Adipositas – Definition, Symptome, Folgen, Therapie der Fettsucht

Immer mehr Menschen leiden an Adipositas. Wie sind die Merkmale, ab welchem BMI hat man sie, was sind die Ursachen und wie ist die Behandlung?

Sie ist eine der bekanntesten Krankheiten der Wohlstandsgesellschaft und gilt als Verursacher vieler Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Mellitus und Bluthochdruck. Adipositas, auch Fettsucht genannt, bezeichnet eine übermäßige Erhöhung des Fettanteils am Körpergewicht. Sie ist jedoch zu trennen von dem Begriff Übergewicht, da dieser per Definition die mäßige Zunahme der Körpermasse bezeichnet, was neben Fett auch Muskulatur und Wassergehalt miteinbezieht. Da jedoch Übergewicht auch eine Vorstufe zur Adipositas sein kann, wird es immer häufiger auch als Präadipositas bezeichnet.

Berechnung des Normalgewichts und der Adipositas

Das Normalgewicht wird heutzutage meist durch den aus den USA stammenden Body Mass Index (BMI) bestimmt. Hierbei wird das Körpergewicht in kg durch das Quadrat der Körperlänge in Metern geteilt. Der normale BMI bei Männern beträgt 20-25 bei Frauen 19-24. Ist der Wert in diesem Bereich, kann man von Normalgewicht sprechen. Ein Wert zwischen 25 und 30 wird meist als Übergewicht bezeichnet, ein Wert ab 30 als Adipositas. Den individuellen BMI-Wert kann man heutzutage leicht im Internet per BMI-Rechner berechnen. Diese Werte gelten jedoch nur für Erwachsene, der BMI für Babys und Kinder hat etwas andere Richtwerte.

Die Adipositas lässt sich nach dem BMI noch in drei weitere Grade unterteilen. Grad I besteht bei einem BMI von 30 bis 35. Ab einem BMI von 35 ist Grad II erreicht. Beträgt der BMI über 40, hat man den höchsten Grad erreicht, dieser wird auch als Adipositas per magna oder morbide Adipositas bezeichnet. Die Einteilung der Fettsucht in diese drei Grade spielt auch eine Rolle bei der Auswahl der Therapie. Kann man etwa bei Grad I und teilweise bei Grad II noch alternative Therapie überlegen, stellt die Grad III-Adipositas eine Indikation für einen chirurgischen Eingriff dar.

Epidemiologie und zukünftige Entwicklung

Laut Daten der WHO waren 2005 weltweit rund 1,6 Milliarden Erwachsene, per Definition Personen älter als 15 Jahre, von Übergewicht betroffen und mindestens 400 Millionen litten weltweit unter Fettsucht. Ebenfalls geht die WHO davon aus, dass 2005 mindestens 20 Millionen Kinder unter fünf Jahren weltweit übergewichtig waren. Besorgniserregend ist hierbei auch, dass Übergewicht und Adipositas nicht mehr nur ein Problem in reichen Staaten mit hohem Einkommen sind, sondern dass auch mehr und mehr Länder mit mittlerem und niedrigem Einkommen betroffen sind.

Als Zukunftsprognose für das Jahr 2015 geht die WHO von weltweit über 2,3 Milliarden Erwachsenen aus, die an Übergewicht leiden werden. Die Zahl der von Adipositas-Betroffenen soll bis zu diesem Zeitpunkt auf über 700 Millionen ansteigen.

Auch in Deutschland steigt laut Robert-Koch-Institut die Zahl der von Übergewicht und Adipositas Betroffenen an. Da es jedoch keine Meldepflicht für diese Krankheit gibt, sind genaue Zahlen nur schwer zu berechnen. Es wird davon ausgegangen, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung ein Körpergewicht über dem Normalwert hat.

Ursachen, Symptome und Folgen der Adipositas

Adipositas ist die Folge einer positiven Energiebilanz. Dies bedeutet, es wird mehr Energie zugeführt als vom Körper verbraucht wird. Ebenfalls können genetische und umweltbedingte Faktoren eine begünstigende Rolle bei der Ausbildung einer Fettsucht spielen. Der Faktor einer erhöhten Energiezufuhr bei verminderter körperlicher Aktivität muss aber immer gegeben sein.

Die Beschwerden adipöser Patienten können vielfältig und stark unterschiedlich sein. Ein großer Faktor ist sicherlich die psychische Belastung der diese Patienten ausgesetzt sind. Übergewichtige Menschen sind in der Gesellschaft immer wieder Anlass für Witze und Spott und werden mit ihrer Krankheit weit weniger akzeptiert als das etwa bei den ebenfalls stark vertretenen Rauchern der Fall ist.

Körperliche Symptome kommen vor allem von einer Überbelastung verschiedener Organsysteme. Es kann zu rascher Ermüdbarkeit und Kurzatmigkeit kommen. Auch sind Gelenk- und Wirbelsäulenbeschwerden aufgrund des größeren Gewichts auf das Skelettsystem häufig. Bei ausgeprägter Adipositas kann es vermehrt zu Ödemen, also Wasseransammlungen im Körper, kommen.

Besteht die Fettsucht länger, können sich auch verschiedene Begleit- und Folgeerkrankungen ausbilden. So begünstigt sie etwa die Entstehung von Diabetes mellitus, Gallensteinen und Herzproblemen. Auch kann Adipositas den Gehalt von Harnsäure im Blut erhöhen, wodurch es vermehrt zu Gichtanfällen kommen kann. Dies ist nur eine kleine Auswahl einiger häufiger Erkrankungen, Adipositas kann jedoch bei der Ausbildung einer Vielzahl weiterer Erkrankungen eine Rolle spielen.

Möglichkeiten zur Behandlung der Fettsucht

Grundsätzlich gilt, dass ab einem Übergewicht von mehr als 20% die Adipositas behandlungsbedürftig ist. Bei einem Grad I und einem Grad II, wenn es keine Begleit- oder Folgeerkrankungen gibt, ist der Therapieansatz, eine langfristige Negativierung der Energiebilanz zu erzielen. Es sollte also nach Möglichkeit versucht werden, über einen längeren Zeitraum dem Körper weniger Energie zuzuführen als dieser verbraucht. Meist handelt es sich hierbei um eine Kombination aus Umstellung der Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität. Genaue Therapiepläne sollten aber im Rahmen einer Ernährungsberatung mit einem Ernährungsexperten oder einem Arzt besprochen werden. Ob der Einsatz von Medikamenten bei der Gewichtsreduktion sinnvoll ist, sollte ebenfalls individuell vom Arzt entschieden werden und nicht selbst versucht werden. Es gibt zwar Medikamente, die beim Abnehmen unterstützend helfen können, aber meist ist bei falscher Einnahme der Schaden größer als der Nutzen. Wichtig ist jedoch, dass nicht die rasche Gewichtsabnahme das Ziel ist, sondern ein allmählicher, aber dafür lang anhaltender Gewichtsverlust anzustreben ist.

Ab einer Grad III-Adipositas oder einem Grad II mit gleichzeitigem Vorliegen von Begleiterkrankungen wie Diabetes Mellitus können chirurgische Methoden in Erwägung gezogen werden. Die Möglichkeiten der Behandlung reichen vom Einsetzen eines Magenbandes zur Verkleinerung des Magens, dem Legen eines Magenbypasses zur Umgehung eines Großteils des Magens bis hin zum Anbringen eines Magenschrittmachers. Allerdings gilt auch hier, dass die Therapie individuell mit dem Arzt auf den Patienten zugeschnitten werden muss, da es auch in der Chirurgie nicht die ultimative Therapie der Adipositas gibt.

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