Die erste Konversation: Klischees und Fallen

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit den Klischees und den Fallen, die im Aufbau der Konversation auf einen lauern.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Sie im Laufe Ihrer Konversation beachten sollten, ist das Ausräumen von jeglichen Klischees. Dort gibt es einerseits personen- spezifische Vorurteile, andererseits beruhen einige Aussagen auf den Normen und Werten der Gesellschaft. Ist es aus Höflichkeitsgründen oder basiert es auf sozial- gesellschaftlicher Konversation, sollten Sie sich dieser Fallen bewusst sein.

So ist jedem die eigentliche Begrifflichkeit des Wortes „nett“ bekannt, aber ebenso geläufig ist auch deren Interpretation. Möchten Sie also auf ein nettes Profil ansprechen, räumen Sie fälschliche Interpretationen direkt aus dem Weg.

In Anspielung an den allgemein bekannten Spruch „nett ist der kleine Bruder von schei***!“.

Eine Sache der Höflichkeit ist es bekanntlich, eine Frau nie nach Ihrem Alter zu fragen. Manchmal ist dies jedoch im Internet unumgänglich, verpacken Sie es also in einen kleinen Spruch, wirkt diese Frage schon lange nicht mehr unhöflich, sondern eher gegenteilig.

Hey, nettes Foto, nettes Profil und insgesamt machst du sowieso einen netten Eindruck…und ich meine wirklich NETT und nicht ??nett??, also kein kleiner Bruder von irgendwem!

😀 

Ich bin mir des ungeschriebenen Gesetzes natürlich durchaus bewusst, dass man eine Frau nicht nach ihrem Alter fragt, aber …??

Wenn Sie diese Tipps beachten, sind Sie auf einem guten Weg, sich weiterhin von der Masse zu distanzieren und einen gesonderten Platz im Kopf Ihrer Chatpartnerin einzunehmen.

Passen sie auf bei kontrollierenden Anspielungen oder Fragen, die Ihnen schnell Probleme bereiten können, wenn Sie diese falsch beantworten. Frauen sind unangefochtene Meister darin, etwas humoristisch zu äußern, was Sie jedoch eigentlich todernst meinen. Seien Sie einerseits auf der Hut, vermeiden Sie andererseits diese Anspielungen trocken und sachlich zu beantworten, denn das lässt die Tatsache auffliegen, dass Sie durchschaut haben, welche wahren Absichten hinter dieser pseudohumoristischen Frage stecken. Kommen wir zu einem simplen Beispiel des Konversationsverlaufs. Die Rivalität zwischen Kölnern und Leuten aus Düsseldorf sollte jeder Person ein Begriff sein und dient in unserem Beispiel als Vorlage. Wir nehmen an, Sie stammen aus Köln und Ihre Chatpartnerin aus Düsseldorf.

Mann: Wow, ein sehr tiefgründiges Motto, bin beeindruckt!

Frau: Oh, vielen Dank!!

Mann: Ich muss zugeben, das hätte ich einer Düsseldorferin nie zugetraut! 😉

Frau: Jaja, typisch Kölner! Den Spruch muss ich mir so oft anhören von euch!

Mann: Ja ich weiÿ doch, daher hab ich Ihn ja gebracht, weil ich wusste, dass du ihn häufig und ungern hörst!

Frau: Jaja, den bringst du wohl bei jeder Düsseldorferin, was?

Und da ist der Moment, an dem Vorsicht geboten ist.

Vorher konnte man sich noch relativ souverän aus der Verallgemeinerung „das sagen sie alle“ retten, indem man behauptet, dass genau das der Grund gewesen wäre, weshalb man das gesagt hat, und jetzt steht man vor dieser pseudohumor- voll gemeinten Aussage, dass man diesen Spruch ja regelmäßig tätigt. Niemals die Frau in diesen Belangen bestätigen!

Geben Sie ihr den Eindruck, Sie wär etwas Besonderes (ist sie natürlich auch!), ohne Sie mit ernsten sachlichen Worten zu enttarnen. Worte wie „naja der Spruch zieht aber auch immer wieder!“ würden die Frau in ihrer Meinung bestätigen und könnten fatal enden. „Nein, du bist wirklich die erste und einzige, der ich diesen Spruch sage!“ ist zu Ernst und schreibt ihr einen Stellenwert zu, den Sie nach einigen textuellen Wortwechseln gar nicht haben kann. Es bleiben also die Möglichkeiten ihr mit viel Humor zu widersprechen oder es mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Ironie zu verkaufen.

Sie beweisen Humor und geben ihr einen besonderen Status, ohne zu dick aufzutragen und stets ein Augenzwinkern beisteuern.

Im Allgemeinen lässt sich also festhalten, dass Sarkasmus und Ironie ein bewähr- tes Mittel sind, um Situationen geschickt zu lösen, ohne sich zu sehr in eine Richtung drängen zu lassen. Vor allem Selbstironie zeugt, wenn es in einem gesunden Maß angewandt wird, von einer guten Selbsteinschätzung und lenkt den Verlauf der Gespräche in eine lockere vertraute Bahn. Wichtig ist jedoch, dies wirklich in gesundem Maße zu halten. Wenden Sie zu viel Selbstironie an, kann dies als neurotische Eigenschaft gedeutet werden und zeugt eher von selbstmitleidigen Zügen, die unter einer pseudoverständnisvollen Schale versteckt sind.

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