Top ten der Heilpflanzen: Weißdorn

Schutz und Stärkung der Herzgesundheit – das sind von alters her die Einsatzgebiete des Weißdornes.

Von alters her steht der Weißdorn in Diensten der Gesundheit, allen voran jener des Herzens. Bereits die Ärzte der Antike schätzten ihn wegen seiner stärkenden Wirkungen auf den Herzmuskel, über Epochen und Kontinente hinweg bewährte er sich als Tonikum für Herz und Kreislauf.

Die erste schriftliche Erwähnung des Weißdorns hat uns der Grieche Pedanius Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) in seiner »De materia medica« hinterlassen: In seinem Kompendium aller damals bekannten Heilmittel widmete sich Diokurides auch den Früchten des Weißdornes.

Der Weißdorn – Von anno dazumal bis heute

Im überlieferten Schrifttum aus unseren Breiten findet Weißdorn als Heilpflanze erst im 14. Jahrhundert Erwähnung. Aus dieser Zeit datieren die ersten Aufzeichnungen über den »Hagedorn. Wie aus den alten »Kreutterbüchern« hervorgeht, setzte ihn die Volksmedizin bereits damals zur Stärkung des Herzens und zur Unterstützung der Herz- und Kreislauffunktionen ein. Aber auch zur Linderung nervös bedingter und psychischer Störungen wurde der Weißdorn angewendet.

In die Regale der Apotheken gelangte der Weißdorn schließlich Ende des 19. Jahrhunderts. Sein guter Ruf als Herztonikum ließ die Zahl seiner Befürworter stetig steigen: »Ich würde ihn nicht als Allheilmittel für das Herz bezeichnen«, formulierte beispielsweise ein New Yorker Kardiologe in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, »doch kein anderes Medikament führt zu Therapieergebnissen, die mit denen des Weißdorns auch nur annähernd zu vergleichen wären. Selbst in fortgeschrittenen Stadien von Herzschwäche zeigt er herausragende Wirkungen«.

Weltweit bewährt

In seiner größten Artenvielfalt ist der Weißdorn in Nordamerika und entsprechend zahlreich im Arzneischatz der dort ehemals beheimateten Volksstämme vertreten. Die nordamerikanischen Ureinwohner setzten die diversen Weißdorn-Spezies vor allem als Tonikum zur allgemeinen Stärkung der Gesundheit ein. Weit verbreitet war auch die Anwendung als Herzschutzmittel. Die um »die Geheimnisse wissen«, wie die amerikanischen Nativen ihre Heilkundigen nennen, wussten auch um die Potenz des Weißdorns zur Kräftigung des Herzens.

Die Kunde von den heilenden Kräften des Weißdorns kursierte jedoch nicht nur an den indianischen Lagerfeuern. Auch weit jenseits des Atlantiks, im fernen Osten, wusste man um seine potenten Fähigkeiten. Allen voran jene, die Gesundheit des Herzens zu schützen und wiederherzustellen. Die traditionelle chinesische Medizin und andere alte asiatische Heilsysteme kennen zahlreiche Rezepturen mit den dort beheimateten Crataegus-Arten zur Verbesserung der Durchblutung in den Herzkranzgefäßen.

Botanische Eckdaten

Der Weißdorn ist ein einheimischer Strauch, der gerne in Hecken an Waldrändern und Feldrainen wächst. Er trägt spitze Dornen, seine Blätter sind kurz gestielt und gelappt. Im Mai erscheinen die weißen Blüten in doldenähnlichen Blütenständen. Die kleinen Früchte sind glänzend rot und eiförmig.

  • Wissenschaftlicher Name: Crataegus laevigata (Crataegus monogyna)
  • Volksnamen: Hagedorn, Hanweide, Haynerholz, Mehlbaum, Mehlbeerbusch, Zaundorn, Heckendorn
  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Blütezeit: Mai bis Juni
  • Sammelzeit: Blüten Mai bis Juni, Früchte August bis September
  • Vorkommen: Der Weißdorn ist in ganz Europa beheimatet. Die arzneilich genutzen Pflanzen werden vielfach in ost- und südeuropäischen Ländern angebaut.
  • Verwendete Pflanzenteile: Zu medizinischen Zwecken verwendet werden die Früchte und Blätter.

Wie uns Weißdorn hilft

Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe des Weißdorns sind Flavonoide wie Hyperosid, Rutin und Vitexin, sowie oligomere Procyanidine – sie alle halten ein weit gefächertes Schutzschild vor das Herz: steigern die Kontraktionskraft und damit die Leistungsfähigkeit des Herzens, erweitern die Blutgefäße, verbessern die Durchblutung der Herzkranzgefäße und optimieren den Sauerstoff- und Energieverbrauch des Herzens. Darüber hinaus hat Weißdorn ausgeprägte antioxidative Effekte, senkt den Gefäßwiderstand der Arterien und schützt das Herz wirksam vor den schädlichen Effekten von Stress.

Eigenschaften von Weißdorn:

  • erhöht die Leistungskraft des Herzmuskels
  • steigert die Durchblutung der Herzkranzgefäße
  • senkt den peripheren arteriellen Gefäßwiderstand
  • hat antioxidative Effekte
  • verbessert den Sauerstoff- und Energieverbrauch des Herzens
  • schützt vor den schädlichen Wirkungen von Stress
  • Risiken und Nebenwirkungen: Keine bekannt.
  • Gegenanzeigen: Keine bekannt.

Anwendung von Weißdorn

Weißdorn ist das pflanzliche Mittel schlechthin zum Schutz unseres Lebensmotors. Er findet Anwendung bei nachlassender Leistungskraft des Herzens (Herzinsuffizienz im Stadium II nach NYHA), bei leichten Herzrhythmusstörungen und nervösen Herzbeschwerden.

Im Licht der Wissenschaft

Die hohe Wirksamkeit von Weißdorn-Extrakten bei nachlassender Leistungskraft des Herzens ist inzwischen durch zahlreiche Studien hinreichend belegt: Bei Herzschwäche im Stadium NHYA II haben sie sich gegenüber chemisch-definierten Therapeutika als wirksame und gut verträgliche Alternative erwiesen. Das breit gefächerte Wirkprofil von Weißdornextrakten macht zudem einen kombinierten Einsatz mit Digitalis oder ACE-Hemmern möglich.

Aus den wissenschaftlichen Befunden lässt sich folgern, dass Weißdorn-Extrakte Stoffe beziehungsweise Stoffgruppen enthalten, welche die pharmakologischen Eigenschaften von ACE-Hemmern, Digitalis und Beta-Rezeptorblockern in sich vereinen.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Präparate, die Zubereitungen oder Extrakte aus Weißdorn enthalten, sind beispielsweise:

  • Crataegutt
  • Cratecor
  • Esbericard novo, Dragees oder Lösung
  • Faros
  • Kytta-Cor f oder novo
  • Orthangin novo Filmtabletten oder Tropfen

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