Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen

Spezifische Immuntherapie wirkt gegen Pollinose.

Die Hyposensibilisierung ist für Pollenallergiker manchmal die einzige Möglichkeit, beschwerdefrei durch Frühling und Sommer zu kommen.

Die Nase läuft, die Augen tränen, sind verschwollen und gerötet und der Taschentuchverbrauch steigt rapide an – die Heuschnupfenzeit hat begonnen. Keiner muss sich mit den unangenehmen Symptomen herumquälen, die je nach Pollenempfindlichkeit über Monate anhalten können. Es gibt zahlreiche Therapien aus Schulmedizin und Naturheilkunde, die sicher und verlässlich helfen. Insbesondere die Hyposensibilisierung ist eine in der Schulmedizin fest etablierte Methode, die nicht nur die Symptomatik beseitigt, sondern auch die Ursache behandelt.

Gründe für Heuschnupfen

Die Pollinose ist eine der häufigsten allergischen Erkrankungen. Sie beruht auf einer Überempfindlichkeit gegenüber Pollen beziehungsweise deren Eiweiße. Durch die Baum- und Gräserblüte gelangen die Pollen in die Luft, werden eingeatmet und lösen bei dafür prädestinierten Menschen allergische Reaktionen an den Schleimhäuten der oberen Atemwege und der Augen aus.

Meist bleibt es beim Augentränen und Schnupfen, aber es ist durchaus auch möglich, dass ein sogenannter „Etagenwechsel“ stattfindet, bei der die Beschwerden sich in die unteren Atemwege verlagern und somit ein allergisches Asthma auslösen können.

Therapie des Heuschnupfens

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Pollinose zu behandeln. Die Therapie richtet sich je nach Stärke der Symptome. Mittel der Wahl in der Schulmedizin sind oft Antihistaminika, die das körpereigene Gewebshormon Histamin blockieren. Histamin hat eine wichtige Aufgabe beim Eindringen von körperfremden Stoffen oder auch bei Verletzungen beziehungsweise Verbrennungen. In diesen Fällen wird das Gewebshormon freigesetzt und leistet eine schnelle Soforthilfe, indem Blutgefäße erweitert und die Gefäßdurchlässigkeit erhöht werden. Dadurch können beispielsweise die Thrombozyten, die mit für die Blutstillung zuständig sind, schneller an den Verletzungsort gebracht werden. Auch Abbauprodukte werden durch den durch das Histamin erhöhten Lymphfluss schneller abtransportiert. Histamin hat also im Körper durchaus wichtige Funktionen. Bei einer übermäßigen Freisetzung jedoch können die Auswirkungen auch negativ sein und äußern sich vor allem bei Auftreten allergischer Erkrankungen wie hier dem Heuschnupfen. Die bei der Pollinose oft verordneten Antihistaminika heben die Wirkung des Gewebshormons auf, indem sie die Rezeptoren besetzen, an die sich normalerweise das Histamin andockt, denn erst durch die Besetzung der Rezeptoren kann Histamin im Körper eine Reaktion auslösen.

In der naturheilkundlichen Behandlung des Heuschnupfens hat sich die Eigenbluttherapie in Kombination mit homöopathischen Medikamenten bestens bewährt und auch ägyptisches Schwarzkümmelöl kann die Symptome auf natürlichem Wege eindämmen.

In der Schulmedizin gilt die Hyposensibilisierung als gute Möglichkeit bei der Behandlung des Heuschnupfens und auch gegen andere allergisch bedingte Erkrankungen. Bei der Hyposensibilisierung wird eine schrittweise Herabsetzung der Empfindlichkeit des Körpers gegenüber dem allergisierenden Stoff angestrebt. Ziel ist eine Gewöhnung an das Allergen und damit eine Beseitigung der allergischen Reaktion oder zumindest eine erhebliche Verbesserung

Wie funktioniert die Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen?

Es gibt zahlreiche Therapielösungen verschiedenster Pollen, die die entsprechenden Allergene in gereinigter und aufbereiteter Form enthalten. Eine Hyposensibilisierung ist nur dann sinnvoll, wenn genau identifiziert werden kann, welches Allergen für die Symptomatik zuständig ist. Dies können verschiedene Allergietests herausfinden. Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn kann auch den nicht seltenen „Etagenwechsel“ verhindern. Wenn zusätzlich Kreuzallergien gegen Nahrungsmittel bestehen, die eine Allergenähnlichkeit zu den entsprechenden Pollen zeigen, so kann durchaus auch eine Auflösung beziehungsweise Verbesserung der begleitenden Nahrungsmittelallergie erreicht werden. Die Therapielösung wird auch heute noch vorzugsweise als Injektion verabreicht. Es ist heute jedoch auch möglich, eine orale Applikation durchzuführen.

Nebenwirkungen einer Hyposensibilisierung

Eventuell auftretende Nebenwirkungen ähneln den Beschwerden, die auch bei einer natürlich ausgelösten Allergie vorkommen. Grundsätzlich kann immer die Gefahr eines allergischen Schocks bestehen. Ein mit dieser Therapie versierter Arzt kann durch die richtige Auswahl und Dosierung des Allergens die Nebenwirkungsrate minimieren.

Die Hyposensibilisierung kann nicht nur bei Heuschnupfen eingesetzt werden, sondern auch beispielsweise bei Tierhaar- und Hausstauballergie. Insbesondere ist sie als Therapie bei schweren Reaktionen auf Bienen- oder Wespenstiche zu empfehlen, da diese für die entsprechend allergisch disponierten Menschen in eine lebensbedrohliche Situation führen kann.

Weitere interessante und wissenswerte Informationen über Allergien lesen Sie im Artikel: Allergien – Symptome, Entstehung, Formen

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