Zu Ostern einen Sonnenbrand? Männer mit Glatze brauchen Schutz

Mediziner der Uni Münster raten eindringlich, auch im Frühjahr an einen Sonnenschutz zu denken. Männer mit Glatze sind besonders sonnenbrandgefährdet.

Experten des Hauttumorzentrums des Universitätsklinikums Münster (UKM) mahnen in einer Presseerklärung vom 15. April 2011 einen ausreichenden Sonnenschutz an und den auch schon im Frühling. Zu Beginn der Osterferien in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern weisen sie auf die hohe Strahlungsintensität der Sonne auch vor dem Sommer hin. Männer mit Glatze oder schütterem Haar sind hiervon besonders betroffen, denn exponierte Körperstellen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind, weisen hohe Raten an weißem Hautkrebs auf.

Zu Ostern in die Natur – aber nur mit Sonnenschutz!

Nach den dunklen und kalten Monaten im Winter ist es sehr verständlich, wenn im Frühling alle nach draußen strömen. Ostern 2011 wird wettertechnisch grandios, mit viel Sonne und Temperaturen über 30 Grad. Viele Menschen werden das für erste längere Ausflüge in die Natur nutzen, um Luft und Sonne zu tanken. Aber nicht nur die Pollen verleiden manchem das Outdoor-Vergnügen, im Frühling können auch schon Sonnenbrände auftreten und man sollte deshalb beim Osterausflug den Sonnenschutz nicht vergessen. Den verbinden viele gedanklich zwar erst mit Temperaturen oberhalb von 30 Grad Celsius und Strand, aber das ist nach Ansicht von Prof. Dr. Cord Sunderkötter von der Uni Münster ein Fehler – Sonnenschutz braucht man vordringlich nicht, wenn es warm ist, sondern immer dann, wenn die Sonne scheint. Besonders exponierte Stellen für einen Sonnenbrand sind die Glatze, die oberen Enden der Ohren, der Nasenrücken, die Wangen, das Dekolletee, die Schultern, Hand- und Fußrücken. Ein Sonnenschutz für Kinder erfordert darüber hinaus zusätzliche Maßnahmen.

Den Sonnenbrand auf der Glatze verhindern

Auch im Frühling gilt daher die Sommerregel: die Mittagssonne vermeiden, denn da ist die Strahlung am intensivsten. Zusätzlich sollte man den Körper mit Kleidung vor der Sonne schützen, sowohl am Körper, als auch am Kopf. Glatzen sollte man immer mit einer Mütze bedecken, ein zusätzlicher Sonnenschutz schadet nicht, hält allerdings nicht über Stunden. Das Bedecken mit wenig oder gar nicht lichtdurchlässigen Stoffen ist hier der bessere Weg. Besonders gefährdet ist die Glatze bei Tätigkeiten, bei denen die Strahlkraft der Sonne nicht wahrgenommen wird, im Sommer ist das beim Baden so, da man sich im Wasser abkühlen kann. Im Frühling sind es eher stundenlange Wanderungen und Fahrradtouren, die besonders für Glatzen ein hohes Sonnenbrandpotential mit sich bringen. Zum klassischen Osterausflug sollte also immer auch eine Mütze im Gepäck sein.

Dem Sonnenbrand folgt der weiße Hautkrebs

Vornehmlich an den Stellen, die besonders intensiv und langfristig der Sonne ausgesetzt sind, kommt der weiße Hautkrebs vor. Er ist 16-mal häufiger als der schwarze Hautkrebs, ebenfalls bösartig und weltweit die häufigste Hauttumorart von Menschen mit heller Haut. In Deutschland, Österreich und der Schweiz treten jährlich 250.000 Neuerkrankungen auf.

Da die Kopfhaut und die Wangen typische Stellen für den weißen Hautkrebs sind, liegt den Münsteraner Medizinern besonders am Herzen, Männer mit Glatze oder schütterem Haar auf das Risiko eines Sonnenbrandes auf dem Kopf hinzuweisen. Aufgrund der dünneren Ozonschicht haben die Sonnenstrahlen eine erhöhte Strahlungsintensität und das auch schon im Frühling, diesen veränderten Bedingungen gilt es Rechnung zu tragen.

Wie sieht der weiße Hautkrebs aus?

Der weiße Hautkrebs ist ein Plattenepithelkarzinom, also ein Tumor der oberen Hautschicht. Das sollte aber nicht dazu verleiten, zu glauben, dass er dann schon nicht so schlimm sein kann. Er bildet zwar häufig keine Metastasen, kann aber, wenn er unbemerkt bleibt, tiefer in die Haut wachsen und dabei Gewebe zerstören beziehungsweise zu Funktionsverlust führen. Erkennt man aber die Hautveränderungen früh genug, ist der Verlauf fast immer sehr günstig.

Der weiße Hautkrebs entwickelt sich langsam, so kann man schon bei den Vorstufen therapeutisch eingreifen. Die sogenannte Aktinische Keratose liegt dann vor, wenn die Haut leicht verhornt ist. Sie erinnert eher an nicht abheilende Schürfwunden und wird daher oft nicht einer ärztlichen Behandlung zugeführt. Wenn sich die verhornte Stelle allerdings nach Monaten vergrößert, sollte man aufmerksam werden und den Hautarzt aufsuchen.

Die Gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für Versicherte über 35 Jahre alle zwei Jahre ein Hautkrebsscreening, in diesem wird unter anderem auch nach solchen Veränderungen gesucht. Meist sind Menschen ab dem 60. Lebensjahr vom weißen Hautkrebs betroffen, regelmäßige Solariumgänger und ausgesprochene Sonnenanbeter können allerdings auch schon in jüngeren Jahren erkranken.

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