Brustkrebs nach den Wechseljahren vermeiden

Auch in höherem Lebensalter können sich Frauen durch einfache Verhaltensänderungen gegen Brustkrebs wappnen.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und Todesursache von Frauen. Das Risiko steigt mit dem Lebensalter. Im Durchschnitt sind Frauen 63 Jahre alt, wenn die Erkrankung ausbricht. Nahe Verwandte mit Brustkrebs, eine frühe erste Monatsblutung und späte Wechseljahre gelten heute als recht sichere Risiken. Doch leider kann sich keiner seine Familie oder seinen Körper selbst aussuchen. Weitere Risiken wie Übergewicht, Alkoholkonsum oder ausreichende Versorgung mit Vitamin D sind jedoch beeinflussbar. Zu der Liste der beeinflussbaren Risikofaktoren kommen zwei weitere hinzu, die Frauen nach den Wechseljahren das Leben leichter machen können.

Befragung von Brustkrebs-Patientinnen und gesunden Frauen

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und im Universitätsklinikum Eppendorf wollten wissen, ob es weitere Möglichkeiten gibt, durch Lebensstil oder Verhalten den Krebs zurückzudrängen. Sie dachten sich einen Fragebogen aus, mittels dessen sie etwa 3000 an Brustkrebs erkrankte und etwa 6000 gesunde Frauen im Rhein-Neckar-Gebiet und aus Hamburg nach ihren Gewohnheiten befragten und sie verglichen. Alle waren zwischen 50 und 74 Jahren alt und hatten die Wechseljahre schon hinter sich. Sie nannten dies „Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung“ und verliehen der Studie das Kürzel MARIE.

Sport hilft bei der Prävention vor Brustkrebs, Hormonpräparate bewirken das Gegenteil

Zu ihrer Überraschung trugen vor allem zwei Verhaltensweisen erheblich zur Vermeidung von Brustkrebs bei: keine Hormonersatztherapie und körperliche Aktivität. Besonders deutlich zeigte sich die Wirkung bei Krebs, der sich schon über seinen Entstehungsort in der Brust im Körper verteilt hatte: Die Wissenschaftler rechneten aus, dass etwa jeder fünfte solche invasive Brustkrebs nach den Wechseljahren auf Hormonpräparate zuzuschreiben sei. Etwa 13 Prozent führten sie auf den Mangel an körperlicher Aktivität zurück. Besonders Frauen mit Brusttumoren, die auf Hormone reagieren, hatten Vorteile durch Bewegung. In der Summe könnte etwa jeder dritte Brustkrebs nach den Wechseljahren verhindert werden.

Individuelle Brustkebs-Prävention

Nicht jede Frau kann oder möchte auf Hormonpräparate verzichten. Vor dem Hintergrund dieser Befragung wäre die Einnahme im Einzelfall zu überdenken. Es ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Nicht jede Frau, die Hormonpräparate einnimmt, erkrankt an Brustkrebs. Wer erkranken wird, ist ebenfalls meist unbekannt. Trotzdem muss sich jede Frau selbst entscheiden. Zur Entscheidungsfindung kann ein Gespräch mit dem Arzt/der Ärztin hilfreich sein. Ähnlich verhält es sich mit Sport. Aus den unterschiedlichsten Gründen bewegt man sich oft nicht ausreichend. Auch hier kommt man um eine persönliche Entscheidung nicht herum. Zwei Aspekte sprechen dafür, es doch zu versuchen: Die neue Studie zeigt, dass Frauen gerade nach den Wechseljahren profitieren und es gibt heute zunehmend passende Sportangebote für jeden Typ. Viele Sportvereine bieten Gesundheitssport an, oftmals ohne erforderliche Vereinsmitgliedschaft. Kurse von speziell für Gesundheitssport geschulten Übungsleitern zum Beispiel für Ausdauersport wie etwa Nordic Walking oder Walking gibt es nicht nur beim Sportverein, sondern oft auch von Sportgeschäften, dem Deutschen Alpenverein oder den Kirchen. Und was spricht dagegen, sich mit Freunden zum gemeinsamen Sport zu verabreden?

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