Das Kurzprofil in der Bewerbung

Die Zusammenfassung der wesentlichen Pluspunkte des Bewerbers. Neben den obligatorischen Unterlagen wie Anschreiben, Lebenslauf und gegebenenfalls Foto gewinnt das Kurzprofil zunehmend an Bedeutung.

Während es früher üblich war, das Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf oder dem Deckblatt anzubringen, ist es heute oft fester Bestandteil des Kurzprofils. Insgesamt hat das Kurzprofil den Zweck, die Schokoladenseiten des Bewerbers in aller Kürze zusammenzufassen.

Keine Wiederholung des Lebenslaufs

Manche Bewerber neigen dazu, ihren Lebenslauf in stark gekürzter Form im Kurzprofil noch einmal zu wiederholen, so dass die ursprünglich beabsichtigte Wirkung des Kurzprofils hierdurch verloren geht. Wichtig ist vielmehr, individuelle persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten herauszustellen oder seine Kompetenz in einem bestimmten Bereich zu untermauern anstatt noch einmal in Kurzform das zu wiederholen, was der Personalchef genauso gut dem Lebenslauf entnehmen kann.

Sprichwörter als Blickfang im Kurzprofil

Einige Arbeitnehmer fassen ihr Arbeits- und Sozialverhalten beispielsweise mit einem Sprichwort zusammen wie etwa:

  • Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Lernen ist wie Rudern gegen den Strom – sobald man aufhört, treibt man zurück.
  • Es gibt keine Probleme, nur Lösungen, denn Probleme sind Lösungen in Arbeitskleidung.

Kurze Absätze zur Eigendarstellung mit Bezug zum Lebenslauf

Andere wiederum fassen ihr Arbeits- und Sozialverhalten unter kurzen Absätzen zusammen wie etwa „Kompetenz und Erfahrung“ oder „Uneingeschränktes Engagement“. Wichtig ist hierbei, wie bereits oben angesprochen, nicht nur eine pure Wiederholung des Lebenslaufs zu liefern, sondern die wichtigsten Punkte kurz zusammenzufassen – mit Bezug auf die Berufs- und Lebenserfahrung, die idealerweise aus dem Lebenslauf hervorgeht. Lebenslauf und Kurzprofil sollten sich in jedem Fall sinnvoll ergänzen.

Bullet Points als Zusammenfassung der persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften

Es gibt auch die Möglichkeit, seine Person in Aufzählungsform zusammenzufassen, wobei hierbei keine Standard-Floskeln wie „flexibel und belastbar“ verwendet werden sollten. Diese Eigenschaften werden normalerweise bei einem Arbeitnehmer vorausgesetzt. Welcher Bewerber gibt schon offen zu, dass er Veränderungen meidet wie der Teufel das Weihwasser und dass gegen ihn sogar eine Betonwand flexibel wäre? Und wer gibt offen zu, dass er bei erhöhtem Arbeitsaufkommen sofort einen Krankenschein nimmt und am liebsten aus dem Fenster springen würde, wenn der Chef ihn in irgendeiner Form kritisiert – egal, ob berechtigt oder unberechtigt? Auch die Aufzählung von Standards (gute Kenntnisse des MS Office-Pakets, Annahme von Telefonaten, schnelle Erledigung von Kopieraufträgen und so weiter) ist nicht optimal.

Viel wichtiger sind individuelle Eigenschaften, die etwas über den Arbeitnehmer und seine Motivation aussagen. Dazu können etwa Kreativität, Humor, Ideenreichtum, die Fähigkeit, „um die Ecke denken zu können“ und Ähnliches zählen.

Abstimmung auf die Branche

Bei der Erstellung des Kurzprofils ist oft die Branche zu berücksichtigen, an die die Bewerbung versendet werden soll. Bewirbt sich beispielsweise jemand als Assistentin in einer Werbeagentur, sind durchaus die Nennung von Eigenschaften wie Kreativität und hohe Medienaffinität angebracht. Bei einer stockkonservativen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wiederum würde die Nennung solcher Eigenschaften vermutlich eher das Aus bedeuten, weil dort andere Tugenden im Vordergrund stehen. Deshalb ist vor Erstellung einer Bewerbung ohnehin kritisch zu hinterfragen, ob eine Tätigkeit in einem bestimmten Umfeld überhaupt gewünscht ist und ob sie mit den persönlichen Vorlieben übereinstimmt.

Das Wichtigste zum Kurzprofil auf einen Blick

  • auf keinen Fall soll das Kurzprofil eine Seite überschreiten. Der Lebenslauf kann und sollte bei jemandem, der schon einige Jahre oder Jahrzehnte im Berufsleben steht, in jedem Fall länger ausfallen
  • die eigenen Vorzüge sollen kurz und prägnant zusammengefasst werden. Zwar sollte die Nennung im Zusammenhang mit dem Lebenslauf stehen, jedoch keine Wiederholung des Lebenslaufs darstellen
  • neben der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Wünschen an die künftige Tätigkeit sollte die Branche, an die die Bewerbung gerichtet wird, bei der Erstellung mit einbezogen werden.

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