Alles über Arganöl: Herstellung, Einkauf, Lagerung, Gesundheitswert

Arganöl – die Warenkunde. Arganöl hat in Deutschland noch eine junge Geschichte, aber eine Geschichte mit Zukunft – besonders für Gourmets und Gesundheitsbewusste.

Die Arganie hat mehr als 25 Millionen Jahre auf unserer Erde überlebt, wächst heute aber nur noch an einem Ort: im Südwesten Marokkos zwischen Essaouira und Agadir. Die UNESCO hat dieses Gebiet vor acht Jahren zum Biosphärenreservat erklärt – zum einen, um den Arganbaum vor dem Aussterben zu retten und zum anderen, um den Atlas-Beduinen ihren „Baum des Lebens“ zu erhalten. Der Arganbaum ist ein Überlebenskünstler: auf der Suche nach Wasser können sich seine Wurzeln bis zu 30 Meter tief in den sandigen Steppenboden bohren. Sein Wasserbedarf ist gering, Nebel und Tau reichen oft aus, um zu überleben.

Vielleicht ist es ein Stück dieser Lebenskraft, die der Baum in seinen Früchten speichert und so allen zugänglich macht, die sein Öl, das Arganöl, regelmäßig essen.

Wertvolle Handarbeit: von der Ernte bis zum fertigen Arganöl

Nur alle zwei Jahre trägt die Arganie Früchte. Sie werden zwischen Juli und September in mühsamer Handarbeit geerntet: Die Berberfrauen lesen jede einzelne Frucht, die aussieht wie eine gelbe Pflaume, vom Boden auf. Denn die Früchte direkt vom Baum zu ernten, wäre aufgrund der langen Dornen ein „Dornröschenabenteuer“.

Die Kerne dieser Früchte sind 15-mal so hart wie eine Haselnuss. Sie müssen geknackt werden, um an die wertvollen Samen im Inneren zu kommen. Mit Steinen zerschmettern die Berberinnen die Schale jedes einzelnen Kerns und legen dabei die Samen frei, die aussehen wie kleine Mandeln, nicht größer als ein Sonnenblumenkern.

Die Samen werden über dem Feuer mild geröstet und dann in Steinmühlen von Hand zu einer Paste vermahlen. Aus dieser Paste formen die Berberinnen kleine Kuchen, die sie mit Wasser übergießen und so lange kneten, bis sich das Öl herauslöst. So gewinnen sie aus ca. 30 Kilogramm Samen – die Ernte von ca. 5 Bäumen – einen Liter Arganöl. Das sind eineinhalb Tage harte Handarbeit für nur einen Liter Öl. Der Preis von ca. 60 Euro pro Liter Arganöl lässt sich also nachvollziehen. Insgesamt werden weltweit pro Jahr nur etwa 3-4 Millionen Liter Arganöl hergestellt.

Im Vergleich dazu: Die Olivenöl-Produktion, die weitgehend maschinell abläuft, bringt es auf knapp 3 Milliarden Liter pro Jahr – kein Wunder also, dass sich die Wertschätzung des Arganöles im Preis widerspiegelt.

Arganöl – pure Lebenskraft

Die Berber schätzen Arganöl seit jeher als Medizin, die viele kleine und große Wunden heilt – und die ganz nebenbei jung und fit hält. Neue wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass die Menschen in Marokko seit Jahrtausenden intuitiv mit ihrem Arganöl viel für ihre Gesundheit und ein langes Leben tun. Das Öl übertrifft alle anderen pflanzlichen Öle mit seiner Konzentration an den ungesättigten Fettsäuren Ölsäure und Linolsäure (über 80%), die beide überlebenswichtig – also essentiell – sind. Sie haben einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut und senken das Risiko für eine Arteriosklerose.

Arganöl enthält mehr als doppelt so viele antioxidativ wirksame Tocopherole wie Olivenöl. Antioxidantien sind die Krebs-Schutztruppen schlechthin. Je mehr wir unserem Körper davon zur Verfügung stellen, desto besser kann er sich gegen schädliche Substanzen wie Krebserreger wehren. Ein wichtiges Tocopherol ist Alpha-Tocopherol, das auch als Vitamin E bekannt ist. Wissenschaftler haben im Arganöl auch Gamma- und Delta-Tocopherole entdeckt, die als Antioxidantien sogar noch effektiver sind als das herkömmliche Vitamin E.

Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Saponine und Sterole (v.a. Spinasterol und Schottenol) im Arganöl stärken das Immunsystem. Die Flavonoide Quercetin und Myricetin wirken gegen Bakterien und Pilze. Squalene, die pflanzlichen Vorstufen für unser köpereigenes Cholesterin, wirken aktiv an der Hautoberfläche – halten die Haut geschmeidig und jung und schützen vor Hautkrebs.

Arganöl ist gut für die Haut

Warum Arganöl als Anti-Aging-Faktor wirkt, kann jetzt auch wissenschaftlich belegt werden: Arganöl steigert zum einen die antioxidative Kraft jeder einzelnen Zelle, hält sie dadurch fit und jung. Und zum anderen werden die Zellmembranen weniger anfällig für Peroxidation – der Ursache jedes Alterungsprozesses. Für eine „Anti-Aging-Kur“ mit Arganöl, sollten Sie täglich vor allen Mahlzeiten 2 TL des puren Öls essen.

Arganöl in der Küche

In der orientalischen Küche hat das aromatische Arganöl seit jeher seinen festen Platz. Tajine, Couscous, Taboulé und Salat-Dressings verleiht es mit seinem herb-nussigen und leicht rauchigem Geschmack eine feine exotische und interessante Note. Auch zu Gemüse-, Fisch- und Fleischgerichten passt es hervorragend. Übrigens, in Marokko wird das Öl traditionell zum Frühstück mit frischem Fladenbrot, gehackten Mandeln und Orangenblütenhonig verzehrt. Sehr fein schmeckt es auch als „Blubb“ – z.B. über fertige Salate, Soßen, Pizza oder Fleisch geträufelt.

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