Zugluft wird nicht vertragen.

Homöopathie bei Zahnung der Kinder

  • Aconitum – Zahnfleischentzündung und ganz plötzlich trockenes Fieber.
  • Belladonna – Zahnfleischentzündung mit plötzlichem feuchtem Fieber. Verschlimmerung nachts. Eher auf der rechten Seite.
  • Chamomilla – das wichtigste Mittel für zahnende Kinder. Sehr ruhelos und ärgerlich. Schlechter nachts und durch kalte Luft, mag aber kalte Anwendungen. Möglicherweise Bronchitis als Begleitsymptom.
  • Ferrum phosphoricum – trockenes Fieber ohne besondere Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes. Bronchitis und Durchfall können vorhanden sein.
  • Podophyllum – Zahnung mit schießendem Durchfall, vor allem morgens.

Homöopathische Hilfe nach Zahnziehen

  • Arnika – Erste Hilfe bei Zahnverletzungen. Wenn es schon vor der Zahnbehandlung eingenommen wird, verhindert es zu starke Blutungen, stillt den Schmerz und fördert die Heilung.
  • Hypericum – immer wenn die Zahnnerven in Mitleidenschaft gezogen wurden. Gegen schmerzhafte Zahnverletzungen, nach Bohren, Zahnziehen und Wurzelbehandlungen, mit durchzuckenden, einschießenden Stichen und ziehenden Schmerzen.
  • Pytolacca – einige Tage lang nehmen. Es vermeidet, dass versteckte Entzündugsherde ihre Bakterien in andere Organe ausstreuen. Zusammenbeißen der Zähne bessert den Schmerz.
  • Mercurius solublis – falls die Wurzel vereitert war und unangenehmer Mundgeruch auftritt. Es tritt eine Schmerzausbreitung ins Gesicht auf.

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