Diabetes und der Zucker – Macht Zucker krank?

Welche Auslöser können einen solchen Diabetes hervorrufen und welche Folgen hat dieser? Immer mehr Deutsche sind vom Diabetes mellitus Typ 2 betroffen.

Etwa 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden bereits an der Krankheit: Diabetes mellitus Typ 2 (Diabetes 2), auch Altersdiabetes genannt. Diabetes mellitus ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Krankheiten, deren Ursachen unterschiedlich sein können. Sie alle betreffen jedoch den Kohlenhydratstoffwechsel und sie alle haben die chronische Erhöhung des Blutzuckerspiegels gemeinsam.

Die Besonderheit beim Diabetes 2 liegt darin, dass bei 90% der Betroffenen eine langjährige Adipositas (Fettsucht; BMI >30) vorausgeht. Aber es gibt auch andere Formen des Diabetes 2, wie beispielsweise den Schwangerschaftsdiabetes.

Macht Zucker krank?

Zucker alleine macht noch nicht krank und außerdem wird Zucker (Haushaltszucker) oft mit den Kohlenhydraten über einen Kamm geschert. Zucker im Sinne von Kohlenhydraten sind beispielsweise Glucose, Fructose und Galaktose. Auch Ballaststoffe gehören zu den Kohlenhydraten. Sie werden jedoch nicht als Energielieferant angerechnet, weil sie meist unverdaut ausgeschieden werden. Damit sind sie besonders wertvoll für die Verdauung.

Wie schon oben angedeutet, ist langjährige Fettsucht Risikofaktor Nummer 1, um an einem Diabetes 2 zu erkranken. Der erhöhte Blutzuckerspiegel bei Diabetikern resultiert daher primär nicht aus einem hohen Zuckerkonsum.

Noch vor etwa 10 Jahren wurde dieser Diabetes-Typ nur älteren, übergewichtigen Erwachsenen zugeordnet. Tatsächlich ist es auch so, dass jede 3.-4. über 70-jährige Person übergewichtig ist, was noch nicht sagt, ob diese auch fettsüchtig ist. Erschreckend ist, dass es auch immer mehr dicke Kinder in Deutschland gibt (jedes 5. ist zu dick). Knapp 2% von ihnen erkranken bereits an Altersdiabetes! Darüber hinaus, sind Personen deren Eltern oder Großeltern an einem Diabetes 2 leiden, ebenfalls besonders gefährdet. Circa 30% der Kinder von Diabetikern entwickeln ebenfalls einen Diabetes 2.

Tückischer Diabetes

Der Typ 2-Diabetes tut nicht weh und er entwickelt sich langsam und schleichend. Erste Symptome, wie Konzentrationsmangel, Müdigkeit, Durst und nicht zu erklärender Gewichtsverlust, sind eher unauffällig. Sie werden besonders bei älteren Menschen auf ihr Alter geschoben.

Aber warum entwickelt sich der Diabetes 2 überhaupt?

Hintergrund hierzu ist, dass die Bauchspeicheldrüse das lebenswichtige Hormon Insulin produziert. Insulin sorgt dafür, dass Glucose in die Zellen aufgenommen werden kann. Es ist sozusagen der Schlüssel für das Schloss. Ohne Insulin – oder bei zu wenig Insulin, kann die Glucose nicht mehr von den Zellen aufgenommen werden und der Blutzuckerspiegel steigt in Folge an.

Dieser Prozess erfolgt nicht von heute auf morgen, sondern über viele Jahre. Besonders bei hohen Fettansammlungen im Bauchbereich (Bauchumfang Männer >100 cm, Frauen > 90 cm), ist das Risiko erhöht. Die Bauchspeicheldrüse produziert ohne Unterlass Insulin, um den Bedarf zu decken, bis es irgendwann eben doch nicht mehr ausreicht. Auch kann die Insulinproduktion ganz zum Erliegen kommen. Nicht selten wird der Diabetes 2 bei einer Routineuntersuchung festgestellt.

Der hohe Blutzuckerspiegel bleibt nicht folgenlos. Das Ausmaß der Krankheit wird durch Spätschäden, wie Nierenschäden oder Durchblutungsstörungen sichtbar, weil der Zucker die Gefäßwände zerstört. Amputationen z.B. von Zehen sind als Folge der Durchblutungsstörung keine Seltenheit bei Diabetikern.

Was tun bei Diabetes 2?

Besteht ein starkes Übergewicht oder eine Fettleibigkeit, so ist eine Gewichtsreduktion unbedingt notwendig. Sportarten wie Schwimmen oder Walken können zudem beim Abnehmprozess helfen. Auch eine psychosoziale Unterstützung kann überaus hilfreich sein. Gemeinsam geht es leichter. Zudem ist eine medikamentöse Therapie unumgänglich. Ob und welche Medikamente notwendig sind, z.B. Insulin, ermittelt der behandelnde Arzt.

Die Ernährung von Diabetikern unterscheidet sich von einer „normalen“ Ernährung in erster Linie durch die kontrollierte Aufnahme von Kohlenhydraten. Sie sollte bei Diabetikern etwa 60 – 70% betragen. Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil wie Vollkornbrot sind zu bevorzugen. Der Proteinanteil sollte 10 – 20% umfassen und der Fettanteil ebenfalls 10 – 20%. Generell sollte bei Fetten auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren zurückgegriffen werden, wie Olivenöl. Bewährt hat sich eine Verteilung der Kohlenhydrate auf 5 – 6 kleine Mahlzeiten.

Bei der Aufstellung eines Diätplans muss besonders darauf geachtet werden, dass die Kohlenhydratzufuhr relativ konstant bleibt, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Eine „Unterzuckerung“ würde sonst beispielsweise zu Zittrigkeit und starkem Herzklopfen führen (im schlimmsten Fall auch zum Coma) und eine „Überzuckerung“ hätte langfristig z.B. eine erhöhte Infektionsgefahr und Hautprobleme zur Folge.

Immerhin: Es gibt eine kleine Chance, dass sich der Diabetes 2 durch eine dauerhafte Gewichtsreduktion wieder zurückbildet.

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