Welche Regeln gelten beim Wichteln?

Kurz vor Weihnachten trifft man sich mit Freunden zum Wichteln. Fast jedes Mal stellt sich dann die Frage, wer noch die Regeln zum Wichteln kennt. Es gibt viele unterschiedliche Arten zu Wichteln. Hier gibt es ein Beispiel welche Regeln beim Wichtelabend von meinen Freunden gelten.

Zum Ablauf des Wichtelabends:

Jeder Gast steckt heimlich, also ohne dass er von den anderen Gästen beobachtet wird, ein Geschenk in den großen Wichtelsack (das Geschenk sollte dabei nicht zu teuer sein, es gibt bei manchen auch die Tradition des „Schrottwichtelns“, wobei Dinge als Geschenk verpackt werden aus dem eigenen Haushalt, die nicht mehr gebraucht werden). Nachdem alle Gäste anwesend sind beginnt das Wichteln. Einer der Gäste (egal ob männlich oder weiblich) wird als Weihnachtsmann verkleidet, bekommt also zum Beispiel eine rot-weiße Nikolausmütze aufgesetzt. Der Weihnachtsmann steht mit dem Wichtelsack vor der Tür und klingelt oder klopft und bittet um Einlass. Der Weihnachtsmann tritt ein und hat einen bekannten Spruch auf den Lippen: Ho, ho, ho.

Von draußen, vom Walde komm ich her;

ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Überall auf den Tannenspitzen

sah ich goldene Lichtlein blitzen,

und droben aus dem Himmelstor

sah mit großen Augen das Christkind hervor.

Und wie ich strolch‘ durch des finstern Tann,

da rief’s mich mit heller Stimme an:

„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell´,

heb deine Beine und spute dich schnell!

Die Kerzen fangen zu brennen an,

das Himmelstor ist aufgetan,

alt und jung sollen nun

von der Jagd des Lebens einmal ruhn,

und morgen flieg ich hinab zur Erden;

denn es soll wieder Weihnachten werden!“

Ich sprach: „Oh lieber Herre Christ,

meine Reise fast zu Ende ist;

ich soll nur noch in diese Stadt,

wo’s eitel gute Kinder hat.“

„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“

Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier;

denn Äpfel, Nuß und Mandelkern

essen fromme Kinder gern.“

„Hast denn die Rute auch bei dir?“

Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;

doch für die Kinder nur, die schlechten,

die trifft sie auf den Teil den rechten!“

Christkindlein sprach: „So ist es recht;

so geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

Von draußen, vom Walde komm ich her;

ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!

Nun sprecht, wie ich’s hier innen find!

sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?

(Knecht Ruprecht von Theodor Storm)

Der Weihnachtsmann fragt: „Seid ihr auch alle brav gewesen? Dann könnt ihr mir ein Liedlein darbringen.“ Die Gäste suchen sich ein Weihnachtslied aus und singen es für den Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann stellt den Wichtelsack ab und setzt sich in die Runde.

Die Regeln beim Wichteln:

Der Jüngste in der Runde darf zuerst würfeln, dann ist der Nächste im Uhrzeigersinn an der Reihe zu würfeln, bis sich die Richtung ändert. Es wird mit einem Würfel gewürfelt der reihum geht, dabei ergeben sich folgende Möglichkeiten:

Der Spieler würfelt eine 1:

Alle Spieler, die ein Geschenk in der Hand haben, geben ihr Geschenk ihrem rechten Sitznachbarn. (Natürlich hat beim ersten Mal würfeln noch keiner ein Geschenk in der Hand)

Der Würfel zeigt 2:

Alle Spieler, die ein Geschenk in der Hand haben, geben ihr Geschenk dem zweiten Sitznachbarn von links.

Der Würfel zeigt 3:

Der Spieler, der die 3 gewürfelt hat, muss sein Geschenk mit jemandem seiner Wahl tauschen.

(Falls außer ihm keiner ein Geschenk hat, muss er sein Geschenk einem beliebigen Spieler seiner Wahl abgeben)

Der Würfel zeigt 4:

Der Spieler, der die 4 gewürfelt hat, muss seinen Sitzplatz mit einem beliebigen Spieler tauschen.

Der Würfel zeigt 5:

Die Spielrichtung wird gewechselt.

(Wurde also bisher im Uhrzeigersinn gewürfelt, wird ab jetzt im Gegenuhrzeigersinn gespielt, solange bis die nächste 5 gewürfelt wird, dann ändert sich die Richtung erneut.)

Der Würfel zeigt 6:

Hurra! Der Spieler darf unter Trommelwirbel ein Geschenk aus dem Wichtelsack herausnehmen, aber noch nicht öffnen.

(Falls der Spieler jedoch schon ein Geschenk besitzt, darf er natürlich kein zweites Mal ein Geschenk aus dem Sack nehmen, dann gibt er die Würfel weiter, der nächste Spieler ist an der Reihe)

Es wird solange weitergespielt, bis jeder Spieler ein Geschenk hat. Wurde also das letzte Geschenk aus dem Wichtelsack gezogen, darf noch 10 Mal gewürfelt werden. (Das ist genauer, als zu sagen, man würfelt noch eine Runde bis jeder Spieler noch einmal gewürfelt hat, dabei lässt sich nicht genau sagen, wie lange das dauert, weil sich die Spielrichtung durch würfeln der Augenzahl 5 immer wieder ändern kann)

Dann wird das Spiel zunächst für beendet erklärt. Hat nun jeder Spieler ein anderes Geschenk als das von ihm selbst mitgebrachte in der Hand, geht es mit dem Punkt „Geschenke auspacken“ weiter. Hat jedoch jemand sein von ihm mitgebrachtes Geschenk, kann er die Mitspieler dazu auffordern weiterzuspielen. In diesem Fall wird nochmal 10 Mal gewürfelt. Das kann sich solange wiederholen, bis keiner der Mitspieler mehr Einwände erhebt, dann geht es mit dem nächsten Punkt weiter:

„Geschenke auspacken“:

Es wird weitergewürfelt, nun hat aber nur noch die Augenzahl 6 eine Bedeutung.

Wer die 6 würfelt, darf sein Geschenk auspacken. Dann spielen die restlichen Spieler weiter,

bis jeder von ihnen eine 6 gewürfelt hat und somit alle Geschenke ausgepackt sind.

Hat jeder sein Geschenk ausgepackt, darf nicht mehr getauscht werden.

So geht ein langer, unterhaltsamer Wichtelabend zu Ende….

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