Bakterien und Viren – die Unterschiede

Die Begriffe Bakterium und Virus kennt wohl jeder. Doch nicht viele wissen, was die beiden unterscheidet.

Mit bloßem Auge kann man sie nicht sehen, aber dennoch weiß man, dass sie da sind. Bakterien und Viren gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Lebensräumen und Größen und viele davon existierten bereits, bevor es größere Lebewesen auf der Erde gab.

Die Größe unterscheidet Bakterien von Viren

In der Regel sind Viren wesentlich kleiner als Bakterien. Viren erreichen, je nach Art, eine Größe zwischen 20 und 300 Nanometern. Das ist sehr klein, denn ein Nanometer ist ein Millionstel eines Millimeters und entspricht ungefähr einer Länge von vier Atomen. Das bedeutet, dass man einen Virus nur mit bestimmten hochauflösenden Mikroskopen sehen kann, wie zum Beispiel einem Elekrtonenmikroskop.

Bakterien sind Einzeller und etwas größer als Viren. Viele von ihnen sind schon mit Hilfe eines Lichtmikroskops sichtbar. Durchschnittlich erreicht ein Bakterium eine Größe von einem bis zehn Mikrometern. Ein Mikrometer ist ein Tausendstel eines Millimeters. Riesenbakterien wie Thiospirillum jenese können sogar eine Länge von 50 Mikrometern erreichen.

Der Aufbau ist ein Unterschied zwischen Bakterien und Viren

Bakterien besitzen eine Zellwand aus Murein, Zytoplasma mit einer Zytoplasmamembran und Ribosomen. Das Erbgut des Bakteriums liegt als Bakterienchromosom frei im Zytoplasma. Häufig sind dort andere Formen von DNA enthalten, die sogenannten Plasmide. Häufig besitzen Bakterien eine oder mehrere Geißeln, die zur Fortbewegung dienen.

Viren sind einfacher aufgebaut. Im allgemeinen bestehen sie aus Erbinformation, die in einer Hülle aus Proteinen eingeschlossen ist. Die Verpackung vieler Viren hat eine geometrische Struktur, aufgebaut aus 20 gleichseitigen Dreiecken. Das Hepatitis-Virus hat beispielsweise eine solche Form.

Die Vermehrung von Bakterien

Bakterienzellen vermehren sich in der Regel durch Zellteilung. So entstehen aus einer Mutterzelle zwei Tochterzellen, die sich wiederum nach einer gewissen Zeit selbst teilen. Bevor sich eine Bakterienzelle teilen kann, wird der DNA-Faden des Bakterienchromosoms verdoppelt, so dass zwei Fäden entstehen, die exakt übereinstimmen.

Die Zeit, die eine Bakterienzelle benötigt, um sich zu verdoppeln, wird Generationszeit genannt. Bei vielen Bakterienarten beträgt die Generationszeit nur wenige Minuten. Bei Escherischia coli beispielsweise dauert eine Zellteilung nur etwa 20 Minuten.

Die Vermehrung von Viren

Viren vermehren sich anders als Bakterien. Sie befallen Zellen, die sogenannten Wirtszellen, in die sie ihre eigene Erbinformation einschleusen. So wird die befallene Zelle zu einer „Virenfabrik“ umfunktioniert. Die DNA der Wirtszelle wird umprogrammiert, so dass sie viele weitere Viren produziert.

Die neu produzierten Viren verlassen die Wirtszelle entweder durch Knospung oder durch Lysierung. Bei der Knospung werden Viren abgeschnürt und bei der Lyse platzt die Zellmembran der Wirtszelle. So werden bis zu 500 neue Viren geschaffen, die wiederum andere Zellen befallen.

Viren sind keine Lebewesen

Nach Meinung des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie wird Leben definiert als Summe bestimmter Funktionen. Darüber, welche Funktionen das sind, scheiden sich die Geister. Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass Leben gekennzeichnet ist durch Reproduktion (Fortpflanzung), Stoffwechsel und Mutation (Veränderung).

Viren können zwar mutieren, doch sind sie weder dazu in der Lage, sich ohne Wirtszelle zu vermehren, noch haben sie einen Stoffwechsel, was bei Bakterien jedoch der Fall ist. Nach dieser Definition leben Viren also nicht. Allerdings ist es schwer, eine Grenze zwischen Leben und Nicht-Leben zu ziehen, denn das Leben hat sich erst allmählich entwickelt.

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