Wie funktioniert Cyber-Mobbing

Die moderne Art des Mobbings findet nicht nur im privaten Leben statt, sondern auch in den Schulen. Mit Handys werden Videos gedreht, die später online stehen. Opfer werden in der Schule sowie im Privatleben gemobbt. Cyber-Mobbing hat unsere Schulen erreicht. Cyber-Mobbing ist nicht nur Thema im Privatleben, auch in der Schule wird es thematisiert. Dabei sind nicht nur Schüler(innen) Opfer von Cyber-Mobbing-Attacken, viel mehr geraten Lehrer ins Visier von Tätern. Portale wie „Spickmich“, bieten den Schülern die Möglichkeit, den Lehrer zu bewerten. Leider fallen diese Beurteilungen oft zum Negativen für die Lehrkraft aus. Hier wird nicht beurteilt sondern nach Sympathie geurteilt. Bereits acht Prozent der Lehrer waren nach einer Studie der GEW (Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft) bereits im Jahre 2007 von Cyber-Mobbing betroffen. Jedoch hat die Studie ebenfalls bewiesen, dass der Großteil von Mobbing unter Gleichaltrigen stattfindet. Altersunabhängig sind die Empfindungen der Opfer, wenn sie den ständigen Attacken ihrer Peiniger ausgeliefert sind. Wut, Verunsicherung und Angst prägen den Alltag.

Cyber-Mobbing unter Schüler(innen)

Cyber-Mobbing ist ein sehr junges Phänomen, es gibt wenige wissenschaftliche Studien die das gesamte Ausmaß beschreiben können. Doch unbestritten ist die Verlagerung des Lebens der Kinder und Jugendlichen ins Netz. Fast Dreiviertel der Kinder und Jugendlichen nutzen Instant Messenger und besuchen mehrmals wöchentlich soziale Netzwerke. Bereits 72 Prozent aller Zwölf- bis19-Jährigen nutzen Online Communities. Die JIM-Studien aus den Jahren 2008 und 2009 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest lieferten diese Ergebnisse. Nach diesen Studien bestätigten ein Viertel der befragten Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren, dass im Bekanntenkreis schon mal jemand von Cyber-Mobbing betroffen gewesen ist.

Doch wie funktioniert Cyber-Mobbing?

Wenn man Cyber-Mobbing verstehen möchte, sollte man einen Blick hinter die Kulissen werfen. Was für ein Nutzen hat diese Art des Mobbings für die Täter?

  1. Mobbing dient in fast allen Fällen als Ventil, um aufgestaute Aggressionen zu entladen.
  2. Sehr oft wird Mobbing benutzt, um sich einen Ruf zu verschaffen, zum Beispiel „cool“ zu sein.
  3. Sehr oft wird Mobbing in Gruppen ausgeführt. Dies stärkt das Gruppengefühl und fördert Mitläufer.
  4. Mobbing ist eine Demonstration von Macht sowie Stärke und wird getätigt, um die Rangordnung herzustellen.
  5. Viele Täter haben Angst, selber Opfer von Mobbing zu werden und mobben aus diesem Grund andere Mitschüler.

Was sind Auslöser oder Anlässe für Cyber-Mobbing?

Es gibt viele Anlässe oder Auslöser für Cyber-Mobbing, aber meistens stehen die Attacken im Zusammenhang mit der „realen“ Welt oder eine langen Vorgeschichte von mangelnder Sympathie. Cyber-Mobbing ist ein Ausdruck für gestörte Kommunikation und fehlende Empathie.

  1. Mobbing gehört nicht selten zum täglichen Leben und bleibt oft von der Gruppe toleriert und ohne Folgen. Leider schauen viele weg, und Opfer trauen sich nicht, sich ihren Peinigern zu stellen, so können Belästigungen über Jahre hinweg andauern.
  2. Auch Konflikte in der Klassengemeinschaft finden den Weg ins Internet. Zum Beispiel der „Klassen-Streber“ wird nicht nur in der Schule beleidigt, sondern via soziale Netzwerke oder SMS von Klassenkameraden verspottet.
  3. Gerade im Teenageralter brechen oft Freundschaften auseinander und ehemals beste Freund(innen) empfinden nur noch Hass- und Rachegefühle für einander. Gerade diese Ursachen können erheblich zum Cyber-Mobbing führen, da die Betreffenden eine Menge Geheimnisse von einander wissen.
  4. Wiederholer oder neue Schüler(innen) können die Klassengemeinschaften verändern und die Rangfolge noch einmal durcheinander wirbeln.

Auch in diesen Fällen ist Prävention das A und O. Beobachten, Zuhören und Handeln sind die wichtigsten Voraussetzungen, um Mobbing oder Cyber-Mobbing entgegenzuwirken. Die Schüler(innen) sollten über mögliche Folgen ihres Handels aufgeklärt werden. In diesem Zuge sollten Lehrer und Eltern gemeinsame Projekttage ins Leben rufen, um dieses komplexe Thema zu behandeln. Sehr oft sind sich Kinder oder Jugendliche nicht im Klaren, welche Folgen und Schäden ihr Handeln ausrichten kann.

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