Allergie und Ernährung – Nahrung beeinflusst das Immunsystem

Stoffe in Lebensmitteln, die das Immunsystem schwächen sind zwar bekannt, dennoch sind sie in unserer Ernährung nicht immer komplett auszuschließen.

Neben den allseits bekannten Genussmitteln wie Kaffee, Tee und Alkohol kann es auch durch bestimmte, in Lebensmitteln natürlich enthaltene oder auch zugesetzte, Stoffe zu einer Schwächung unseres Immunsystems kommen. Damit erhöht sich das Risiko, eine allergische Erkrankung zu entwickeln.

Biogene Amine in Lebensmitteln

Im Schrifttum gibt es bereits bis in die Antike zurückreichende Hinweise auf Zusammenhänge zwischen bestimmten Nahrungsmitteln und auftretenden Gesundheitsstörungen. Nach dem Verzehr von Käse wurden beispielsweise Unbehagen, Hitzeanfälle und Kopfschmerzen beobachtet. Deshalb soll schon Hippokrates vor Käsegenuss gewarnt haben.

Biogene Amine können beim Abbau von Eiweißbausteinen entstehen. Die Wirkung biogener Amine basiert auf einer pseudoallergischen Reaktion ohne Nachweis einer spezifischen Sensibilisierung, aber mit den Symptomen einer allergischen Erkrankung.

Als natürliche Bestandteile kommen biogene Amine beispielsweise in

  • Thunfisch,
  • Käse,
  • rohem Gemüse wie Sauerkraut, Spinat, Tomaten und
  • Wein vor.

Zu den bekanntesten biogenen Aminen gehört das Histamin, welches als Mediator die allergischen Reaktionen an den Nervenendungen, den Blutgefäßen und der glatten Muskulatur auslösen kann. Am Abbau von Histamin sind die Schlüsselenzyme Diaminooxidase (DAO) sowie Monoaminooxidase (MAO) beteiligt. Auch scheint die allgemein erhöhte Darmdurchlässigkeit bei Atopikern sowie eine deutlich erhöhte Antigenabsorption, welche unter anderem zur Aktivierung des Komplementsystems und zur Degranulation (gesteigerte Ausschüttung) von Mastzellen und Basophilen führen kann, von pathologischer Bedeutung bei pseudoallergischen Reaktionen zu sein. Die Ursache für die erhöhte Darmdurchlässigkeit liegt in einer Darmdysbiose (Störung der natürlichen Darmfunktion), die bei vielen atopischen Patienten vorliegt und mit einem Überschuss an krank machenden Bakterien und Pilzen und einer Verminderung der gesunden milchsäureproduzierenden Bakterien einhergeht.

Hanf als Bestandteil von Nahrungsmitteln

Der Einsatz von Hanf in Lebensmitteln gewinnt auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Hanfhaltige Produkte vor allem selbst hergestellte Lebensmittel wie

  • Bier,
  • Limonade,
  • Hanfsamenöl,
  • Hanfsamen und daraus hergestellte Lebensmittel

können den rauscherzeugenden Hauptinhaltsstoff der Hanfpflanze, das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Im Normalfall (in der EU gesetzlich geregelt) werden aber für die Herstellung solcher Lebensmittel Pflanzenkulturen heran gezogen, die weniger bis gar nicht rauscherzeugend sind. Im Tierversuch hat sich dieser Stoff dennoch als embryotoxisch erwiesen sowie hormonelle Störungen und immunschwächende Effekte hervorgerufen. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV), eine tägliche Aufnahmemenge von 1-2µg THC je kg Körpergewicht nicht zu überschreiten.

Auf der anderen Seite wurde schon von pharmakologischen Eigenschaften der Hanfpflanze berichtet. Inhaltsstoffe wie THC und Cannabidiol scheinen analgetische und anti-inflammatorische Eigenschaften zu besitzen und sich demzufolge positiv auf Entzündungen auszuwirken. Die gesundheitlichen Folgen des Hanfkonsums tragen jedoch dazu bei, dass dieser therapeutische Effekt bei der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten allergischer Erkrankungen weitgehend vernachlässigt wird.

Homogenisierte Kuhmilch beeinflusst das Immunsystem

Aufgrund von Beobachtungen dänischer Eltern, deren Kinder offenbar nur auf molkereitechnisch behandelte Milch, jedoch nicht auf unbehandelte Milch, allergisch reagierten, beschäftigten sich Wissenschaftler mit dem Einfluss homogenisierter Milch auf das Auftreten eines anaphylaktischen Schocks. Die Untersuchung ergab im Tierversuch eine um das 20fache erhöhte Allergenität von Milch mit 3,5% Fett im Vergleich zu unbehandelter Milch. Die Allergenität der homogenisierten Milch stieg mit zunehmendem Fettgehalt, wohingegen der Fettgehalt unbehandelter Milch keinen Einfluss hatte. Durch 20minütiges Kochen konnte die Allergenität der homogenisierten Milch jedoch gesenkt werden.

Metalle belasten Lebensmittel und schwächen die menschlichen Abwehrkräfte

Mit Metallen belastete Nahrungsmittel können sich negativ auf die Immunfunktionen auswirken. So fand man heraus, dass beispielsweise

  • Cadmium,
  • Kupfer,
  • Blei und
  • Zink

immunhemmende Eigenschaften besitzen. Diese Stoffe sind im Normalfall nur in Spuren in einigen Lebensmitteln enthalten. Eine vollwertige Ernährung basiert auf möglichst unbelasteten, nur gering verarbeiteten Produkten und bietet so die Möglichkeit, diese Stoffe zu meiden.

Zucker als Allergieauslöser?

Eine Studie der obersten amerikanischen Gesundheitsbehörde, der Food and Drug Administration (FDA) ergab, dass durch den Verzehr von Zucker neben Karies keine nachteiligen gesundheitlichen Folgen zu erwarten sind. Anhand der Ergebnisse dieser Studie erhielt der Zucker 1988 den sogenannten GRAS-Status (Generally Recognized As Safe).

Immer wieder wird jedoch von einem Zusammenhang zwischen dem Zuckerkonsum und allergischen Symptomen berichtet. Hoher Zuckerkonsum und dadurch ein Überschuss an Monosacchariden kann sich insgesamt ungünstig auf die Regulation des Hormonhaushalts und damit auf das sich entwickelnde Immunsystem auswirken. Ein hoher Zuckerkonsum kann darüber hinaus zu einer Vermehrung pathogener Keime führen, wodurch es zu einer Verdrängung der erwünschten Bakterien im Darm kommt. Der raffinierte Zucker schädigt also die Darmflora, wodurch die Entstehung von Allergien stark gefördert wird. Um allergischen Reaktionen beziehungsweise einer Schwächung des Immunsystems vorzubeugen, wird allgemein ein verminderter Zuckerkonsum empfohlen.

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