Die Infektionskrankheit Tuberkulose

Wer an hartnäckigem Husten, Fieber, Müdigkeit oder Nachtschweiß leidet, sollte auch an Tuberkulose denken!

Viele glauben, die Tuberkulose sei in den hochentwickelten Industrieländern wie Deutschland keine Gefahr mehr – höchstens noch in Afrika. Doch auch in Deutschland erkranken jährlich noch mehrere Tausend Menschen an der gefährlichen Infektionskrankheit. Im Jahr 2008 zählte das Robert-Koch-Institut hierzulande insgesamt 4.543 Fälle. Weltweit gesehen sind das natürlich wenige: Laut WHO starben im gleichen Jahr rund 1,8 Millionen Menschen weltweit an der TB – mehr als an jeder anderen Infektionskrankheit.

Das Mycobacterium tuberculosis

Auslöser der Krankheit ist das Mycobacterium tuberculosis, das meist die Lungen befällt. Unbehandelt führt die TB in mehr als der Hälfte der Fälle zum Tod. Werden Bakterien im Auswurf der Patienten ausgeschieden, handelt es sich um die „offene“ TB, die stark ansteckend ist. Eine zweite Form ist die geschlossene Tuberkulose. Hier hat das tuberkulöse Gewebe keine Verbindung zu den Bronchien. Daher werden keine Tuberkulosebakterien ausgehustet. Das ist für die Angehörigen beruhigend, für den Erkrankten macht es hingegen keinen Unterschied. Es gibt auch noch die extrapulmonale Tuberkulose, die sich nicht in der Lunge angesetzt hat und andere Organe betrifft. Tuberkulosebakterien können über den Blutweg mehrere Organe gleichzeitig befallen. An diesen Stellen bilden sich kleine Knötchen.

Doch nicht jeder, der die Bakterien einatmet, erkrankt. 90 bis 95 Prozent werden durch den Kontakt mit den Bakterien immunisiert und auch vor einer späteren Infektion geschützt.

Die Symptome einer TB

Die Symptome einer Tuberkulose-Erkrankung sind zunächst nicht eindeutig. Die Betroffenen klagen über allgemeine Beschwerden wie Hüsteln, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, leichtes Fieber, Stechen in der Brust und Nachtschweiß. Es kommt sogar vor, dass Erkrankte keine Beschwerden haben. Das ist besonders gefährlich, weil sich so die Infektion im Körper ausbreiten kann und die Umgebung einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt ist.

Wie man eine TB diagnostiziert und behandelt

Erster Schritt zur Diagnose ist der Tuberkulin-Test, ein Hauttest am Unterarm. Hat sich der Patient mit TB angesteckt, bildet sich nach einigen Tagen an der Teststelle ein kleines Knötchen. Der Test ist positiv. Da der Tuberkulin-Test oft falsch positiv oder falsch negativ ausfällt, sind eine Röntgenaufnahme der Lunge und die bakteriologische Untersuchung von Auswurf, Magensaft und Urin weitere wichtige Untersuchungen. Manchmal ist zur endgültigen Klärung des Krankheitsbildes auch noch eine Lungenspiegelung nötig.

Stellt der Arzt eine TB fest, zielt die Behandlung darauf ab, die Bakterien abzutöten. Die Therapie dauert mindestens ein halbes Jahr, obwohl es mittlerweile zuverlässige Medikamente gibt. Früher hatte man die Erkrankten in Sanatorien untergebracht und auf Besserung gehofft, jetzt muss der Patient am Anfang der Behandlung vier verschiedene Medikamente gleichzeitig einnehmen. Erst nach sechs Wochen wird reduziert. Die Behandlung kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Allerdings ist Tuberkulose nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

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