Wenn Teenager schwanger werden

Jugendliche finden Hilfe in einem Mutter-Kind-Heim. Ein Mutter-Kind-Heim bietet jungen Müttern die Möglichkeit, ihre Ausbildung zu beenden. Dies erfordert jedoch auch einen relativ strikten Tagesablauf.

Jedes Jahr werden viele minderjährige Mädchen in Deutschland schwanger. Oft haben sie keine Berufsausbildung und nicht einmal einen Schulabschluss. Damit die Teenager ihr Leben in geregelte Bahnen bringen können, sind sie auf die Hilfe und Unterstützung von außen angewiesen. Doch was können junge Mädchen tun, von deren Eltern keine Hilfe zu erwarten ist?

Mutter-Kind-Heim

Ein Mutter-Kind-Heim bietet jungen Müttern die Gelegenheit, sich ein stabiles, selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Junge Frauen haben dort nicht nur die Möglichkeit, zu wohnen, sondern ihnen stehen immer eine helfende Hand und Beratung zur Seite. Außerdem bieten die meisten Mutter-Kind-Heime eine psychologisch-therapeutische Betreuung an. Das Personal möchte die Jungendlichen vor allem darauf vorbereiten, selbständig zu leben. So werden die jungen Mütter zum Beispiel unterstützt, die Schule und/oder die Ausbildung zu beenden.

Doch wie kann man einen Platz in einem Mutter-Kind-Heim erhalten? Meistens geschieht dies durch das Jugendamt oder andere Beratungsstellen. Die Heimkosten können durch die Jugendämter oder durch die Träger der Sozialhilfe übernommen werden.

Hinter dem Konzept eines Mutter-Kind-Heimes steht auch die Einbeziehung der Familienangehörigen und der Partner. Dabei ist die Übernachtung des Kindsvaters jedoch nicht gestattet. Und auch sonst müssen sich die Jugendlichen an Regeln halten. Die Mädchen bekommen Hilfe von den Betreuern zum Beispiel bei Behördengängen und sie werden bei der Erziehung des Kindes, beim Einkaufen, beim Geld und bei der Haushaltsführung unterstützt. Außerdem beruht ein Mutter-Kind-Heim auf Gruppenarbeit. Da es dort mehrere Jugendliche gibt, die in der gleichen Situation sind, können sie sich gegenseitig helfen und auch sonst findet man immer einen Ansprechpartner für seine Sorgen.

Viele Heime bieten auch nach dem Aufenthalt noch eine Nachbetreuung an. Auf diese Weise haben die jungen Frauen die Möglichkeit, zu lernen, allmählich alleine zurecht zu kommen.

Der Tagesablauf in einem Mutter-Kind-Heim

Damit sich die jungen Mütter ein geregeltes Leben aufbauen können, müssen sie sich an einen mehr oder weniger strengen Tagesplan halten. Der folgende Abschnitt soll beispielhaft einen Tagesplan darstellen.

Gegen 6 Uhr stehen die jungen Mütter auf. In den folgenden 1-1,5 Stunden müssen sie sich und ihr Kind waschen und anziehen. Danach wird gefrühstückt und das Bett muss gemacht werden. In der Küche bereiten die Mütter schließlich noch das Essen für das Kind für den Vormittag vor. Zwischen 7 und 7:30 Uhr verlassen die Mütter das Haus, um zur Schule oder zum Ausbildungsplatz zu fahren. Dabei versorgen sie sich mittags selbst. Das Kind wird solange von den Betreuern des Mutter-Kind-Heimes versorgt. Wenn die jungen Frauen nachmittags nach Hause kommen, müssen sie sich selbst um ihre Kinder kümmern. Sie müssen ihre Hausaufgaben machen und/oder Arzttermine wahrnehmen. Trotzdem stehen jederzeit ErzieherInnen bereit, um einzuspringen, falls die junge Mutter Probleme hat. Dazu zählt allerdings keine Unlust der Mutter.

Da die Jugendlichen in einer Gemeinschaft leben, werden auch Dienste wie der Küchendienst vergeben. Dieser muss nachmittags einkaufen gehen. Danach wird gekocht und um 18:00 Uhr treffen sich alle zum Abendessen. Abends beginnt dann die Besuchszeit, in der auch der Vater des Kindes kommen darf. Zudem werden auch jeden Monat Fahrten nach Hause eingeplant.

So oder so ähnlich sieht ein Tag in einem Mutter-Kind-Heim aus. Man erkennt, dass alles strukturiert ist. Die Jugendlichen lernen so, sich an Regeln und Absprachen zu halten. Das erfordert natürlich auch Disziplin und Durchhaltevermögen. Aber auf diese Weise können sich die jungen Mütter auf die Selbständigkeit vorbereiten und sie lernen, im Alltag mit ihrem Kind zu leben.

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