Herz-Kreislauferkrankungen

Phytotherapie bei Herzkrankheiten und Problemen mit dem Blutdruck. Nach einer ärztlichen Diagnose, die ernsthafte Erkrankungen ausschließt, kann die Heilpflanzenkunde die Therapie des Herz-Kreislaufbereiches optimal unterstützen.

Herz-Kreislauferkrankungen gehören zu jenen Krankheiten, die gerade in den vergangenen Jahren in Deutschland, Mitteleuropa und anderen Industriestaaten zunehmen.

Auch hier bietet die Heilpflanzenkunde zahlreiche Möglichkeiten der Behandlung. Wichtig vor Einsatz der Phytotherapie jedoch ist eine abklärende Diagnose.

Herzschwäche und funktionelle Herzbeschwerden

Eine Selbstdiagnose zur Feststellung von Herz-Kreislauferkrankungen ist nicht nur nicht möglich, da es einige spezielle Geräte erfordert, um konkrete Defizite feststellen zu können, sondern vor allem besteht bei selbstdiagnostischem Vorgehen ein hohes Risiko. Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems beinhalten oft ernsthafte Hintergründe, die auch bei der Therapie mit pflanzlichen Mitteln fachmännisch beurteilt werden müssen.

Herz-Kreislauferkrankungen sollten zudem unbedingt ärztlich abgeklärt werden, da es sich auch um ernsthafte, schwerwiegende und weitreichende Krankheiten handeln kann, bei denen eine genaue Dosierung der Arzneimittel – auch der pflanzlichen Drogen – eingehalten werden muss.

Herzschwäche – Herzinsuffizienz

Bei Belastung oder in Unruhe ist das Herz infolge von mangelnder Pumpleistung nicht mehr in der Lage, die erforderliche Menge an Blut zu fördern. Dadurch kommt es zu Herzjagen (zur Kompensation der verminderten Förderung des Blutes schlägt das Herz pro Minute häufiger), Sauerstoffmangel einhergehend mit Atemnot, Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe, besonders im Bereich der Fußgelenke, der Beine (bei schwerer Herzinsuffizienz auch offenes Bein) und anderen Symptomen. Die New York Heart Association (NYHA) hat verschiedene Schweregrade der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) definiert:

  • NYHA Stufe I: Keine Symptome erkennbar
  • NYHA Stufe II: Atemnot bei körperlicher Betätigung wie beispielsweise Treppensteigen
  • NYHA Stufe III: Atemnot bei Bewegung in der Ebene
  • NYHA Stufe IV: Atemnot im Liegen

Die Stufen III und IV bedürfen der ärztlichen Therapie, während bis zur Stufe II einer Herzinsuffizienz noch mit Extrakten aus Weißdornblättern mit Blüten behandelt werden kann. Weißdornfrüchte enthalten weniger wertgebende Inhaltsstoffe.

Funktionelle Herzbeschwerden

Es handelt sich um herzbezogene Beschwerden, die sich in Herzjagen, Schmerzen, Beklemmungsgefühl oder Herzstolpern äußern und die keine organische Ursache haben. Vor einer entsprechenden Diagnose müssen deshalb organische Erkrankungen des Herzens ausgeschlossen werden. Häufig werden funktionelle Herzbeschwerden von Schlafstörungen, nervöser Unruhe, von Angstgefühlen, Schweißausbrüchen oder Erschöpfungszuständen begleitet.

Bei funktionellen Herzbeschwerden werden Herzgespannkraut oder auch Weißdornblätter mit Blüten verwendet. Bei nervösen Begleiterscheinungen eignen sich zur unterstützenden Therapie zum Beispiel Hopfenzapfen, Baldrianwurzel, Melissenblätter oder Lavendelblüten.

Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)

Wenn die Blutdruckwerte auf mehr als 160/95 mmHg steigen, spricht man von Bluthochdruck. Grenzwerthypertonie liegt vor, wenn die Werte bei 140/90 bis 160/95 mmHg liegen. Für Bluthochdruck kann es zahlreiche Gründe geben.

Zusätzlich zur ärztlichen Therapie ist eine knoblauchreiche Kost (6 Gramm frische Knoblauchzehen pro Tag) oder eine regelmäßige Einnahme von Fertigarzneien aus Knoblauch sinnvoll. Weißdornblätter mit Blüten wirken erweiternd auf die Herzkranzgefäße, sodass eine geringfügige Senkung des hohen Blutdruckes erzielt werden kann.

Die NYHA hat eine Studie mit Ritter Sport Halbbitter Schokolade (1 Tafel pro Tag entspricht einer halben Tafel Edelbitter) gegen Placebo (Milka weiße Schokolade) in Auftrag gegeben. Hintergrund: Die Ritter Sport Halbbitter Schokolade weist einen hohen Gehalt an Gerbstoffen auf (Catechin, Epicatechin), die denen der Weißdornblätter mit Blüten ähneln.

Fazit: Diese konkrete Schokolade senkte nach einer Behandlungsdauer von einem Monat signifikant den systolischen und diastolischen Blutdruck um etwa 10 mmHg. Cholesterinwerte werden durch diese Schokoladentherapie nicht erhöht – allerdings könnte sich das Körpergewicht nachteilig verändern.

Niedriger Blutdruck (Arterielle Hypotonie)

Sinken die Blutwerte unter 105/60 mmHg, so spricht man von niedrigem Blutdruck (arterielle Hypotonie). Sie kann mit Schwindelgefühlen, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Kaltschweißigkeit, geringer Belastbarkeit sowie kalten Beinen und Armen einhergehen. Gegen Ohnmacht kann Campher (auch in Form von Salben) neben der ärztlichen Therapie verwendet werden.

Für chronische Kreislaufprobleme können ölige Einreibungen mit ätherischem Öl aus Rosmarinblättern bzw. -öl, das ebenfalls Campher enthält, oder Lavendelblüten (Oleum aetheroleum, 10prozentig, ölige Einreibung) wie auch Vollbäder mit den entsprechenden Drogen vorgenommen werden.

Achtung: Einige ätherische Öle sind in der Schwangerschaft nicht einzusetzen.

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