Erste Schritte zum Yoga

Der passende Yogakurs. Yoga ist sehr vielfältig und zugleich sehr individuell – das ist zwar gut, kann anfangs aber auch verwirren.

Yoga verbreitet sich zwar zusehends in der westlichen Welt, dennoch können sich viele Menschen kaum etwas darunter vorstellen. Der Trend zum Yoga wird allerdings immer größer, weshalb das Interesse des Einzelnen auch steigen mag, er aber nicht genau weiß, wo und wie er es am besten anfangen könnte. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Yogastudios, Videos und DVDs, Bücher, Fitnessstudios, Volkshochschulkurse, Unikurse, Yogareisen, und und und.

Yoga kann jeder üben, es bedarf keiner besonderen Voraussetzungen. Sich jedoch wahllos an diesen Angeboten zu bedienen, kann die Lust auf Yoga für immer vertreiben, im schlimmsten Fall aber gesundheitlich schaden. Also wie beginnt man als zivilisierter westlicher Mensch seinen Weg ins fernöstliche Yoga?

Als Erstes muss man sich darüber klar werden, was man sich vom Yoga verspricht: körperliche Anstrengung, Verbesserung der Gesundheit oder Stressabbau und Meditation. Alle drei Bereiche sind Teil einer jeden Yogapraxis, allerdings sind die Schwerpunkte unterschiedlich gesetzt.

Yogakurse

Menschen, die keine gesundheitlichen Beschwerden haben und Yoga zur Verbesserung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit nutzen möchten, sollten es zunächst in einem Fitness-Studio versuchen. Yogastudios, in denen hin und wieder Mantren und Ohms gesungen werden, können anfangs befremdlich und abschreckend wirken. Ein Yogastudio ist sehr ratsam, wenn man Yoga ernsthaft und ausgiebiger praktizieren möchte und bereits eine ungefähre Vorstellung davon hat, welche Prioritäten man an das Yoga stellt. Dynamische Yogaformen sind z.B. Ashtanga, Vinyasa (auch Power-Flow genannt) und Kundalini.

Ist man nicht so beweglich, können die Übungen in Fitness-Studios und Yogacentern entmutigend sein, vor allem wenn im Kurs alle folgen können, außer man selbst. Yoga ist keine leistungsorientierte Sportart – im Gegenteil, das Wichtigste ist, seine eigenen Grenzen nicht zu überschreiten und seinem Körper Akzeptanz entgegenzubringen; doch auch diese Erkenntnis kommt erst mit der Zeit. Zweifelt man also an seiner Beweglichkeit, sollten auf jeden Fall Basis- bzw. Einsteiger-Kurse ausgesucht werden, die von Yogacentern und manchen öffentlichen Einrichtungen, wie Volkshochschulen, angeboten werden. Dieser Rat richtet sich insbesondere an Männer, da sie in der Regel ungelenkiger sind und somit einen schwereren Start haben.

Zur Linderung gesundheitlicher Beschwerden, wie zum Beispiel Rückenproblemen, Asthma oder Bluthochdruck, aber auch bei Schwangerschaft, gibt es besondere Kurse, die in der Regel ebenfalls von Yoga- oder Gesundheitscentern angeboten und speziell ausgeschrieben werden.

Steht die körperliche Betätigung nicht im Vordergrund, sondern liegt der Fokus auf Stressabbau und Entspannung, sollte man gezielt nach Meditationskursen suchen. Ein Yogastil, der bewusst auf Tiefenentspannung ausgerichtet ist und auch bei uns häufig unterrichtet wird, ist Yoga Nidra. In Yoga- und Volkshochschulen finden Klassen dieser Richtung normalerweise statt.

Selbstständige Praxis

Ganz und gar nicht ratsam ist, in Eigenregie zu beginnen! DVDs und Bücher sind eine sehr gute Unterstützung für jene, die bereits die wichtigsten Grundlagen des Yoga kennen und wissen, wie die Übungen richtig ausgeführt werden. Wer aber noch nie Yoga gemacht hat, versucht sich in der Regel in den meisten Übungen ohne sein körperliches Limit gut genug zu kennen und weiß vor allen Dingen nicht, was bei den einzelnen Asanas (den Posen) speziell zu berücksichtigen ist. So sind manche Übungen bei bestimmten Beschwerden gesundheitsschädlich, wie z.B. Drehungen bei einer asymmetrischen Wirbelsäule oder gewisse Rückbeugen bei Bluthochdruck. Eine solche Yogapraxis kann im schlimmsten Fall zu ernsthaften Verletzungen führen. Schmerz, die rote Ampel unseres Körpers, ist auf jeden Fall ernst zu nehmen und darf keinesfalls ignoriert werden – das widerspräche den grundlegenden Konzepten des Yogas.

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