Wenn die Spenderniere versagt – Transplantierte sind lebenslang auf Medikamente angewiesen

Viele Dialysepatienten hoffen auf Lebendspenden von Verwandten und damit auf hohe Gewebeverträglichkeit. Hygiene ist wegen der Infektionsanfälligkeit sehr wichtig.

Rund fünf bis sechs Jahre dauert es in der Regel, bis ein Dialysepatient über die europäische Transplantationszentrale Eurotransplant ein Spenderorgan erhält. Aber nicht immer akzeptiert der Körper die neue Niere. „Bei acht bis neun von 100 transplantierten Patienten versagen die neuen Nieren innerhalb eines Jahres nach der Transplantation, danach jährlich bei rund zwei weiteren Prozent“, weiß Dr. Helmut Bink, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie aus Dortmund.

Gibt es Probleme mit transplantierten Nieren, nennt der Experte folgende Möglichkeiten: Beim akuten Nierentransplantatversagen stellt das Organ unmittelbar nach der Operation, möglicherweise aber auch erst nach Jahren ganz plötzlich seine Funktion ein. Bei der chronischen Abstoßung wehrt sich der Körper über einen längeren Zeitraum gegen die neue Niere. Die Nierenfunktion wird kontinuierlich schlechter, bis der Patient wieder auf die Blutwäsche angewiesen ist. Bei der akuten Reaktion treten Fieber, Entzündungen und/oder Schmerzen im Bereich des Transplantats auf, so dass oft – wenn Medikamente nicht wirken – die transplantierte Niere operativ entfernt werden muss.

Auch Transplantierte dürfen Sport treiben

Nicht jeder hat so viel Glück wie der Fußballprofi Ivan Klasnic, dessen Fall für Schlagzeilen sorgte. Nachdem sein Körper die erste Spenderniere abgestoßen hatte, erhielt er innerhalb kurzer Zeit ein zweites Organ – wie man hört, als Lebendspende eines Verwandten. Arrangiert sich sein Körper mit der neuen Niere, wird der Sportler möglicherweise wieder an alte Leistungen anknüpfen können. „Empfehlenswert ist es allerdings nicht, als Transplantierter in einem Sport aktiv zu sein, bei dem die Gefahr einer Schädigung des Nierentransplantates durch Tritte oder Schläge eines Gegenspielers groß ist“, erläutert Dr. Bink.

Hohe Gewebeverträglichkeit bei Verwandten ersten Grades

Lebendspenden von Verwandten ersten Grades haben eine besonders hohe Chance auf Gewebeverträglichkeit. Hier besteht zudem die Chance, alle erforderlichen Untersuchungen im Vorfeld abzuschließen und die Niere unmittelbar nach Entnahme wieder zu transplantieren. Je schneller das Organ wieder eingepflanzt wird, desto leistungsfähiger ist es im neuen Körper.

Wer eine neue Spenderniere erhält, ist, solange das transplantierte Organ arbeitet, auf Medikamente angewiesen. So genannte Immunsupressiva sorgen dafür, dass der Körper das fremde Organ nicht abstößt.

Hygiene besonders am Anfang wichtig

Der frisch Transplantierte ist anfällig für Infektionen. Das Thema Hygiene spielt deshalb im ersten halben Jahr nach der Operation eine große Rolle. Kontakte zu erkälteten oder kranken Menschen sollten vermieden werden. Bitte den Arzt befragen, ob vorhandene Haustiere Krankheitserreger übertragen können. Worauf Betroffene noch achten sollten: regelmäßige und pünktliche Einnahme der Medikamente, Kontrolluntersuchungen, Fieber- und Blutdruckkontrolle, Körpergewicht, Flüssigkeitszufuhr und –ausscheidung.

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