Richtig einkaufen bei Laktoseintoleranz

Welche Lebensmittel bei Unverträglichkeit von Milchprodukten essen. Wer von Laktoseintoleranz betroffen ist, muss noch lange nicht auf genussvolles Schlemmen verzichten. Allerdings heißt es beim Einkauf: Augen auf!

Sobald die Diagnose Laktoseintoleranz gesichert ist, gilt es für alle Betroffenen die Ernährung umzustellen, um den lästigen Symptomen einer Laktoseintoleranz (Bauchschmerzen, Übelkeit, Blähungen etc.) den Garaus zu machen.

Diagnose Laktoseintoleranz: Nie wieder Milchprodukte und -bestandteile?

Natürlich muss niemand komplett auf Milchprodukte und -bestandteile verzichten oder sich nach einem positiven Befund beim Laktose-Toleranz-Test des Arztes sogar vegan ernähren. Mit ein wenig Achtsamkeit beim Einkauf und den richtigen Ratgebern, zum Beispiel dem Buch „Richtig einkaufen bei Laktose-Intoleranz“ von Karin Hofele oder den Einträgen beim Internetportal für Laktoseintoleranz und Nahrungsmittelunverträglichkeiten libase.de, lässt es sich auch bei einer Unverträglichkeit von Laktose sehr gut schlemmen.

In welchen Lebensmitteln ist Laktose enthalten?

Das Offensichtliche zuerst: Laktose ist in unterschiedlichen Mengen natürlich in Milchprodukten wie Milch, Joghurt, Käse, Sahne und ähnlichen Produkten enthalten.

Da die Industrie in den letzten Jahren Menschen mit Laktoseintoleranz als Zielgruppe entdeckt hat, gibt es mittlerweile immer mehr laktosefreie beziehungsweise laktosereduzierte Milchprodukte, unter anderem von Herstellern wie OMIRA (MinusL), Breisgaumilch (LAC lactosefrei) und Grünländer (alle Sorten Schnittkäse sind laktosefrei). Das Sternchen neben dem Begriff „laktosefrei“ auf der Verpackung bedeutet, dass noch ein sehr geringer Rest an Laktose enthalten ist, der aber i.d.R. keine Beschwerden verursacht.

Kuhmilch kann natürlich auch komplett durch Sojamilch oder Reismilch ersetzt werden.

Weniger offensichtlich ist die Verwendung von Milchzucker/Laktose in Fertigprodukten, Wurstwaren, Saucen, Dressing, Gewürzen und ähnlichem. Hier hilft nur, die Zutatenliste gründlich zu studieren. Je weiter eine Zutat am Beginn der Auflistung steht, desto mehr ist sie übrigens in dem Produkt enthalten.

Deklarierungspflicht von Laktose

Auch wenn Laktoseintoleranz keine „richtige“ Allergie ist, muss Milch seit 2005 wie alle Zutaten in Lebensmitteln, die Probleme bereiten könnten, deklariert werden.

Laut Karin Hefele, der Verfasserin von „Richtig einkaufen bei Laktose-Intoleranz“ gehören dazu folgende Stoffe: glutenhaltige Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Schalenfrüchte (Nüsse und Mandeln), Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxid und Milch einschließlich Laktose.

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG) zufolge sieht die Richtlinie der EU die Deklaration von Laktose auf der Verpackung vor, sofern sich das Vorkommen nicht durch die Produktbezeichnung selbst erschließt (zum Beispiel Milch in Milchschokolade).

Richtig einkaufen bei Laktoseintoleranz: Augen auf bei den Zutaten

Auch wenn man ohnehin beim Einkauf auf die Zusammensetzung des Produkts achten sollte – das gründliche Durchlesen der Zutaten lohnt sich bei einer Laktoseintoleranz gleich doppelt. Wo keine problematischen Stoffe wie Laktose, Milchzucker, Sahne etc. ausgewiesen sind, dürfen in Deutschland auch keine enthalten sein.

Steht auf dem Produkt am Ende der Zutatenliste etwas wie „Spuren von Milchprodukten könnten enthalten sein“, bedeutet dies i.d.R., dass in derselben Abfüll- oder Produktionsanlage noch andere Produkte hergestellt werden, die diese Bestandteile haben. Das Risiko, nach dem Genuss von den typischen Symptomen einer Laktoseintoleranz geplagt zu werden, geht gegen Null.

Tipp: Viele frische und unverarbeitete Produkte bei Laktoseintoleranz kaufen

Wer bei einer Laktoseintoleranz viel auf frische und unverarbeitete Produkte setzt, hat es leichter, denn diese enthalten von Natur aus keine Laktose. Dazu gehören Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch sowie Getreide. Konserven und Abgepacktes sind natürlich nicht gemeint!

Buchtipp: Karin Hofele „Richtig einkaufen bei Laktoseintoleranz“

Die Autorin Karin Hofele liefert in ihrem Buch „Richtig einkaufen bei Laktoseintoleranz“ eine Auflistung von über 900 Fertigprodukten und Lebensmitteln, die sie in praktische Kapitel (Milch & Co; Fleisch, Wurst & Co; Für Schleckermäuler; Für die schnelle Küche etc.) einteilt. Mithilfe von einfach zu verstehenden Symbolen wird angegeben, wie gut oder schlecht ein Produkt bei Laktoseintoleranz verträglich ist (drei grüne Sterne – super; roter Blitz – ganz schlecht).

Zudem liefert die Diplom-Oecotrophologin eine kurze Einführung rund um das Thema Laktoseintoleranz und schenkt mit dem Kapitel „Kochen und unterwegs essen“ hilfreiche Tipps und Tricks rund um genussvolle Restaurantbesuche, Dinner-Parties oder auch das eigenhändige Kochen ohne Laktose.

Karin Hofeles „Richtig einkaufen bei Laktoseintoleranz“ ist beim Trias Verlag, Stuttgart, erschienen. Die dritte, überarbeitete Auflage von 2008 umfasst 108 Seiten. Preis: 1 Euro. ISBN 3830434561

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