Die Rollkur – Hausmittel bei Gastritis und Magengeschwür

Wie funktioniert eine rollkur?

Etwas umständlich, aber hoch wirksam: eine Rollkur kann eine Magenschleimhautentzündung und ein Magengeschwür ausheilen lassen.

Eine Magenschleimhautentzündung ist eine akute oder auch chronisch verlaufende Entzündung der inneren Magenschicht. Nähere Informationen zu Ursache, Symptome und Therapie im Artikel: Akute und chronische Magenschleimhautentzündung. Bei einer chronischen Gastritis insbesondere vom Typ A und Typ B gehören die Auslöser zwar primär in ärztliche Behandlung, begleitend können sie jedoch auch mit altbewährten Hausmitteln unterstützt werden.

Ein Magengeschwür kann sich leicht aus einer Magenschleimhautentzündung heraus entwickeln, und zwar wenn die Entzündung so stark ist, dass sie die Schleimhaut schädigt. Ein Geschwür, in der medizinischen Terminologie auch Ulcus genannt, kann man sich wie eine Wunde vorstellen, die oberflächlich, aber auch tief sein kann. Bei einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür bedeutet dies, dass einerseits nur die oberste Schleimhautschicht betroffen ist, der Defekt aber auch bis in die tiefen Muskelschichten reichen kann.

Rollkur mit Kamillentee

Zur Behandlung einer Magenschleimhautentzündung ist die Kamille bestens geeignet. Ihre entzündungshemmende Wirkung ist Interessenten der Pflanzenmedizin gut bekannt, weniger jedoch, dass sie auch schleimhautregenerierende Eigenschaften hat. Kamille kann allein mehrmals täglich als Tee getrunken werden. Verstärkt wird die Wirkung jedoch in der Anwendung über eine Rollkur.

Bei der Kamillenrollkur wird eine große Tasse Tee auf leeren Magen getrunken. Dann sollte sich jeweils fünf bis zehn Minuten hingelegt werden und zwar zuerst auf den Rücken, anschließend auf die linke, dann auf die rechte Seite und zum Schluss auf den Bauch. Mit dieser Prozedur ist gewährleistet, dass die gesamte Magenschleimhaut ausgiebigen Kontakt mit der heilenden Kamille hat. Die Rollkur sollte am besten zweimal täglich durchgeführt werden. Bei akuter Gastritis bis zum Verschwinden der Symptomatik, bei chronischer Magenschleimhautentzündung über einen Zeitraum von wenigstens vier Wochen. Die günstigste Zeit für die erste Rollkur des Tages ist in der Früh direkt nach dem Aufwachen, da dort der Magen leer ist, vorausgesetzt natürlich, es finden keine nächtlichen Kühlschrankplünderungen statt. Die zweite Rollkur kann nach einer vierstündiger Nahrungskarenz gemacht werden. Je nach Menge und Konsistenz der vorher aufgenommenen Mahlzeit können zwar durchaus noch Essensreste im Magen sein, jedoch sind diese durchaus tolerabel.

Rollkur mit Kohlsaft

Weißkohl ist nicht nur ein wohlschmeckendes Gemüse, sondern auch als Heilmittel vielseitig einsetzbar. Äußerlich als Kohlauflage oder Kohlwickel zur Behandlung von Hautentzündungen und rheumatischen Beschwerden, innerlich als Rollkur bei Magen- und auch Zwölffingerdarmgeschwüren.

In den 1950er Jahren entdeckte der amerikanisch Forscher Garnett Cheney im Kohl große Mengen eines Eiweißbausteins, der eine heilende Wirkung bei Magen- und Darmgeschwüren hat. Dieser Eiweißbaustein erhielt den Namen Anti-Ulcus-Faktor und wird manchmal auch Vitamin U genannt. Der Anti-Ulcus-Faktor ist hitzeempfindlich, dies bedeutet, der Saft muss frisch gepresst werden. Eine Abkochung der Kohlblätter bringt nicht denselben Effekt. Wer keine Saftpresse besitzt, kann den Saft auch in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen, allerdings rentiert sich die Anschaffung einer Presse vom Preis her nach kurzer Zeit.

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