Bratlinge: die Alternative zu Frikadellen & Co

Vegetarisch, herzhaft und gesund – aus frischem Gemüse und Getreide. Bratlinge können aus den unterschiedlichsten pflanzlichen Zutaten zubereitet werden. Sie sind nicht nur äußerst gesund, sondern auch ein wahrer Genuss für Groß und Klein.

Einst der Reformküche des Dr. Bircher-Brenner entsprungen, galt der Bratling lange Zeit als absonderliche Erfindung seltsamer, sich fleischlos ernährender Menschen. Dieses Vorurteil ist längst überholt. Vegetarier und ihre Motive für eine fleischlose Ernährung werden heutzutage mehr und mehr akzeptiert. Getreide- und/oder Gemüsebratlinge gehören mittlerweile zum normalen Standard einer vollwertigen Ernährung. Fast jeder Kantinenbetrieb setzt sie von Zeit zu Zeit auf die Speisekarte. Sogar eingefleischte Liebhaber von Frikadellen, Buletten, Hamburgern oder Fleischpflanzerln mussten schon anerkennen, dass vegetarische Bratlinge eine köstliche Alternative sein können.

Der hohe Gesundheitswert von vollem Korn und frischem Gemüse ist jedem bekannt. Kindern wird von klein auf gepredigt, wie gesund ihr Verzehr ist. Allein, manchmal hapert es an der Umsetzung. Und die Kombination von beidem, Getreide-/Gemüsebratlinge, das hört sich nach sehr viel Arbeit an. Verständlich, denn nur der Gedanke an selbstgemachte Kartoffelpuffer/Reibeplätzchen, die im Grunde ja auch Bratlinge sind, treibt jeder Hausfrau und jedem Hausmann den Schweiß auf die Stirn. Und ehrlich gesagt: Bratlinge können ähnlich zeit- und arbeitsaufwändig sein. Doch die Betonung liegt auf können. Zwar sollte man die Menge an Bratlingen großzügig berechnen, da sie weggehen werden wie warme Semmeln – und obendrein auch kalt schmecken, aber man kann sie auch im Backofen zubereiten. Das spart eine Menge Zeit – obschon das portionsweise Braten in der Pfanne bekanntlich auch seinen Reiz hat. Außerdem werden die Bratlinge in der Pfanne doch etwas saftiger. Hier nun ein Rezept.

Dinkel-Gemüse-Bratlinge

Zutaten für ca. 4 Personen:

  • 200 g Dinkelkörner
  • ca. ½ Liter Wasser
  • ein Teelöffel gekörnte Gemüsebrühe
  • 2 kleine Zucchinis
  • 2 Möhren
  • 2 Lauchzwiebeln bzw. Frühlingszwiebeln
  • 2 – 3 Knoblauchzehen
  • 2 Eier
  • Thymian nach Geschmack
  • für mehr Schärfe: Chiliflocken nach Bedarf
  • Salz, weißer Pfeffer
  • für die Bindung: Toastbrot oder Brötchen, Haferflocken, Mehl oder Stärke
  • Olivenöl und/oder Margarine zum Braten oder Backen

Zubereitung:

Den Dinkel in Wasser einweichen (maximal 10 Stunden). Dann bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten garen. Danach die Herdplatte abstellen, die Gemüsebrühe hinzufügen und das Getreide zugedeckt weiterquellen lassen.

Erst jetzt die weiteren Zutaten verarbeiten. Zucchinis, Möhren und Lauchzwiebeln waschen und putzen. Zucchinis und Möhren grob raspeln und in eine Rührschüssel geben. Lauchzwiebeln in feine Ringe schneiden; Knoblauch abziehen, grob hacken, mit Salz bestreuen und einer Gabel zerdrücken. Beides hinzufügen. Den abgekühlten Dinkel ebenfalls zu dem Gemüse geben. Mit Thymian und Pfeffer würzen, ggf. auch mit Chiliflocken. Die Eier aufschlagen und unterrühren. Zuletzt das Bindemittel zugeben und nochmals pikant abschmecken. Die richtige Konsistenz hinzubekommen, bedarf ein wenig Übung: Ist der Teig zu flüssig, zerfällt er, ist er zu fest, leidet der Geschmack. Faustregel: nicht flüssiger als Reibekuchen-, auf keinen Fall fester als Frikadellenteig!

Die Bratlinge von beiden Seiten mit Olivenöl in der Pfanne goldbraun braten oder bei maximal 200 Grad im Backofen garen. Das Garen im Backofen hat außer Zeitersparnis noch den weiteren Vorteil, dass man weniger Fett benötigt. Das Blech wird mit Margarine ausgefettet oder mit Backpapier ausgelegt. Zur Geschmacksverbesserung sollte man jedoch einige Tropfen Olivenöl direkt auf die Bratlinge träufeln. Die Bratlinge zwischendurch einmal wenden.

Unterschiedliche Zutaten sorgen für Abwechslung beim Bratling

Natürlich kann man statt Dinkel auch Grünkern, der etwas würziger schmeckt, oder Gerste, Weizen, Buchweizengrütze und Hirse verwenden. Weitere Geschmacks- und Farbvarianten erreicht man durch unterschiedliche Gemüsesorten, einzeln oder in Kombination. Außer den bereits erwähnten Gemüsesorten eignen sich zum Beispiel Mais, Chilischoten, Sauerkraut, Pilze, Sprossen, Sellerie, Zwiebeln, Paprikawürfelchen, aber auch Blumenkohl, Brokkoli oder getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten. Mit unterschiedlichen Kräutern wie Oregano, Rosmarin, Majoran und Gewürzen wie Ingwer, Curry, Paprika, Piment oder Muskat kann man ebenfalls geschmackliche Variationen erreichen. Auch Käse wie geriebener Emmentaler, Schafskäse oder Gorgonzola verleihen Bratlingen einen besonderen Kick – aber auch mehr Kalorien.

Bratlinge nennt man in der vegetarischen Küche übrigens alles, was auf der Grundlage pflanzlicher Zutaten geformt und gebraten werden kann. Bratlinge kann man also auch auf der Basis von Tofu, Linsen, Polenta, Reis, Kichererbsen(mehl) oder Kartoffeln herstellen.

Varianten für die Zubereitung von Kartoffelpuffern/Reibeplätzchen

Wie gewohnt einen Teig aus geriebenen Kartoffeln, Zwiebeln, Ei, Pfeffer und Salz herstellen, zusätzlich geriebene Möhren zugeben. Die sorgen außer für eine appetitliche Farbe auch für einen ordentlichen Schuss Betacarotin. Oder den Reibekuchenteig mit gut ausgedrücktem Sauerkraut und etwas geriebenem Apfel oder kleingewürfelter Ananas vermischen, braten und ggf. mit Käse überbacken.

Das Putzen und Reiben bzw. Zerkleinern des Gemüses und das Braten der Bratlinge nimmt sicherlich etwas Zeit in Anspruch. Aber gerade Kinder sind stolz, wenn sie mithelfen dürfen und sind meist mit Feuereifer dabei. Und die Mühe lohnt sich. Viele gesunde Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien schlummern in so einem Bratling. Als perfekte Ergänzung eignet sich Salat – und fertig ist eine vollwertige, sättigende, gesunde und leckere Hauptmahlzeit für Groß und Klein. Vielleicht ein Grund mehr, auf vegetarische Kost umzusteigen.

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