Wie Eltern Jugendlichen bei der Tattoo-Motiv-Auswahl helfen

Wenn Eltern ihrem Kind ein Tattoo erlauben, dann sollten sie auch maßgeblich an der Auswahl des Motivs und der Körperstelle beteiligt sein.

Laut wissenschaftlichen Beobachtungen, die schon vor 140 Jahren gemacht wurden, kommen Jugendliche immer früher in die Pubertät und somit in das Abenteuer aufbrausender Gefühle, zu Überreaktionen im Eifer des Gefechts und Emotionen von “Himmel hoch jauchzend” bis “zu Tode betrübt”.

Für Eltern ist das eine Zeit der Gradwanderung, denn während sie einerseits weiterhin bestrebt sind, ihr Kind schützen zu wollen, ist es ihnen auch bewusst, dass dies eine Phase ist, in der der Jugendliche mit starkem Eigensinn seine Freiheit verlangt und jede Einmischung von Seiten der Eltern als Vorwurf, Besserwisserei oder Kontrolle bewertet.

Wenn Eltern ihrem Kind ein Tattoo erlauben

Oft genug fallen Eltern aus allen Wolken, wenn ihr minderjähriges Kind eines Tages beschließt, sich ein Tattoo stechen zu lassen und aufgrund seines jungen Alters eine Erlaubniserklärung der Eltern erwünscht. Genau in diesem Augenblick wird den Eltern klar, dass ihr Kind ganz bewusst beginnt, eigene Wege zu gehen, egal wie unvernünftig und unreif diese auch in den Augen der Eltern erscheinen mögen.

Für Eltern ist ein Tattoo (oder Piercing) ein schmerzvoller und verletzender Eingriff in den Körper ihres Kindes, sodass erst einmal Vorbehalte geäußert werden. Doch sind dann alle Diskussionen und eventuelle Streitigkeiten überstanden und erlauben die Eltern schließlich dem Jugendlichen ein Tattoo, sollten sie auch maßgeblich an der Auswahl des Tattoo-Motivs beteiligt sein und der Entscheidung, an welche Stelle dieses platziert werden soll.

Die Qual der Wahl beim Tattoo-Motiv

Haben es Eltern und Jugendliche nach Wochen oder Monate langem Hin und Her endlich geschafft, sich einig zu werden, steht die Frage aller Fragen aber noch bevor: Welches Motiv hat sich der Jugendliche ausgesucht und können die Eltern damit klar kommen? Wobei als logische Konsequenz dann auch der Ort der Platzierung des Tattoos geklärt werden muss.

Da Jugendliche in vielen Fällen sehr trendorientiert sind, ist es gut möglich, dass sie ein Motiv wählen, das einige Erwachsene schon haben oder von Freunden als besonders cool und modisch angesehen wird. Für Eltern ist dies der Zeitpunkt, zu dem sie behutsam darauf hinweisen, dass ein Tattoo in Verbindung mit gesellschaftlicher Anerkennung und Trendverlauf in der Regel nur von kurzer Begeisterungsdauer ist und Jahre später als Jugendsünde erklärt wird und nicht als eine tiefgründige Symbolik mit einer ganz eigenen Geschichte.

Eltern und Jugendliche suchen gemeinsam das passende Tattoo

Jugendliche, die es wirklich ernst mit dem Tattoo meinen und sich dieses nicht aus Provokation, aus Trotz oder heimlich stechen lassen, sind mitunter sehr offen für die Ratschläge ihrer Eltern und lassen sich auch gerne auf deren Kommentare und Kritik ein.

Für diese Kinder ist die Entscheidung für ein Tattoo eine gut überlegte Möglichkeit, sich selbst auf besondere Art und Weise auszudrücken und haben Eltern dann ein maßgebliches Mitspracherecht, wird dieses Tattoo auch nicht in späteren Jahren als Jugendsünde deklariert werden müssen.

Daher sollten Jugendliche auf Tattoos hingewiesen werden, die zeitlos sind, Ausdrucksstärke darstellen und doch individuell sein können.

Hier eine kleine Auswahl von Oberbegriffen:

  • japanische Zeichen (mit der Bedeutung von Glück, Freude, Stärke, Erfolg…)
  • Tierkreiszeichen
  • Elementesymbole (Sonne – Energie, Erde/Baum – Stärke, Flamme…)
  • Tiere allgemein (Vogel – Freiheit, Schmetterling – Transformation, Fuchs – Intelligenz, Libelle – Leichtigkeit, Elefant – Geduld…)
  • Schriftzeichen (arabisch, sanskrit, chinesisch, persisch, griechisch, elbisch …)
  • Sagengestalten (Fee, Elfe, Drache, Gnom, Einhorn, Zwerg… – Glaube an das Übersinnliche)
  • Blumen (Lotus – Stärke/Liebe, Lilie – Anmut, Rose – Liebe/Geheimnis, Veilchen – Treue)

Für weitere Motive können Fachzeitschriften, Lexika aber auch Tattoo Conventions zu Rate gezogen werden.

Jugendliche sollten die Tattoo-Auswahl langsam angehen

Da ein Tattoo für das ganze Leben ausgesucht wird, sollten Jugendliche langsam und mit sorgfältiger Überlegung an eine Tattooauswahl herangehen. In ihrem jugendlichen Leichtsinn vergessen sie, dass sich ihre Gedanken, ihr Geschmack und ihr Körper im Laufe der Jahre verändern werden. Hier ist wieder der Rat der Eltern gefragt. Sie zeigen mit reiferen Ansichten und Vorausschau die Konsequenzen eines unüberlegten und vorschnellen Tattoos und weisen darauf hin, dass, wenn es schon ein Tattoo sein soll, dieses auch Individualität beinhalten sollte.

Im Zuge dessen ist selbstverständlich auch zu klären, wie groß das Tattoo erwünscht wird und an welcher Stelle des Körpers es seinen Platz findet. Auch hier ist zu berücksichtigen, dass es am besten an eine Stelle kommt, die man eventuell verdecken kann, wenn es von einem zukünftigen Arbeitgeber als störend empfunden wird.

Des Weiteren sind Tattoos im Gesicht, am Hals, im Dekolleté oder auf dem Handrücken gerade am Anfang nicht zu empfehlen, zumal gute und seriöse Tätowierer dies auch im Vorfeld ablehnen.

Ebenso sollte man es mit dem Namen der Person halten, in die der Jugendliche gerade frisch verliebt ist, denn so eine Beziehung hält in der Regel nicht ein ganzes Leben lang. Ein Tattoo aber auf jeden Fall.

 

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