Je nach Bedarf – das Prinzip Books on Demand

Das Verlagshaus Books on Demand gibt vielen Autoren die Chance, überhaupt zu publizieren. Doch wie jede Medaille hat auch diese zwei Seiten.

Es soll sie ja geben, diese Autoren, die nur für sich schreiben und eben auch jene, die zu viel Angst davor haben, zu publizieren. Vor allem letztere sind weit verbreitet. Ein prominentes Beispiel ist Franz Kafka. Er hat zwar zu Lebzeiten publiziert, doch seine wichtigen Werke wären zum Großteil nie veröffentlicht worden, hätte Max Brod nicht sein Versprechen gebrochen und diese nach dem Tod des Schriftstellers an Verlage weitergereicht.

Der Normalfall ist jedoch dieser: Ein Autor schreibt, um gelesen zu werden. Der Buchmarkt ist jedoch hart umkämpft und die großen Verlage haben klare Prioritäten. Vor allem für Neueinsteiger ist es entsprechend schwer, dort Fuß zu fassen. Das 1997 gegründete Unternehmen bietet eine Alternative an. Doch welche Umstände müssen akzeptiert werden?

Ein Lichtstrahl ins Dunkel?

Das Prinzip von Books on Demand ist so simpel und autorenfreundlich wie nur irgendwie möglich. Der Autor kann über den Preis des Buches bestimmen, dessen Auflage und dessen Design. Er kann sogar bestimmen, ob sein Werk beworben werden soll oder nicht. Natürlich ist auch bei Books on Demand die Leistung immer eine Frage des Geldes. Wer nur publiziert und nicht verlegt werden will, kommt günstiger weg als solche, die noch ein wenig Promotion erwarten.

Doch das Prinzip Books on Demand bringt auch seine Nachteile mit sich, wie Gabriele Hefele bereits schrieb. Wenn es jedem erlaubt ist, sich zu artikulieren, so schlägt sich das zwangsweise in der Gesamtqualität der Auswahl nieder. Von genial bis unerträglich trivial findet sich alles im Angebot des Verlags wieder. Dies erschwert natürlich die Bewertung eines Werkes.

Die Angst der Händler

Ein großes Problem für Autoren stellt die mangelnde Präsenz in Buchhandlungen dar. Diese ist jedoch verständlich. Durch das divergente Angebot fällt es Händlern schwer, das einzelne Werk zu bewerten, sofern sie es nicht gelesen haben. Monatlich mehrere hundert Neuerscheinungen zu lesen oder selbst nur zu überfliegen ist jedoch unzumutbar. Eine andere Möglichkeit ergibt sich jedoch nicht, da jede Qualitätsprüfung im Voraus ausfällt.

Chancen und Probleme

Autoren, welche sich entschließen, bei Books on Demand zu publizieren, stehen also vor einem großen Problem. Einerseits werden ihre Werke vom Handel wenig beachtet, andererseits sind sie verfügbar. Wer sich leichter Kost verschrieben hat und gerne publizieren möchte, ist bei Books on Demand sicher gut aufgehoben, wer sich jedoch der sogenannten Höhenkammliteratur verschrieben hat oder gar Lyrik zu vertreiben versucht, sollte überlegen, ob er diesen Schritt wagt, auch wenn diese Art des Verlagswesens inzwischen nicht mehr so ablehnend gesehen wird, wie es Alexander Benra noch vor drei Jahren beschrieb. Es gilt jedoch, so darf an dieser Stelle vermutet werden, dass, wer bereits in einer Anthologie publizieren konnte und ohne Verlag dasteht, durchaus auf Books on Demand zurückgreifen sollte. Bücherfreunde sind bekanntlich Sammler und diese Leidenschaft kann durch diese „Quasiverlag“ durchaus befriedigt werden.

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