Weltwassertag 2017 – so gesund ist deutsches Trinkwasser 

Trinkwasser ist lebenswichtig und schützt vor Organschäden und Harnwegsinfekten. Auch Kaffee ist als Durstlöscher geeignet. Am 22. März ist Weltwassertag.

„Ausgewogene Ernährung“ ist eines der Schlagwörter unserer Zeit. Kaum einer nimmt aber seine Trinkgewohnheiten unter die Lupe. Zu Unrecht: Ausreichende Wasserzufuhr ist genauso wichtig wie gesundes Essen. Denn der Mensch besteht überwiegend aus Wasser: Der Wasseranteil beträgt beim Erwachsenen 50 bis 55 Prozent, beim Säugling sogar rund 70 Prozent.

Dehydration (Austrocknung) schwächt den gesamten Körper

Etwa fünf Prozent Körperflüssigkeit verliert der Mensch täglich – vor allem durch Urin und Schweiß. Für einen gesunden Erwachsenen bedeutet das einen Flüssigkeitsverlust von zwei bis drei Litern. Der Verluste muss ersetzt werden, denn zu wenig Flüssigkeit schwächt den ganzen Körper: Das Blut wird dickflüssig und kann nicht mehr richtig fließen, wodurch sich die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung der Organe verschlechtern. Das Herz muss kräftiger pumpen und schlägt schneller. Auch das Gehirn wird nicht mehr ausreichend durchblutet, was häufig zu Konzentrationsmangel führt. Trockene Schleimhäute in der Nase und im Hals verschlechtern die Immunabwehr, da sie nur noch ungenügend eine Barriere gegen die krankmachenden Keime bilden können. Nierensteine entstehen schneller, weil das Ausschwemmen der Abfallstoffe gehemmt wird. Die Haut trocknet aus und neigt zur Faltenbildung. Auch häufen sich Harnwegsinfektionen und Verstopfungen.

Der Mensch spürt die Warnsignale während der Dehydration nicht nur durch Durstgefühl, sondern auch durch Kopfschmerzen, Schlappheit, Übelkeit, Mundtrockenheit und Appetitlosigkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass ein Wasserverlust von bereits zwei Prozent des Körpergewichts die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt. Ein Flüssigkeitsverlust von über 15 Prozent kann tödlich sein.

Was ist Trinkwasser?

Der beste Durstlöscher ist Trinkwasser. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden ist Trinkwasser das am intensivsten kontrollierte Lebensmittel. Gemäß der Trinkwasserverordnung muss Trinkwasser einige Anforderungen erfüllen. Danach gilt Wasser als Trinkwasser, wenn es

  • keine krankheitserregenden Mikroorganismen enthält,
  • eine Mindestkonzentration an Mineralstoffen enthält,
  • geschmacksneutral und kühl ist,
  • farblos und geruchlos ist und
  • nicht gesundheitsschädigend ist.

Allerdings kann es zu Belastungen des Trinkwassers mit Schwermetallen kommen. Seltene, aber immer noch vorhandene Bleileitungen in Altbauten können der Grund sein. Gefährdet sind vor allem Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder in Nord- und Ostdeutschland. 2010 fand dort die Stiftung Warentest bei fünf Prozent der 20.000 geprüften Zapfhähne mehr als 25 Mikrogramm Blei pro Liter.

Deutsche trinken zu wenig

Die WHO (World Health Organization) empfiehlt eine Trinkwassermenge von mindestens 1,5 Litern täglich. An heißen Sommertagen und in überheizten Räumen sollten mindestens 2,5 Liter am Tag getrunken werden. Bei Fieber, Erbrechen, Durchfall, einer Diät oder körperlicher Anstrengung steigt der Wasserbedarf weiter an. Ein Viertel der deutschen Erwachsenen trinkt jedoch zu wenig. Wer auf das Durstgefühl wartet, bis er zum Wasserglas greift, hat oft bereits ein Flüssigkeitsdefizit. Vor allem bei Stress vergessen viele, ihre Flüssigkeitsreserven aufzufüllen.

Ältere Menschen haben einen noch höheren Flüssigkeitsbedarf. Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten ältere Erwachsene insgesamt pro Tag etwa 2,25 Liter Flüssigkeit aufnehmen. Denn bei ihnen wird infolge einer verringerten Konzentrationsfähigkeit der Nieren vermehrt Flüssigkeit ausgeschieden. Doch gerade ältere Menschen trinken häufig weniger, da im Alter das Durstempfinden nachlässt. Oft fürchten ältere Leute auch den aufwändigen Gang zur Toilette.

Kaffee ist besser als sein Ruf

Der menschliche Flüssigkeitsbedarf braucht nicht ausschließlich mit Wasser gedeckt zu werden. Geeignete Durstlöscher sind auch Säfte, Milch und geringe Mengen des jahrelang verkannten Kaffees. Früher galt der Rat, zu jeder Tasse Kaffee die gleiche Menge Wasser zu trinken, da Koffein die Harnproduktion anregt. Jetzt haben Wissenschaftler gezeigt, dass sich der Flüssigkeitsverlust innerhalb eines Tages wieder ausgleicht, wenn der Kaffee in Maßen, das heißt nicht mehr als drei Tassen täglich, getrunken wird. Der Kaffee, natürlich auch als Cappuccino, Latte macchito und so weiter, kann daher zur empfohlenen täglichen Trinkmenge von 1,5 Litern dazugerechnet werden. Kein geeigneter Flüssigkeitslieferant ist Alkohol: Er entzieht dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe – das Durstgefühl steigt.

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