Endlagerung von Kohlendioxid

Wo und wie kann das Treibhausgas endgültig gelagert werden? Kraftwerke mit Kohlendioxidabscheidung werden kommen. Viele 1000t Kohlendioxid müssen sicher und zu möglichst niedrigen Kosten gelagert werden.

Derzeit werden weltweit bei Verbrennungsprozessen über 25 Gigatonnen (Gt) Kohlendioxid erzeugt und in die Erdatmosphäre entlassen. Kraftwerke mit Kohlendioxidabscheidung können diese Emissionen kräftig senken. Aber die abgeschiedenen Kohlendioxidmengen sind riesig. Und sie müssen so gelagert werden, dass sie nicht nach kurzer Zeit doch noch in die Atmosphäre entweichen.

Öl- und Gasreservoir

Ausgebeutete Öl- und Gasfelder oder auch noch in der Förderung befindliche Felder bieten sich an, um größere Mengen Kohlendioxid einzulagern. Teilweise wird heute schon Kohlendioxid genutzt, um die Fördermengen zu erhöhen. Ein Versuchprojekt für die Nutzung eines ehemaligen Erdgaslagers läuft derzeit bei Ketzin im Land Brandenburg.

Salzwasser-Aquifere

In tieferen porösen Gesteinsschichten der Kontinente gibt es große Salzwasser-Aquifere. Diese sind nach Meinung vieler Geologen ideale Speicherorte für die großen Mengen von Kohlendioxid. Aber es bestehen auch Vorbehalte gegen diese Speicherform. Es wird befürchtet, dass die Lagerstätten nicht dauerhaft dicht sind und dass die mit dem Wasser gebildete Kohlensäure das Gestein in der Lagerstätte angreift und so irgendwann ein Austritt des Kohlendioxids in die Atmosphäre erfolgt.

Ein Salzwasser-Aquifer wird heute bereits durch die Firma Statoil genutzt. Bei der Erdgasförderung in der Nordsee fällt teilweise neben dem Methan auch Kohlendioxid in großen Mengen an. Dies wird in einen Salzwasser-Aquifer unter der Nordsee verbracht. Das Verhalten dieses Lagers wird durch ein Forschungsprogramm überwacht.

Kohleflöze

In ihnen ließen sich erhebliche Kohlendioxidmengen einlagern. Allerdings wird der Sicherheitsgrad eher niedrig eingeschätzt. Diese Lagerform wird wohl nicht die erste Wahl werden.

Hohlräume in der Erde

Natürliche Hohlräume oder vom Menschen erzeugte Hohlräume bieten sich nach Abschluss ihrer ursprünglichen Nutzung zur Einlagerung an. Aber die dauerhafte Abdichtung solcher Hohlräume wird wohl in vielen Fällen nicht zu vertretbaren Kosten zu erreichen sein.

Lösung im Meerwasser

Eine einfache Problemlösung, die aber wohl für die großen zu erwartenden Mengen nicht akzeptabel ist. So ist einerseits zu vermuten, dass das Meerwasser relativ schnell wieder Kohlendioxid in die Atmosphäre emittiert. Dann wäre für das Klima nur eine Atempause erreicht worden. Andererseits würde das eingebrachte Kohlendioxid das Meerwasser saurer werden lassen. Fauna und Flora im Meer würden davon tangiert.

Unter dem Strich wird die Lösung von Kohlendioxid im Meerwasser nur in Einzelfällen akzeptabel sein.

Tiefseelagerung

Alternativ zur Lösung im oberflächennahen Meerwasser wird der Vorschlag diskutiert, das Kohlendioxid tief im Ozean in Tiefseepools zu lagern. Hier ergeben sich sehr große Lagerkapazitäten, aber auch große Fragezeichen hinsichtlich der langfristigen Sicherheit und Auswirkung auf die Umgebung. Es besteht noch erheblicher Forschungsbedarf, bevor an diese Lagerform gedacht werden kann. Außerdem wird sie unter allen Lageralternativen als die teuerste Lösung angesehen.

Situation in Deutschland

Es wird geschätzt, dass in Gasfeldern ca. 2,56 Gt Kohlendioxid eingelagert werden können. Die Kapazität der Salzwasser-Aquifere wird auf 22,8 bis 43,5 Gt Kohlendioxid geschätzt. Da sind konkrete geologische Untersuchungen nötig, ob eine solche Lagerstätte auch für diesen Zweck wirklich nutzbar ist.

Schon allein die Lagerkapazität der ausgebeuteten Gasfelder in Deutschland dürfte genügen, um hier aus Kraftwerken abgeschiedenen Kohlendioxidmengen über mehrere Jahrzehnte aufzunehmen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es in Deutschland gelingt, umweltpolitisch akzeptable und hinreichend große Lagerstätten zu finden, um die Technik der Kohlendioxidabscheidung für Kraftwerke nutzen zu können.

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