Das Burnout-Syndrom: Wie man es erkennt und sich davor schützt

Das Burnout-Syndrom hat sich in den letzten Jahren zu einer Volkskrankheit entwickelt. Mit den richtigen Strategien kann man sich davor schützen.

Das Burnout-Syndrom ist keine Krankheit mit eindeutigen diagnostischen Kriterien. Es ist vielmehr ein Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Burnout steht am Ende eines langen Entwicklungsweges, der meist mit idealistischer Begeisterung beginnt, bei dem nach ersten Rückschlägen die Bemühungen noch verstärkt werden, nur noch die Aufgabe zählt, der schließlich zu einem Rückzug von Freunden und Familie führt und in Resignation, Erschöpfung und Depression endet. Sogar zu Selbstmordabsichten kann es kommen. Schleichend entwickelt sich diese Krankheit, es dauert oft Jahre, bis der Betroffene an einem Punkt angelangt ist, an dem nichts mehr geht.

So leise, wie diese Krankheit bei den Patienten entsteht, so still und heimlich hat sie sich zu einer Volkskrankheit entwickelt. Vor zehn Jahren kannte das Burnout-Syndrom noch kaum jemand, heute gehört es zu den häufigsten Erkrankungen. In Deutschland wurden 2010 etwa 100.000 Menschen wegen Burnout krankgeschrieben. Die Tendenz ist stark steigend. Schätzungen besagen, dass beinahe 15% aller Beschäftigten einmal ein Burnout-Syndrom durchlitten haben. Zahlen, die erschrecken und die zeigen, wie wichtig es ist, schon bei ersten Anzeichen dem Burnout entgegen zu steuern.

Wie ein Burnout-Syndrom entsteht und woran man es erkennt

Nach harter Arbeit erschöpft zu sein, ist ganz normal. Hier helfen Urlaub und Erholungsphasen. Wer jedoch im Urlaub nicht mehr entspannen und abschalten kann, der hat womöglich schon den ersten Schritt in Richtung Burnout gemacht. Der Betroffene spürt ein stetiges Steigen des Erfolgsdruckes, er hat den Eindruck, für seinen Einsatz zu wenig zurück zu bekommen. Erschöpfunszustände, Angst, chronische Müdigkeit stellen sich ein, Aggression kommt auf, er fühlt sich innerlich leer und stellt sich immer öfter die Frage nach dem Sinn. Hobbys und soziale Kontakte werden aufgegeben und nicht selten kommen Alkohol und Aufputschmittel ins Spiel. Schon ist man mitten drinnen im Burnout.

Burnout ist schon lange keine Managerkrankheit mehr. Besonders Menschen mit helfenden Berufen, wie Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Lehrer oder Ärzte sind betroffen. Gefährdet sind Menschen, die immer alles perfekt machen wollen, die überaus ehrgeizig sind, die ein Helfersyndrom besitzen, die nicht nein sagen können oder sich schwer tun, mit Stress umzugehen. Sehr oft ist auch die Enttäuschung über die eigene Lebenssituation oder fehlende Anerkennung der eigentliche Grund für ein Burnout-Syndrom.

Wie man ein Burnout-Syndrom vermeidet

Ein Burnout ist ein Warnsignal, in seinem Leben etwas Grundlegendes zu ändern. Wer bereits ein Burnout-Sydrom hat, sollte auf jeden Fall einen Arzt besuchen. Sein Leben sollte man jedoch schon ändern, wenn man die ersten Signale dieser Krankheit spürt. Spätestens dann ist es an der Zeit, seinem Körper mehr Erholung und Entspannung zu gönnen, wobei man Erholung keinesfalls mit Nichtstun verwechseln sollte. Wichtig beim Bekämpfen eines Burnout-Syndroms sind Glückserlebnisse. Nicht gegen die Erschöpfung kämpfen, sondern für mehr Lebensfreude, soll das Motto lauten. Menschen, die glücklich sind und übermäßigen Stress vermeiden, können kein Burnout-Syndrom bekommen. Einen Königgsweg gegen ein Burnout-Syndrom gibt es nicht, es gibt jedoch Strategien, mit denen man ihm vorbeugen oder dessen Symptome abbauen kann:

  • Eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen. Eine Blatt Papier in zwei Spalten teilen, in die linke schreiben, welche Tätigkeiten belasten, in die rechte, welche Freude bereiten. Nun kann man sein Leben dahingehend ändern, dass die rechte Seite ein deutliches Übergewicht erhält.
  • Sich selbst nicht unter Druck setzen. Sätze wie: „Ohne mich geht es nicht“, oder: „Ich darf keinen Fehler machen“, soll es nicht mehr geben. Weiters sollte man die eigenen Bedürfnisse mehr in den Mittelpunkt stellen, nicht immer allen alles recht machen wollen.
  • Klare Ziele definieren. Dabei ein großes Ziel setzen und den Weg dorthin in kleine, leicht bewältigbare Schritte aufteilen.
  • Einen Ausgleich zu den täglichen Belastungen finden. So ein Ausgleich kann aus sportlichen Aktivitäten, aus mentalen Entspannungstechniken, wie Yoga, Meditation etc., aus sozialen Kontakten oder aus sonstigen Hobbys bestehen. Wichtig ist, es macht Spaß.
  • Ein ordentliches Zeitmanagement erstellen. Viele Menschen verbrauchen unnötig viel Zeit für Dinge, die sie nicht weiterbringen, sie verzetteln sich in den vielen kleinen Aufgaben. Dem kann man mit einem schriftlichen Tages-, Wochen- oder Projektplan entgegenwirken. Dabei immer Zeit für das Unerwartete einplanen und Pausen nicht vergessen.
  • Richtig und gesund ernähren. Eine gesunde Ernährung spielt beim Burnout eine größere Rolle als vielfach angenommen. Um möglichst reibungsfrei arbeiten zu können und die Abwehr intakt zu halten, benötigt der Körper sämtliche Vitamine, Ballaststoffe, Fette, Eiweiße und Kohlehydrate.
  • Ausreichend schlafen. Der Schlaf ist und bleibt die beste Regenerationsquelle. Für genügend Schlaf lohnt es sich, auf die eine oder andere Abendbeschäftigung zu verzichten. Wenn es einem möglich ist, sollte man auch regelmäßig einen kurzen Mittagsschlaf halten.

Generell können alle Maßnahmen, die den Stress verringern, helfen, ein Burnout-Syndrom zu verhindern. Wichtig ist ein gesundes Mittelmaß zwischen Belastung und Entlastung, zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Man muss nicht immer alles perfekt machen, alles selbst erledigen und man kann auch einmal nein sagen. Man lebt nicht, um zu arbeiten, sondern man arbeitet, um zu leben. Wenn die Arbeit beginnt, das Leben zu zerstören, dann macht man etwas falsch.

Zu guter Letzt noch ein Spruch aus dem Manager-Magazin 05/2001: „Du weißt nicht mehr, wie die Blumen duften, kennst nur die Arbeit und das Schuften. So gehn sie hin, die schönen Jahre, am Ende liegst Du auf der Bahre. Hinter Dir, da grinst der Tod: Kaputtgerackert … Vollidiot.“

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