Welche Nebenwirkungen haben Antidepressiva?

Antidepressive Medikamente besitzen überwiegend gesundheitsschädigende Nebenwirkungen. Der Artikel bietet eine Übersicht zu häufigen Folgen dieser chemischen Wirkstoffe. Gesundheitliche Folgen antidepressiver Psychopharmaka.

Chemische Psychopharmaka mit antidepressiver Wirkung besitzen zumeist erhebliche Nebenwirkungen. Oft werden sie nur deshalb eingenommen, weil sie das sogenannte “kleinere Übel” darstellen. Patienten nehmen teils massive Folgeschäden durch die Einnahme in Kauf, um dafür von ihrem sogenannten “größeren Übel”, dem tiefen Leid der Depression, erlöst zu werden.

Für Betroffene ist es ratsam, sich vom verschreibenden Arzt bzw. Psychiater detailliert über die bestehenden Risiken der Einnahme informieren zu lassen. Es empfiehlt sich für Patienten, dieses Vorgespräch in Begleitung einer gesunden Vertrauensperson beim Arzt zu führen, da starke Depressionen die Fähigkeit zur Informationsaufnahme und das Einschätzungsvermögen deutlich beschränken können.

Nebenwirkungen trizyklischer Antidepressiva

Diese Antidepressiva sind unter vielen Markennamen erhältlich. Man erkennt sie daran, dass Wirkstoffe wie Amitriptylin, Amitriptylinoxid, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, Opipramol oder Trimipramin enthalten sind und der Beipackzettel sie als trizyklisch bezeichnet. Sie haben häufig massive Auswirkungen auf das gesamte Nervensystem. Überdosierungserscheinungen sind Mundtrockenheit, starkes Durstgefühl, Muskelzucken und Zittern.

Schäden an Augen und Herzen, zu niedriger Blutdruck, Heißhunger und Verwirrung sind bekannt. In Extremfällen können sogar komatöse Zustände und epileptische Anfälle ausgelöst werden. Speziell das z.B. in “Insidon” enthaltene Opipramol gilt als Mittel ohne ausreichend belegte antidepressive Wirkung und wird von einigen Fachleuten als “entbehrlich” bewertet. Für Kinder und Jugendliche haben trizyklische Antidepressiva keinen stärkeren Nutzen als Placebos (Scheinmedikamente), bewirken jedoch bei der Einnahme ein erhöhtes Suizidrisiko.

Nebenwirkungen bei SSRI

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer enthalten beispielsweise die Wirkstoffe Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin oder Sertralin. Sie wirken wie trizyklische Antidepressiva, haben jedoch ein anderes Spektrum an Nebenwirkungen. Sie verursachen oft Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Ängstlichkeit, Unruhe, Übelkeit und Durchfall. Seltener kann es auch zu Immunerkrankungen mit Fieber und Hautkrankheiten kommen.

Medikamente mit Paroxetin verursachen häufig Bewegungsstörungen, Impotenz und können erhöhtes Suizidrisiko bedingen. Bei Medikamenten mit diesem Wirkmittel (z.B. Seroxat) darf bei der Einnahme auf keinen Fall Alkohol getrunken werden, da sonst negative Folgen (Aggressivität, psychische Reaktionen, Eigengefährdung) auftreten können.

Nebenwirkungen bei SNRI

Mit dem Wirkstoff Duloxetin (z.B. in Cymbalta) gehören Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zur Gruppe neuerer Antidepressiva und sind in ihrer Wirksamkeit grundsätzlich angezweifelt. Studien haben ergeben, dass sie kaum besser als ein Scheinmedikament wirken und dabei schwerwiegende Nebenwirkungen produzieren.

Übelkeit, verminderter Appetit, Sehstörungen, Probleme beim Wasserlassen, Risiko der Leberschädigung und Selbstgefährdung gehören zu den bekanntesten Folgen. Gleiche Nebenwirkungen findet man bei selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (NARI) mit dem häufig verwendeten Wirkstoff Reboxetin (z.B. Endronax, Solvex). Auch bei diesen Präparaten ist der Nutzeffekt nur zweifelhaft bewiesen.

Nebenwirkungen tetrazyklischen Antidepressiva

Wirkstoffe wie Mianserin oder Mirtazapin (z.B. in Tolvon, Remergil oder Remeron enthalten) haben als bewährte Standardmedikamente eine geringere antidepressive Wirkung, verursachen jedoch oft starke Schäden am Blutbild und an der Leber. Der Wirkstoff Maprotilin (z.B. in Ludiomil) kann zusätzlich epileptische Krämpfe bewirken. Experten halten aufgrund der häufig auftretenden Folgeschäden diese Psychopharmaka für wenig zweckmäßig.

Nebenwirkungen bei MAO-Hemmern

MAO-Hemmstoffe mit dem Wirkstoff Moclobemid (z.B. in Aurorix) können Schlafstörungen auslösen. Auch sind während der Einnahme bestimmte Nahrungsmittel schlecht verträglich, z.B. Käse, Bier und Rotwein verursachen teilweise Blutdruckkrisen. Diese Wirkkombinationen können die Reaktionsfähigkeit einschränken, Gelenkschwellungen, Hautausschläge und Magen-Darm-Störungen bewirken. Eine Kombination mit SSRI Präparaten ist unverträglich.

Nebenwirkungen bei Lithium

Die gesundheitlich negativen Folgen bei der Einnahme von Lithium sind häufig gravierend. Der Grat zwischen helfender Wirksamkeit und toxischer Gefahr ist schmal, bis zu 25 % der Patienten entwickeln ein Fingerzittern. Etwa 10 kg Gewichtszunahme, Muskelschwäche, Müdigkeit oder Schläfrigkeit sind häufig zu beobachten.

Ältere Menschen neigen bei der Lithium-Einnahme zu Vergiftungserscheinungen, die der Flüssigkeitsverlust des Körpers bedingt. Verwaschene Sprache, zitternder Unterkiefer und Verwirrtheit sind dafür häufige Symptome. Viel Wasser zu trinken, kann einigen Spätfolgen vorbeugen.

Nebenwirkungen bei Johanniskraut

Dieses Naturheilmittel (Hypericin) kann die Wirkung zahlreicher anderer Medikamente beeinflussen. Wechselwirkungen beispielsweise mit Asthmamitteln wirken sich lebensgefährlich auf die Blutgerinnung aus. Auch die Antibabypille kann in ihrer Wirkung beeinträchtigt sein. Obwohl oft freiverkäuflich erhältlich, sollte die Einnahme von Johanniskrautpräparaten beim Arzt hinterfragt werden.

Wenig empfehlenswerte Antidepressiva

Die medizinischen Experten der benannten Quelle dieses Artikels raten von der Einnahme von “Deanxit” ab, da es u.a. starke Bewegungsstörungen, Wippen und unwillkürliche Grimassen bei Patienten verursachen kann. Von “Limbitrol” wird abgeraten, da es eine zu starke Abhängigkeitsgefahr hat. Alle chemischen Antidepressiva werden nur als therapeutische zweckmäßig beurteilt, wenn jeweils ganz spezifische Bedingungen vorhanden sind.

Eine Einnahme dieser rezeptpflichtigen Medikamente gegen Depressionen sollte grundsätzlich nur im Rahmen ärztlicher Betreuung erfolgen. Gleichfalls dürfen sie nur unter ärztlicher Aufsicht abgesetzt oder gewechselt werden. Empfehlenswert ist die Kombination der Medikamenteneinnahme mit psychotherapeutischen Behandlungsmethoden.

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