Das Norovirus – Symptome, Ansteckung, Behandlung, Vorbeugung des Magen-Darm-Virus

Der äußerst infektiöse Erreger ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Wer dem unangenehmen Magen-Darm-Virus entgehen will, muß auf höchste Hand- und Toilettenhygiene achten.

Vergleicht man die Zahlen der erfolgten Viruserkrankungen der vergangenen Jahre, kann einem schon mulmig werden. Die Reihe der infizierten Personen steigt von Jahr zu Jahr. Man vermutet, dass sich der Erreger genetisch verändert und es deshalb zu erhöhten Infektionen kommt.

Hier die Zahlen aus Bayern (Quelle: Referat für Umwelt und Gesundheit, München)

2006: 7133 Meldungen

2005: 4826 Meldungen

2004: 3393 Meldungen

2003: 2317 Meldungen

2002: 2335 Meldungen

Da sich die Krankheit insbesondere in der kalten Jahreszeit ausbreitet, erwartet man für die gegenwärtigen Winter neue Spitzenwerte. Vor allem Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Altenheime) sollten höchste Hygienemaßnahmen berücksichtigen. Erkrankten wird empfohlen unbedingt zu Hause zu bleiben und direkten Kontakt nur zur direkten Betreuungsperson zu führen.

Symptome

Der hochinfektiöse Magen-Darm-Virus äußert sich durch Übelkeit, schwallartiges Erbrechen und Durchfall. Auch Bauchkrämpfe, Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen können auftreten. In der Regel dauert die Krankheit 3-4 Tage. Die Inkubationszeit beträgt 24 bis 48 Stunden. Wer Glück hat, erkrankt nur an einem symptomarmen Verlauf, denn auch diese Variante ist möglich. Es gibt sogar Menschen, denen die Krankheit nichts anhaben kann. Ihnen fehlt der Rezeptor für die Noroviren.

Ansteckung

Eine sehr infektiöse Angelegenheit, dieser Virus. Bereits 10 bis 100 Partikelchen des Erregers reichen aus, um betroffen zu sein. Eine Ansteckung kann durch Aerosole während des Erbrechens oder über Viren des ausgeschiedenen Stuhls erfolgen. Auch über Oberflächen und Gegenstände oder durch Aufnahme von Getränken und Lebensmitteln, die mit verunreinigtem Wasser gereinigt wurden, kann man sich infizieren.

Behandlung

Erforderlich ist die reichliche Aufnahme von warmem Wasser oder zuckerfreiem Tee, um den Flüssigkeitshaushalt auszubalancieren. Auch die Gabe von Elektrolyten kann sinnvoll sein.

Vorbeugung und Maßnahmen

Nicht zu glauben, Noroviren fühlen sich im Kühlschrank wohl. Selbst Tiefkühltemperaturen überleben sie lange, ebenso wie mittlere Umgebungstemperatur. Äußerst resistent sind sie sogar gegen Umwelteinflüsse. Klein kriegen kann man sie allerdings mit hohen Temperaturen. Bei Erhitzen auf 80 Grad werden sie inaktiviert bzw. abgetötet. Außerhalb des menschlichen Körpers haben sie übrigens keine Chance zu überleben.

Folgende Maßnahmen und Vorbeugungen sind ratsam:

  • Vermeidung des Kontakts zu Erkrankten
  • sorgfältiges Händewaschen im Haushalt von erkrankten Personen
  • Hände- und Toilettenhygiene
  • Reinigung von Kontaktgegenständen, Handtüchern
  • Von Stuhl oder Erbrochenem kontaminierte Gegenstände (z.B. Toiletten, Waschbecken, Böden, Türgriffe) mit Haushaltsgummihandschuhen reinigen
  • Möglichst wenig Kontakt eines Erkrankten mit restlichen Familienmitgliedern,gefährlich werden kann die Krankheit für alte Menschen und kleine Kinder
  • Geschirrreinigung auf übliche Weise
  • Für andere sollten erkrankte Menschen keine Speisen zubereiten
  • Händewaschen vor dem Essen
  • Bettwäsche, Handtücher und Kleider der Erkrankten bei mindestens 60 Grad mit Vollwaschmittel waschen
  • bis zu zwei Wochen nach der Gesundung kann der Virus über den Stuhl ausgeschieden werden, daher sollten Genesene Hand- und Toilettenhygiene beherzigen.
  • Für Erkrankte gilt: ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr. Nach der akuten Phase langsam feste Kost aufbauen.
  • bei schweren Verläufen einen Arzt kontaktieren

Das Bayerische Landesamt, sowie das Deutsche Ärzteblatt und das Referat für Umwelt und Gesundheit, München geben weitere Informationen.

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