Büroarbeit und Gesundheitsfolgen

Haltungsschäden und Augenleiden

Computerarbeit kann der Gesundheit langfristig schaden. Augen und Wirbelsäule leiden am meisten unter stundenlanger Arbeit vor dem Bildschirm.

Viele Menschen sitzen den ganzen Tag vor dem Bildschirm, der Computer ist ihr wichtigstes Arbeitsgerät. Das kann langfristig schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen, wenn gewisse Regeln nicht eingehalten werden.

Folgeschäden: Augenleiden

Zunächst leiden die Augen – aber nicht, wie man meinen könnte, wegen der Strahlenbelastung, denn diese ist bei modernen Flachbildschirmen so gut wie gar nicht vorhanden. Vielmehr ist es die Anstrengung, die stundenlanges Arbeiten am Computer mit sich bringt. Es wird dabei nämlich monoton, also ohne die Augen viel zu bewegen, auf eine dunkle Fläche geblickt. Messungen haben ergeben, dass das Bild des Bildschirms nicht sehr hell ist, sondern nur durch das Flimmern heller wirkt. Deshalb blinzelt man (unbewusst) auch nicht so oft, wodurch es zum Austrocknen der Augen kommen kann.

In Folge der optischen Anstrengung und der Trockenheit der Retina (Augennetzhaut) kann es zu verschiedensten Augenerkrankungen kommen. Experten sprechen heute vom sogenannten “Office Eye Syndrome” (Büro-Augen-Syndrom).

Wie man die Augen entlastet

Beschwerden kann vorgebeugt werden, indem man seinen Augen gelegentlich kleine Pausen gönnt. Gut tut ihnen auch das sogenannte “Palmieren” – man reibt die Hände aneinander und legt sie dann auf die geschlossenen Augenlider. Zum Befeuchten der Augen können auch Tränenersatzmittel eingetropft werden.

Für Brillenträger ist wichtig, dass die Gläser ihrer Brille entsprechend angepasst sind.

Krank durch schlechtes Raumklima

Vom “Sick Building Syndrome” (Krankes-Gebäude-Syndrom) ist dann die Rede, wenn es um Krankheiten geht, die von Büroarbeit unter schlechten ergonomischen Bedingungen verursacht werden. Als Auslöser diverser “Sick Building Syndromes” gelten schlechtes Raumklima durch Klimaanlagen sowie die Arbeit am Bildschirm, die sowohl Augen als auch Wirbelsäule belastet.

Symptome der Büroarbeit sind Spannungskopfschmerzen, Trockenheit der Augen und Sehbeschwerden, Nackenschmerzen, Kreuzschmerzen und Haltungsschäden. Auch psychische Beeinträchtigungen wie Niedergeschlagenheit und Unausgeglichenheit sowie psychosomatische Beschwerden wie Magenentzündungen, Hautveränderungen, Schwindelgefühl, Atemprobleme oder Muskelschmerzen gehören dazu.

Wie soll der Bildschirm aufgestellt sein?

Mediziner empfehlen, den Bildschirm blendungsfrei aufzustellen, das heißt, nicht direkt vor dem Fenster, da sich sonst die Augen ständig den unterschiedlichen Lichtverhältnissen anpassen müssen und darunter leiden. Stellen Sie den Monitor auch nicht gegenüber einer Lichtquelle auf, denn da führen die Spiegelungen des Lichts zu einer höheren Belastung für die Augen. Besonders schädlich für die Nackenwirbel- und Muskel ist ein zu hoch aufgestellter Bildschirm. Durch Überstrecken des Kopfes kommt es zu Verspannungen im Nackenbereich und in der Folge zu Kopfschmerzen. Besser ist es, mit leicht nach vorne geneigtem Kopf auf den Monitor zu blicken.

Der ideale Bürosessel

Ein guter Bürosessel ermöglicht eine dauernde Veränderung der Sitzhaltung. Ergonomisch ist er dann, wenn er höhenverstellbar ist und eine Lehne besitzt, die mindestens bis in Schulterhöhe reicht. Die Neigung der Lehne muss veränderbar sein, die Sitzfläche so flexibel, dass sie sich mit den Bewegungen der Person, die darauf sitzt, mit neigt. Wenn der Stuhl zu hoch ist und man den Boden nur mit den Zehenspitzen berührt, so sackt das Blut in die Beine, wodurch Venenerkrankungen und Krampfadern begünstigt werden. Ein ergonomischer Bürosessel muss der Körpergröße angepasst sein – die Füße brauchen festen Widerstand, damit der Transport des Blutes zurück zum Herzen optimal funktioniert. Wenn möglich, sollte man die Beine gelegentlich hoch legen (nicht nur im übertragenen Sinn!), auch das ist durchblutungsfördernd.

Keinesfalls darf man acht Stunden auf dem gleichen Stuhl sitzen, ohne zwischendurch öfter aufzustehen und sich ein wenig zu bewegen – und sei es auch nur bis zum Drucker oder Kopiergerät. Auch stehend telefonieren ist eine willkommene Abwechslung für den Bewegungsapparat des Körpers.

Das ideale Büro

Im idealen Büro arbeiten maximal vier Leute. Auch am Arbeitsplatz braucht man Privatsphäre und Großraumbüros lassen diese kaum zu. Außerdem gilt: je mehr Menschen in einem Raum sind, desto höher der Lärmpegel. Und je mehr Lärm, desto schwieriger ist es, sich zu konzentrieren. Die Einrichtung des Büros sollte ergonomisch sein, die Klimatisierung individuell einstellbar. Jeder sollte seinen eigenen Bereich selbst gestalten und sich im Büro frei bewegen können.

Pausen machen!

Kleine Pausen zwischendurch tun nicht nur den Augen gut, sondern helfen auch, die Muskeln zu entspannen und den Organismus ein wenig in Schwung zu bringen. Verbringen Sie die Pausen, wenn möglich, in frischer Luft oder zumindest in Räumen mit natürlicher Beleuchtung. Entspannen Sie sich ein paar Minuten, bewegen Sie sich aber auch ein wenig. Es gibt eigne, für das Büro entworfene Gymnastikübungen, die dafür sorgen, den Organismus zwischendurch in Schwung zu bringen, Sehnen und Muskeln zu dehnen.

Software zur Pausen-Erinnerung

Sehr nützlich ist eine Software namens Workrave, die man sich im Internet kostenlos downloaden kann. Sie erinnert den Anwender regelmäßig daran, Pausen einzulegen. Denn schmerzt schon das Handgelenk vom Bewegen der Maus oder vom Tippen auf der Tastatur, dann ist eine Pause längst überfällig.

Repetitive Strain Injury (RSI)

sind Schmerzen, die durch die ständige Wiederholung einer gleichen Bewegung ohne großen Kraftaufwand entstehen. Häufig treten die Symptome, die sehr schmerzhaft und langwierig sein können, beim Bedienen der Computermaus oder beim Tippen auf der Tastatur auf. Die beste Vorbeugung ist, monotone Bewegungen immer wieder zu unterbrechen und zwischendurch andere Tätigkeiten ausführen.

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