Wie funktioniert eine Nierentransplantation?

Die Transplantation der Niere. Bauchfelldialyse, Hämodialyse, miserable Kreatinin-Blutwerte und Niereninsuffizienz sind die Vorstufen zur Nierentransplantation.

Der Mensch hat zwei Nieren – sie befinden sich rechts und links mittig neben der Wirbelsäule. Die Nieren sind mitunter für die Entgiftung des Körpers zuständig und sondern „schlechte Stoffe“ durch den Harn ab. Funktioniert eine Niere nicht mehr, ist das nicht weiter tragisch – die andere Niere übernimmt die Tätigkeit mühelos! Manchmal ist es jedoch so, dass beide Nieren nicht mehr arbeiten (können) – sie werden „insuffizient“. Man spricht dann von einer Niereninsuffizienz und der Patient muss, um weiterleben zu können, seine Gifte durch Hämo- oder Bauchfelldialyse aus dem Körper waschen. Außerdem wird er auf die Liste der Organisation „Eurotransplant“ gesetzt. Im Normalfall dialysiert der Patient 4-6 Jahre, bevor er eine Nierenspende erhält.

Doch nicht jeder Niereninsuffiziente benötigt eine neue Niere. Man unterscheidet zwischen „akuter“ und „chronischer“ Niereninsuffizienz. Das akute Nierenversagen kann nach Unfällen, schlimmen Vergiftungen, im Rahmen einer Operation oder nach Blutvergiftung oder starken Entzündungen auftreten. Es kann aber auch durch geeignete Therapien vollständig behandelt werden – im Gegensatz zum chronischen Nierenversagen, das zu dauerhaft bleibenden Schäden führt und den Anlass für eine Nierentransplantation darstellt.

Kann jeder Mensch eine neue Niere erhalten?

Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Transplantation, jedoch darf der Patient nicht an einer unheilbaren Krebserkrankung leiden. Liegt eine nichtbehandelte schwere Infektion vor, oder eine sonstige schwere Erkrankung eines Organs, kann die Transplantation auch abgelehnt werden. Auch im höheren Alter, über 70, wird die Operation oftmals als „zu riskant“ eingestuft. Wenn allerdings die Risiken und der Nutzen abgewägt wurden, wird auch noch in diesem Alter transplantiert. Zu diesem Zweck gibt es von „Eurotransplant“ auch ein spezielles Senioren-Programm: Das „Old-for-Old-Programm“. Ein alter Mensch gibt post mortem einem anderen Menschen sein Organ.

Vier wichtige Faktoren bestimmen die Wartezeit auf die Niere

Die durchschnittliche Wartezeit beträgt 4-6 Jahre. Allerdings sind vier Faktoren dafür zuständig, wie schnell ein Patient das Organ erhält: Die genetische Übereinstimmung zwischen Spender und Patient macht 40% der Entscheidung aus, 30% fällt auf die Wartezeit, 10% fällt auf Personen mit seltenen Gewebemerkmalen und 20% macht die Transportzeit zwischen Spender und Patient aus. Schließlich kann die neue Niere aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Slowenien, Kroatien oder den Niederlanden kommen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren erhalten natürlich einen zusätzlichen Bonus.

Die Verpflanzung der Niere muss innerhalb von 12 Stunden erfolgen

Erhält man den entscheidenden Anruf des Krankenhauses, in dem man sich für die Operation vorbereitet hat (dazu gehören regelmäßige Blutkontrollen und Vorsprachen), muss man auf dem schnellsten Wege dorthin kommen. Die Niere wird auch meist von außerhalb in das Krankenhaus gebracht und sollte innerhalb von 12 Stunden wieder verpflanzt werden. Die Operation dauert meist zwischen 3 und 4 Stunden und zählt mittlerweile zu einem Routineeingriff in vielen Kliniken. Nach 14 Tagen im Spital muss der Patient noch zwei bis drei Monate Belastungen meiden, ist aber dann wieder bereit für ein Leben mit meistens viel mehr Qualität als zuvor.

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