Wie wirkt Weißdorn – Der Weißdorn und seine Heilwirkung

Herz- und Kreislauferkrankungen – hier ist Weißdorn Mittel der Wahl. Wie wirkt weißdorn auf das herz? Der Weißdorn: Schon in Vorzeiten verehrt, als Herzmittel aber erst im 19. Jahrhundert erkannt. Heute wird er in der Phytotherapie, Homöopathie und Schulmedizin verwendet.

Schon die Kelten, Germanen und die neolithischen Bauern nutzten den Weißdorn als Nahrung und verehrten ihn zudem als heiligen Baum. Offiziell aber wurden die kardiotonischen Qualitäten des Weißdorns erst im 19. Jahrhundert entdeckt. Ein Siegeszug begann, der bis heute kein Ende fand.

Die Geschichte

Dioskurides beschrieb bereits im 1. Jahrhundert nach Christi den Weißdorn als Heilpflanze. Im Mittelalter verwendete man die Früchte gegen Durchfall und starke Monatsblutung; die Steinkerne gegen Nieren- und Gallensteine. Im 19. Jahrhundert führte man in Amerika und Frankreich den Weißdorn als Herzmittel ein. Der irische Arzt Dr. Green war es, der das Mittel als erster verwendete. Seine Praxis geriet zum Wallfahrtsort für Herzpatienten.

Doch auch wenn man die Kraft des Weißdorns wesentlich eher entdeckt hätte, wäre dies wohl auf wenig Interesse gestoßen, waren Herzprobleme vor der industriellen Revolution doch eher kein Thema. Erst mit der Unruhe und Hast, die eine von Maschinen dominierte Gesellschaft mit sich brachte, die den Menschen aus seinem natürlichen Rhythmus riss, kamen Herzprobleme ins Bewusstsein der Mediziner. Heute ist Herzversagen eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt.

Die Nutzung des Weißdorns als Droge

Die verwendeten Pflanzenteile sind Blüten, Blätter und in der Homöopathie die frischen reifen Früchte. Ihre Wirkstoffe sind die Flavonoide, Procyanide, Catechingerbstoffe. Die Mengenverhältnisse und Bestandteile der einzelnen Pflanzenteile unterscheiden sich bei den verschiedenen Crataegus-Arten (über 260), die Wirkung auf das Herz aber ist gleichwertig.

Aufgrund der Dornen möge man beim Sammeln auf seine Hände achten. Die Blüten sind separat zu zupfen oder eine Blüten-Blattmischung kann von den Ästen gestreift werden, beides zu dem Zeitpunkt, wenn sich die Blüten gerade frisch geöffnet haben. Der Weißdorn blüht übrigens zumeist rund um den Maianfang.

Das Sammelgut ist an einem schattigen Ort zu trocknen, der gut durchlüftet ist. Speicher oder Scheunen, auch überdachte nichtsonnige Terrassen eigenen sich hier beispielsweise. Die reifen Früchte können von August bis Oktober gepflückt werden, in der Sonne, an der Heizung oder auch im Backofen bei 50 Grad gut durchgetrocknet werden.

Die Verwendung

Weißdorn ist in unzähligen Fertigpräparaten enthalten und gehört zu den mit Abstand am besten untersuchten Heilpflanzen. Seine Inhaltsstoffe helfen bei Bluthochdruck, leichter Herz- und auch Kreislaufschwäche, wie sie auch oftmals mit zunehmendem Alter auftritt. Man könnte Weißdorn somit fast als Herzpflege für ältere Menschen bezeichnen.

Wer Herzprobleme hat, sollte sich dennoch zunächst in die Hände eines Arztes begeben, um eine ernsthafte und schlimme Erkrankung ausschließen zu können. Weißdorn – in welcher Form auch immer – muss, um seine arzneiliche Wirkung entfalten zu können, mindestens sechs Wochen lang angewendet werden.

Weißdorntee

Weißdorntee bereitet man aus den Blüten oder einer Mischung aus Blüten und Blättern. Einen gehäuften Esslöffel der Droge mit einer Tasse siedendem Wasser übergießen, abgedeckt zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Ein- bis dreimal täglich möge dieser frisch zubereitete Tee getrunken werden. Da dieser langfristig etwas fad schmecken könnte und obendrein recht „fischig“ riecht, kann man ihn beispielsweise mit Apfelschalen, Hagebutten, Johannisblüten oder Malve mischen. Das schmeckt besser, erschwert es allerdings, auf die Tagesdosis zu kommen, wenn man nicht genau darauf achtet.

Die Blätter und Früchte

Im Frühjahr kann man auch die Blätter als Gemüse, Salatbeilage oder für Quark nutzen. Dafür sammelt man die ausgetriebenen Blättchen (die Blüten können auch hinzugefügt werden) und wäscht sie. Mit Frischkäse, Quark oder im Salat schmecken sie ausgezeichnet.

Aus den getrockneten Früchten ist es möglich, einen alkoholischen Auszug zu machen. Dazu müssen die Früchte etwas zerstoßen werden. Dann nehme man einen Teil Früchte, vier Teile Korn oder anderen 40 bis 70 prozentigen Alkohol und gebe diese Mischung in eine Flasche. Das Ganze lasse man mindestens drei Wochen ziehen, schüttele es hier und da. Anschließend ist dieses Gemenge abzuseihen. Medizinisch wirksam ist die Menge von 20 Tropfen, dreimal am Tag. Die Früchte sind im übrigen auch als Marmelade zu verarbeiten. Geschmacklich geben sie in diesem Fall allerdings keine kulinarischen Genüsse her, sodass hier ein Mischen mit anderen Wildfrüchten (Kornelkirsche, Holunderbeeren, Eberesche, Brombeeren) empfehlenswert ist.

Das homöopathische Mittel Crataegus wirkt ebenfalls bei Herz- und Kreislaufstörungen mit Herzschwäche, bei Altersherz, bei Herzrhythmusstörungen und bei Blutdruckunregelmäßigkeiten.

Monographie des Weißdorns

Die Droge sollte nicht ohne ärztliche Diagnose der Herzbeschwerden angewendet werden, da schwerwiegende Herzerkrankungen anders therapiert werden müssen.

  • Inhaltsstoffe: Gerbstoffe (olimere Procanide), Flavonoide
  • Indikation: Prophylaktische Anwendung zur Verhinderung von Herzinsuffizienz, bei beginnender Herzinsuffizienz (Stadium I und II), Durchblutungsförderung der Herzkrankgefäße (Koronarien), bei leichten Formen von Herzrhythmusstörungen einhergehend mit verlangsamtem Puls; leicht blutdrucksenkende Wirkung durch Herabsetzung des Gefäßwiderstandes
  • Kontraindikation: Keine bekannt
  • Nebenwirkungen: Keine bekannt
  • Wechselwirkungen: Keine bekannt
  • Zubereitung: 1 bis 1,5 Gramm (1 TL) Droge auf 150 ml Wasser als Infus; kurmässige Anwendung über mindestens sechs Wochen
  • Die Kommission E hat eine positive Monographie nur für ethanolische Zubereitungen (Ethanolgehalt von 40 bis 80 Prozent) erteilt. Sie fordert die Einhaltung bestimmter Mindestwerte an Procyaniden oder Flavonoiden. Letztere gehen auch in ausreichender Menge in Teezubereitungen über. Für Fertigarzneimittel sind nach Richtlinien des BfArM keine Mindestgehalte an beiden Inhaltsstoffen erforderlich (!)
  • Tagesdosis: Fünf Gramm
  • Sonstiges: Für die mehlig schmeckenden Weißdornfrüchte (von ihnen kommt auch der Name des „Mehlfässchens“ für den Weißdornstrauch) ist die Wirksamkeit zwar nicht offiziell belegt, aber aufgrund des Gehaltes an Procyaniden herzuleiten. In älterer Literatur wird die Verwendung der Weißdornblüten und Blätter auch als nervenberuhigendes Stärkungsmittel beschrieben und der Einsatz bei erhöhter Reizbarkeit und nervös bedingter Schlaflosigkeit empfohlen
  • Fertig-AM: Crataegutt novo Filmtabletten, Crataegus STADA Dragees

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