Liebe wie im Film – die „wahre“ Liebe, gibt es sie wirklich?

Liebesfilme: Sie präsentieren uns eine Liebe, die weit über die Grenzen des Normalen hinauszureichen scheint. Doch gibt es die wahre Liebe wirklich?

Filme wie „Stadt der Engel“, „Titanic“, „Das Haus am See“, „P.S. Ich liebe dich“ und aktuell die „Twilight-Saga“ faszinieren nicht nur mit ihren Handlungssträngen: Es ist vor allem die im Liebesfilm dargestellte grenzenlose, fast schon surrealistische Liebe, die die Zuschauer in ihre Sitze fesselt und die Emotionen zum Überquellen bringt – eine Liebe, die weit über die Grenze des Normalen reicht, eine Liebe, die fast schon schmerzlich ist. Aber gibt es sie wirklich? Können zwei Menschen sich derart lieben, dass ihre Gefühle zueinander, so wie im Film „P.S. Ich liebe dich“, weit über den Tod hinausgehen?

Liebe – tragende Kraft des Lebens oder Wunschdenken?

Um herauszufinden, ob es die wahrhaftige und „echte“ Liebe überhaupt gibt, müsste man Liebe zweifelsohne definieren können. Doch schon hier scheiden sich die Geister. Was ist Liebe? Wie fühlt sie sich an und wie erkennt man sie, wenn sie einem begegnet? Jeder scheint seine ganz eigene Antwort auf die Frage hin zu haben, was Liebe denn nun eigentlich ist. Während die einen davon überzeugt sind, dass Liebe die tragende Kraft des Lebens ist, brüsten sich andere mit der unverblümten Variante, Liebe sei nur Illusion und bestenfalls als Wunschdenken eines unverbesserlichen Romantikers zu interpretieren. Wer recht hat? Vermutlich beide Parteien, denn Liebe muss man fühlen, sie lässt sich nicht definieren – zumindest nicht in der Form, als dass alle Definitionsfreudigen sich einig werden könnten. Überhaupt könnte man die Frage um die wahre Liebe in die Kategorie der nicht zu beantwortenden Fragen einordnen; denn schon alleine der Aspekt, ob, wie und wann sie sich im Leben zeigt, kann nicht eindeutig geklärt werden. So wie die Antwortfindung zum Thema „Gibt es einen Gott“ stark von glaubensbehafteten Einflüssen geprägt wird, stellt auch die Frage „Was ist Liebe“ den Antwortsuchenden vor ein Rätsel. Aber vielleicht ist genau das der Punkt, weshalb die Zuschauer von Liebesfilmen in einer geradezu lethargischen Haltung der Gefühlsdusselei zweier Film-Liebenden schmachtend folgen. Dem Zuschauer wird genau diese nicht fassbare Liebe visuell gezeigt – in all ihren Teilaspekten.

Liebesfilme – nicht nur Teeniegruppen lieben sie

Und so leiden und lieben nicht nur Teeniegruppierungen mit ihren Filmhelden mit, wenn sie sich verlieren, nur um sich dann doch wieder zu finden; wenn ihre Liebe selbst den Tod überdauert und sogar zeitliche Dimensionen sprengt. Nur zu gerne lassen sich auch schon in die Jahre gekommene Romantikanhänger vom Flair des Liebens einfangen, um dank empathischer Fähigkeit selbst die verwobensten Winkel einer heftigen Liebesbeziehung mitzuerleben – wenn auch nur via Leinwand. Doch was haben die Filmcharaktere, was so manch fassbareres Individuum nicht zu haben scheint? Warum scheinen Filmliebende in einem Meer der überschwänglichen Gefühle zu baden, während wir in der Realität so manches Mal bestenfalls durch einen Regentümpel waten? Kurz: Warum ist die Liebe im Film so anders?

Liebesfilme – eine ganz eigene Interpretation der Liebe?

Sehnsüchtige Blicke, mitreißende Gefühlsausbrüche, heiße Liebesnächte und selbstverständlich unwiderstehlich attraktive, aus sich herausstrahlende Charaktere: Das ist das Minimum an Zutaten für eine Schnulze, die es in sich hat. Damit die Zuschauer aber so richtig dahinschmelzen, müssen diverse Gewürze in Form von tragischen Zwischenfällen und Absonderlichkeiten das Filmhighlight verfeinern. Und so wird mal eben aus dem einen Liebespartner ein Engel wie bei „Stadt der Engel“, ein Zeitreisender wie bei „Das Haus am See“ oder eben ein Vampir wie bei „Twilight“. Herzerweichende, zu Tränen rührende Filmszenen stellen meist das i-Tüpfelchen einer grandiosen Liebeninszenierung dar. Mit der Realität hat diese Liebe nur ganz selten was zu tun – und wenn, dann stellt sie allenfalls die Anfangszeit des Rosaroten-Brillen-Tragens dar. Denn jahrelanges Anschmachten im schon fast lyrischen Dialog – das würde früher oder später wohl eher in die Rubrik „psychische Folter“ umetikettiert. Dennoch: Ganz an den Haaren herbeigezogen scheinen diese Schmachtinszenierungen doch nicht zu sein. Immer wieder hört man von solchen Liebschaften; und auch die Drehbuchautoren werden wohl nicht ausschließlich aus dem Reiche der Fantasie schöpfen. Ob man aber derart heftige Liebesgefühle am eigenen Leib erleben kann und auch wird? Das steht wohl wie so vieles in den Sternen.

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