Die gelungene Moderation in Seminaren

Was charakterisiert einen guten Moderator? Seminare zu moderieren erfordert vom Moderator nicht nur Einfühlungsvermögen und rhetorisches Geschick, sondern auch inhaltliche Neutralität.

Moderation bedeutet Mäßigung. Folglich sollte ein guter Moderator in seinen Seminaren darauf achten, dass er die Teilnehmer weder in eine bestimmte Richtung lenkt noch drängt. Der Pädagoge und Moderationsexperte Josef W. Seifert beschreibt den Moderator in seinem Bestseller und Kommunikationsklassiker „Visualisieren, Präsentieren, Moderieren“ mit den folgenden Worten: „Er versteht sich als Helfer, um nicht zu sagen Diener der Gruppe.“

Das Wesen eines guten Moderators

Das Wesen eines guten Moderators lässt sich vielschichtig beschreiben. Es zeigt sich vor allem in der Art, wie er mit den Teilnehmern in den Seminaren umgeht. Er begegnet ihnen höflich, respektvoll und vorurteilsfrei. Ein guter Moderator ist wissbegierig und versteht es, die gesamte Gruppe zu aktivieren.

Ein guter Moderator regt die Teilnehmer seines Seminars zu einer lebhaften Diskussion an, gibt Impulse für die Ideenfindung und unterstützt sie dabei, eigenverantwortlich zu arbeiten und die Lösungen für die im Seminar vorgestellten Probleme selbst zu finden. Hierbei achtet er darauf, dass die Gewichtung der Redeanteile der Teilnehmer fairen und offen dargestellten Grundsätzen entspricht. Die Redezeit sollte daher gleichmäßig auf alle Teilnehmer verteilt werden.

Bewusstsein für Moderationsmethoden und Fragetechniken

Konsequenterweise ist sich der Moderator über die Wirkung seiner eingesetzten Moderationsmethoden bewusst und er beherrscht diese souverän. Er kann empathisch zuhören, verliert sich jedoch nicht in den emotionalen Folgeaspekten einer Sachdiskussion. Ein guter Moderator weiß, wann er bestimmte Fragetechniken einzusetzen hat und wie er Akzente in der Gesprächsführung schichtet, insbesondere, indem er rhetorische Stilmittel sinnentsprechend einsetzt. Er leitet die Diskussion vorrangig durch Fragen. Er kann die Teilnehmer dazu auffordern, seine Fragestellungen nicht zu umgehen oder konkreter in der Sache zu werden. Er darf Behauptungen oder Positionen anderer zitieren, um vertiefende Antworten der Gruppenteilnehmer einzufordern.

Neutralitätsgebot in der Sache

Der Moderator sollte jedoch dabei berücksichtigen, dass diese Behauptungen nicht als seine eigenen interpretiert werden, denn ein guter Moderator sollte sich in der Sache stets neutral verhalten, er hat aber darauf zu achten, dass die Gruppendiskussion kontinuierlich auf ein Arbeitsergebnis hinarbeitet. Er darf sich also weder einer bestimmten inhaltlichen Position der Teilnehmer beugen, noch sie von seiner persönlichen Ansicht überzeugen wollen. Der Moderator hat während seiner Moderation schlichtweg keine eigene Meinung zu haben. Ein guter Moderator dominiert daher die Gruppe nicht, sondern rückt die Teilnehmer und ihre Ansichten selbst in das Zentrum des Interesses. Er verkneift sich sarkastische und ironisierende Bemerkungen.

Hinreichende Sachkenntnis

Nach Seifert sollte der Moderator zwar kein inhaltlicher Experte hinsichtlich des Seminarthemas sein, er ist jedoch gehalten, sich in die Materie zumindest hineindenken zu können. Der Moderator sollte sich daher im Regelfall sorgfältig über das anstehende Seminarthema informieren.

Einbeziehung aller Teilnehmer

Ein guter Moderator steht außerhalb der Gruppe und schafft so günstige Rahmenbedingungen für eine fruchtbare Diskussion. Seifert fordert, dass ein guter Moderator sich stets darum bemüht, alle Gruppenmitglieder aktiv in die Arbeit einzubeziehen. Dies geschieht dadurch, dass er vor jedem Moderationsschritt der Gruppe sein methodisches Vorgehen erklärt und dafür deren Einverständnis einholt.

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