Worauf es in der Liebe ankommt

Psychologische Studien kommen zu überraschenden Ergebnissen. Das Gefühl Liebe wird oft mißverstanden und mit falschen Erwartungen belastet, wie die hohen Trennungsraten zeigen

1. Zärtlichkeit

Bekanntlich ist in der Psychologie die Statistik sehr wichtig, weil nur dann sinnvolle Aussagen über das Abnormale getroffen werden können, wenn das Normale bekannt ist. In diesem Zusammenhang ist sicherlich überraschend für viele, dass die Zärtlichkeit und nicht die Sexualität bei der Bewertung der Liebe an erster Stelle steht, sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern. Wenn auch bei Frauen etwas ausgeprägter. Zärtlichkeit vermittelt das Gefühl, geborgen zu sein sowie verstanden und geliebt zu werden.

2. Verständnis

An zweiter Stelle bei der Bewertung der Liebe steht das Verständnis. Es ist als Kriterium bei Frauen ebenfalls etwas stärker ausgeprägt als bei Männern. Denn Frauen wollen einfach mal über Sachen reden, während Männer dies so gut wie immer mit Lösungen verbinden wollen. Beiden Geschlechtern daraus einen Vorwurf zu machen, wäre absurd, denn hierbei handelt es sich um das ererbte Verhalten der Vorfahren. Mit Verständnis ist das gegenseitige Verstehen gemeint, aber auch der Grad der Toleranz. Modern ausgedrückt, ist es die Qualität der Kommunikation. Man hat gleiche oder ähnliche Ansichten bei den wichtigsten Themen, jedenfalls kann man sich in der Diskussion ohne Streit annähern. Eine Einigung ist meistens möglich, die abweichende Meinung des anderen wird in Einzelfällen toleriert. In der großen Linie, wie die Partnerschaft verlaufen sollte, ist man grundsätzlich konform.

3. Vertrauen

Den drittwichtigsten Aspekt bei der Bewertung der Liebe, das Vertrauen, halten Männer für leicht relevanter als Frauen. Der Unterschied ist nicht signifigkant und deshalb ist eine Interpretation schwierig. Vertrauen ist auch in anderen Lebensbereichen wichtig und kann grundsätzlich nur relativ langsam erworben werden, aber blitzschnell verspielt sein. Viele Frauen begegnen fremden Männern spürbar mit Misstrauen, draußen mehr als drinnen, in der Dunkelheit mehr als am Tag. Ursache dieser Phobie sind einerseits archaische Ängste, die tief im kollektiven Unterbewußtsein vergraben sind, andererseits aber auch Medienberichte von Gewaltverbrechen durch Männer an Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, zum Opfer zu werden, wird dabei stark überschätzt.

4. Treue

An der vierten Stelle steht dann die Treue. Damit ist die ausschließliche Hinwendung zu einem Partner gemeint, die nicht durch eine gleiche Beziehung zu einem Dritten verletzt wird. Man kann also schon auch zu weiteren Personen ein Vertrauensverhältnis haben, ohne dass ein selbstbewußtes Ich eifersüchtig werden müsste. Wahrscheinlich wissen viele junge Menschen heute nicht, dass der von ihnen manchmal als altmodisch angesehene Wert „Treue“ nicht nur auf das intime sexuelle Verhältnis bezogen ist, sondern auch die Beständigkeit gegenüber Ideen und Dingen sowie die Haltung sich selbst gegenüber beschreibt.

Übereinstimmung, Humor, Erotik, Geduld

Als weitere Begriffe, auf die es bei der Liebe maßgeblich ankommt, gelten den Deutschen Übereinstimmung, Humor, Erotik und Geduld. Es mag überraschen, dass die Erotik den vorletzten

Platz einnimmt, denn in der medialen Darstellung hat der Sex ja eine überragende Position. Der Grund liegt vor allem darin, dass die bunten Bilder einen gewissen Reiz auf den Betrachter ausüben, aber mit der Lebenswirklichkeit der Mehrheit nicht korrespondieren.

Immer der Nase nach

Außerdem fällt auf, dass Übereinstimmung als wichtig angesehen wird, also sich Gegensätze in der Liebe eher nicht anziehen. Aufgrund der Meinungsvielfalt und der Informationsflut tut es offenbar der Liebe gut, wenn sich nicht über alles gestritten werden muss. Allerdings wurde durch neuere Forschung herausgefunden, dass sich Partner zwar grundsätzlich riechen können müssen, aber gerade diejenigen als Lebenspartner wählen, der einen anderen Geruch ausströmt als sie selbst, Insbesondere Frauen sind auf diesem Gebiet sehr empfindlich. Vermutet wird nun, dass diese Wahl mit der Nase dazu dient, sich mit Partnern zu paaren, die sich genetisch deutlich unterscheiden, um dem Nachwuchs unbewusst die Chance zu geben, mehr Vitalität zu entwickeln.

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