Allergien – Symptome, Entstehung, Formen

Wenn das Immunssystem überempfindlich reagiert. Immer wiederkehrende Symptome wie Niesattacken, Naselaufen oder Hautausschläge können ein Hinweis auf eine Allergie sein.

Allergische Symptome nehmen in den Industrie-Nationen kontinuierlich zu. Etwa ein Viertel aller Deutschen leidet mittlerweile an Heuschnupfen und rund fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder haben allergisch bedingte asthmatische Beschwerden. Doch damit sind die Überempfindlichkeitsreaktionen keineswegs ausgeschöpft. Es gibt weiterhin Allergien gegen Tierhaare, Hausstaubmilben, Lebensmittel, Insektenstiche, Sonnenlicht und praktisch Materialien und Stoffe aller Art, sei es Nickel in Metallen, Schimmelpilze oder auch bestimmte Kosmetikinhaltsstoffe.

Eine Allergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunssystems auf im Prinzip harmlose Substanzen wie Blütenpollen, Tierhaare und Nahrungsmittel. Der Körper stuft den Stoff als fremd und gefährlich ein und aktiviert somit eine Abwehrreaktion.

Symptome und Entstehungsmechanismus einer Allergie

Typische Symptome einer allergischen Reaktion können sein: Niesreiz, Fließschnupfen, Tränen und Jucken der Augen, Rötung der Haut und Schleimhäute, juckender Hautausschlag und asthmatische Beschwerden. Es gibt zahlreiche Theorien über die Entstehung von Allergien, keine ist jedoch vollständig wissenschaftlich abgesichert. Man nimmt an, dass eine Kombination von mehreren Faktoren ausschlaggebend sein kann. Umweltfaktoren, Lebensgewohnheiten und Vererbung spielen hier eine entscheidende Rolle. Manche Wissenschaftler vermuten auch, dass durch die extremen hygienischen Bedingungen in unseren Breitengraden das Immunsystem zu wenig gefordert wird und deshalb unkontrolliert reagiert. In Ländern mit einfacheren hygienischen Standards treten Allergien nachweislich deutlich seltener auf. Es wird vermutet, dass Schmutz und harmlose Keime in der Kindheit das Immunsystem stärken und weniger anfällig für allergische Reaktionen machen.

Allergiearten

  • Heuschnupfen (Pollenallergie)

Der Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Pollen, beziehungsweise Blütenstaubteilchen von Gräsern, Bäumen, Sträuchern und auch Getreide. Es kommt zu Niesattacken, tränenden und juckenden Augen und meistens zu Fließschnupfen.

  • Allergisches Asthma

Hier liegt oft eine langjährige Pollenallergie zu Grunde, bei der ein sogenannter „Etagenwechsel“ stattgefunden hat. Dies bedeutet, dass die Symptome, die sich bisher auf die oberen Luftwege konzentriert haben, nun auf die unteren Bereiche übergreifen, was sich durch verengte Bronchien und Atemnot bemerkbar macht. Asthma kann im Extremfall lebensgefährlich werden und sollte dringend behandelt werden.

Die Allergie betrifft hier nicht den Hausstaub, wie aus dem Namen fälschlicherweise angenommen werden kann, sondern die Ausscheidungen der im Staub lebenden Milben – mikroskopisch kleine Spinnentiere, die sich von organischen Substanzen wie beispielsweise Hautschuppen ernähren. Die Symptome einer Hausstauballergie ähneln dem des Heuschnupfens.

  • Tierhaarallergie

Es sind weniger die Tierhaare, die die Allergie auslösen, sondern hauptsächlich Körperflüssigkeiten wie Speichel und Tränenflüssigkeit, aber auch Hautschuppen. Diese Substanzen haften an den Tierhaaren oder fliegen als feiner Staub durch die Luft. Die Symptome ähneln dem des Heuschnupfens und der Hausstauballergie. Zusätzlich kann noch ein juckender Hautausschlag auftreten. Sowohl Hausstaub- wie auch Tierhaarallergie können asthmatische Beschwerden verursachen!

  • Kontaktallergie/Hautallergie

Die Haut reagiert auf direkte Berührung mit einem Allergen mit Rötung, Juckreiz, Bläschen- beziehungsweise Knotenbildung. Auch vermehrte Schuppenbildung und Risse können auftreten. Meist zeigen sich die Hauterscheinungen erst circa zwei Tage nach dem Kontakt mit dem unverträglichen Stoff, so dass die Betroffenen zunächst Schwierigkeiten haben, den Auslöser zu identifizieren. Man spricht hier von einer Kontaktallergie vom Spättyp. Eine Kontaktallergie vom Soforttyp zeigt sich unmittelbar nach Berührung mit dem Allergen. Die häufigste Kontaktallergie ist die Nickelallergie.

  • Nahrungsmittelallergie, Kreuzallergie

Eine Nahrungsmittelallergie ist eine Überempfindlichkeit gegenüber einem harmlosen Lebensmittelbestandteil. Das Immunsystem behandelt diese Stoffe wie Krankheitserreger und löst einen Schutzmechanismus gegen sie aus, die sich meistens in Magen- und Darmbeschwerden zeigen. Nicht selten besteht zwischen Nahrungsmittel- und Pollenallergien ein enger Zusammenhang. Die Bestandteile in bestimmten Nahrungsmitteln können den der Pollen sehr ähneln und werden vom Immunsystem deswegen verwechselt. Man spricht hier von einer sogenannten Kreuzallergie. Vor allem bei einer Pollenallergie auf früh blühende Bäume und Sträucher, wie Birke, Erle und Haselnuss kann es gleichzeitig zu einer Nahrungsmittelallergie kommen. Häufige Kreuzallergien bestehen beispielsweise zwischen Birkenpollen, Nüssen und bestimmten Obstsorten. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein. So kann es nach dem Essen zum Anschwellen der Schleimhäute kommen, zu Halskribbeln, juckenden Ausschlägen, Husten, Asthmaanfällen oder auch zu Blähungen und Durchfall.

Die durch das UV-Licht gebildeten freien Radikale reagieren mit fetthaltigen Inhaltsstoffen von Sonnenschutzmitteln, Kosmetika oder auch dem körpereigenen Talg. Es wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst und auf der Haut entstehen kleine, akneartige Knötchen. Diese häufigste Form der Sonnenallergie wird auch Mallorca-Akne genannt. Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika, Johanniskrautpräparate, Entzündungshemmer und Entwässerungspräparate können in Verbindung mit Sonnenbestrahlung der Haut ebenfalls allergische Reaktionen oder Hautverfärbungen auslösen. Man spricht hier von einer photoallergischen Reaktion, die auch nach Kontakt mit manchen Pflanzen und darauffolgender Sonnenbestrahlung entstehen kann. Die polymorphe Lichtdermatose wird in manchen Quellen als häufigste Form der Sonnenallergie genannt. Begründet wird sie durch die freie Radikale produzierende UVA-Strahlung, die normalerweise durch körpereigene Schutzmechanismen in hohem Maße neutralisiert werden können. Dieser Schutzmechanismus scheint bei den betroffenen Personen nicht ausreichend zu funktionieren. Eine genaue Unterscheidung zwischen Mallorca-Akne und polymorpher Lichtdermatose ist jedoch schwer abzugrenzen, da die betroffenen Personen auch hier so gut wie immer fetthaltige Sonnenschutz- und Körperpflegemittel benutzen.

  • Insektenstichallergie

Es handelt sich hierbei um die gefährlichste aller Allergieformen. Der Stich einer Biene oder Wespe kann bei dafür prädestinierten Menschen einen anaphylaktischen Schock auslösen. Innerhalb kürzester Zeit kann es zu lebensgefährlichen Symptomen wie Herzrasen, Blutdruckabfall und Atemnot kommen. Erste Anzeichen für einen anaphylaktischen Schock sind beispielsweise ein von der Einstichstelle unabhängiger Juckreiz und Rötung der Haut, Hitzegefühl und Übelkeit. Hier muss der Betroffenen unbedingt ins nächste Krankenhaus gebracht beziehungsweise der Notarzt gerufen werden!

Personen, die von ihrer Insektenstichallergie wissen, sollten grundsätzlich ein Notfallset in greifbarer Nähe haben. Das Notfallset, welches vom Arzt verordnet werden kann, sollte aus einem schnell wirksamen oralen Antihistaminikum, einem oralen Kortisonpräparat, einem Betasympathikomimetikum und einer adrenalinhaltigen Spritze bestehen.

Siehe auch: Wie funktioniert ein Allergietest

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