Wie lernen Kinder Konflikte ohne Gewalt zu lösen?

Eltern, Erzieher und Institutionen finden gemeinsame Lösungen. Eine Anleitung, was Erwachsenen tun können, um Kindern zu helfen, sich im Leben zu behaupten – ohne anderen Menschen oder Sachen Gewalt anzutun.

Erwachsene verlangen von Kindern, dass sie sich dem Alter entsprechend entwickeln, und dass sie bis zu 18. Lebensjahr lernen, ein eigenes Leben zu führen. Um das zu erreichen, müssen Kinder Regeln erhalten und ihren positiven Effekt, zum Beispiel Geborgenheit und Anerkennung, erfahren haben. Ihnen muss vermittelt werden, dass Menschen als erstes ihre Sprache nutzen um Konflikte zu lösen.

Kinder brauchen von ihren Eltern wenigstens bis zu ihrem 14. Lebensjahr

  • Aufmerksamkeit
  • Bestätigung
  • Nahrung
  • Unterkunft
  • Schutz

Wenn diese natürlichen Bedürfnisse nicht gestillt werden, entsteht ein berechtigter Hunger danach. Junge Menschen wissen sich oft nicht anders zu helfen als auf diese unhaltbaren Zustände mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft hinzuweisen.

Die verschiedenen Auffassungen von Gewalt

In den Medien ist fast täglich von Konflikten zu hören und zu lesen, weniger darüber, wie sie konstruktiv gelöst werden. Gewalt wird verschieden beurteilt. Menschen, die ihr Leben lang erniedrigt, geschlagen und verhöhnt wurden, reden manchmal erst dann von Gewalt, wenn jemand verletzt oder eine Sache beschädigt wurde.

Wo fängt die Gewaltspirale an?

Gewalt braucht zur Entwicklung einen fruchtbaren Boden. Das anonyme Leben in einer Stadt, die despotische Enge eines dörflichen Lebens, schlechte wirtschaftliche und soziale Verhältnisse, vielfach ohne regulierende soziale Bindungen, tragen, so diagnostizieren Fachleute, viel zu einer Verrohung unserer Gesellschaft bei. Kindern wird vermittelt, dass sie nur dann weiter kommen, wenn sie nach einem Gewinn streben und sich mit ihren Ellenbogen an die Spitze der Gesellschaft durchboxen. Fallen als Zündfunken Hänseleien, ironischen Bemerkungen oder Beleidigungen, Mobbing, Rangeleien und Raufereien darauf, kann, geschürt von einer lange aufgestauten Wut, eine unkontrollierte Effekthandlung entstehen. Traditionelle Werte wie Mitempfinden, Hilfsbereitschaft und Solidarität werden durch solche Verhaltensweisen als unnütz dargestellt und immer mehr verdrängt.

Veränderte Familienstrukturen können Gewalt fördern

Mütter mit kleinen Kindern werden von dem Partner verlassen, Mütter kümmern sich nicht um ihren Nachwuchs, Erwachsene verunglücken tödlich oder sterben an Krankheiten. Wenn alle Arbeiten die in Familien mit Vater und Mutter oft nur mit Mühe zu schultern sind, in Einelternfamilien plötzlich von einer Person erledigt werden müssen, führt das unweigerlich zu Schwierigkeiten. Kinder werden viel zu früh mit Erwachsenenproblemen konfrontiert. Eine Gewaltprävention fängt im Elternhaus an.

Erziehung nicht zu früh aus der Hand geben

Menschen, die einen kleinen Hund oder eine Katze kaufen, legen Wert darauf, dass das kleine Tier so lange bei dem Muttertier bleibt, bis es seine Ausrüstung fürs Leben erhalten hat. Das Junge wurde so lange gesäugt, bis es genügend Abwehrstoffe entwickele um zu überleben, es ist stubenrein, kennt seine Rangordnung und ist in der Lage seinen Platz im Leben einzunehmen. Kinder bekommen, aus unterschiedlichen Gründen, oft nur einen ungenügenden Start ins Leben. Sie erhalten ihre Erziehung nicht in einer Familie, können kein soziales Verhalten in einer Gemeinschaft aufbauen. Diese Erfordernisse, so wird stillschweigend erwartet, sollen, zu einem verspäteten Zeitpunkt, andere Institutionen, wie Kindergarten oder Schule erledigen.

Beobachtung und sofortige Reaktion regulieren Gewalt

Eltern gesunder Kinder können die Vorstufen von Gewalt schon früh beim Kind beobachten und müssen dann regulierend eingreifen. Sie sind auf ihr Kind spezialisiert, weil sie es lieben und in dem Kind sich selbst und eigene Schwächen erkennen. Sie sagen dem Kind, wenn es etwas nicht richtig gemacht hat, vermitteln ihm, dass seine Tat nicht gut war, betonen, dass sie es trotzdem lieb haben und zeigen ihm einen Weg die Tat wieder gut zu machen. auf diesem weg fördern sie seine emotionale Intelligenz. Zum Beispiel nützt es wenig gereizt zu verlangen das Zimmer aufzuräumen, wenn dem Kind die Grundlagen dazu fehlen, es nicht weiß wie es anfangen soll.

Vorbildfunktion der Eltern

Kleine Kinder ahmen Mama und Papa gerne nach. Sie beobachten, welches Verhalten zum Erfolg führt, und wenden es im eigenen Leben an. Kinder mit einem ausgeglichenen Selbstwertgefühl müssen sich nicht mit Gewalt beweisen oder durchsetzen, weil ihre Kinderrechte auch zu Hause berücksichtigt werden.

Diese Verhaltensweisen stärken das Selbstwertgefühl

  • Ein liebevoller Umgang in der Familie miteinander
  • Gegenseitige Zuwendung zeigen
  • Eine konsequente gewaltlose Erziehung
  • Das Anbieten von gewaltfreien Konfliktlösungen
  • Sich für die täglichen Probleme des Kindes interessieren.
  • Freie Zeiten nutzen, um so oft wie möglich mit der Familie zu verbringen
  • Die Wünsche aller Familienmitglieder akzeptiert und berücksichtigen

Den eigenen Medienkonsum kontrollieren

Kinder lernen den Umgang mit Fernsehen und Computern von ihren Eltern. Es ist sinnvoll den eigenen Umgang mit diesen Medien zu kontrollieren um Vorbildhaft Einfluss auf den Medienkonsum des Kindes nehmen zu können. Um mit Kindern über die Inhalte ihrer Sendungen sprechen zu können, ist es sinnvoll, gemeinsam mit ihnen fern zu sehen.

So wird innerhalb der Familie konstruktiv mit Problemen umgegangen

  • Zu eigenen Fehlern stehen und sie wieder gut machen
  • Respekt voreinander haben
  • Dem Kind feste Regeln und Grenzen setzen
  • Darauf eingehen wenn Kinder von Gewalttaten berichten
  • Das Kind anleiten Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen
  • Mit dem Kind über mögliche gefährliche Situationen, wie es sie erkennen und auch meiden kann, sprechen

Plötzliche Veränderung im Verhalten

Eltern sollten aufmerksam werden, wenn ihr Kind plötzliche in seinem Verhalten auffallend anders ist, es ängstlich reagiert, Magen- oder Kopfschmerzen hat oder aggressiv ist. Dann müssen Eltern erreichen, dass ihr Kind sich ihnen anvertraut. Bei Bedrohungen, Erpressungen oder Körperverletzung sollte unbedingt Anzeige bei der Polizei erstattet werden.

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