Parkinson – Muskeln außer Kontrolle

Es gibt keine Heilung für Parkinson, jedoch können z.B. durch den Einsatz eines Hirnschrittmachers die quälenden Symptome dieses Nervenleidens verringert werden.

„Bei Parkinson-Patienten funktioniert die Befehlsübertragung vom Gehirn zu den Muskeln nicht. Wenn ich zum Beispiel meinen Beinen den Befehl gebe „lauf“, dann kommt dieser Befehl gar nicht bei den Muskeln an. Ich stehe buchstäblich wie angeklebt da und kann meinen Fuß nicht rühren.“ So der Erfahrungsbericht eines Betroffenen. Derzeit sind 200.000 bis 300.000 Deutsche von dieser tückischen neurodegenerativen Krankheit betroffen, pro Jahr kommen etwa 15.000 Neuerkrankte hinzu. Etwa 10 Prozent der Patienten sind bei Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. In der Regel fällt die Krankheit zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf, mit zunehmender Tendenz im Alter.

Männer sind etwas öfter betroffen als Frauen.

Was ist Parkinson?

Entdeckt wurde die Krankheit vom britischen Arzt James Parkinson, der 1817 in seinem Essay on the Shaking Palsy“ erstmals die Symptome der Schüttellähmung beschrieb. Er nannte damals zwei der vier bei Parkinson wichtigen sogenannten Kardinalssymptome, nämlich den Tremor (Zittern) und die Akinese.Der französische Neurologe Jean M. Charot beschrieb 1867 das dritte Symptom, den Rigor (Muskelstarre).Heute zählt noch ein wichtiges, viertes Symptom dazu: Die Posturale Instabilität (Haltungs-Instabilität). Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die der Parkinson-Krankheit ähnlich sind. Die Mehrzahl der Parkinson-Symptome tritt ohne erkennbare Ursache (idiopathisch) auf. Man spricht dann von der Parkinson Krankheit (Morbus Parkinson).

Krankheitsursache

Ursächlich für die Entstehung von Symptomen der Parkinson-Krankheit sind die Nervenzellen der Substantia nigra (schwarze Substanz) in den Basalanglien des Gehirns. Basalanglien sind eine Gruppe von Nervenzell-Ansammlungen im Gehirn – ihre Aufgabe liegt vor allem in der Steuerung von Bewegungen. Sie produzieren den Botenstoff Dopamin. Bei Parkinson-Patienten werden die Nervenzellen der Substantia nigra vernichtet. Nachdem etwa 50-60 Prozent dieser Dopamin produzierenden Zellen zugrunde gegangen sind, machen sich die ersten Krankheitsanzeichen bemerkbar. Trotz gewisser Hinweise ist die genaue Ursache bei den allermeisten Patienten bisher nicht geklärt. Es scheint, als gäbe es Hinweise auf mehrere ursächliche Faktoren, die bei der Entstehung der Parkinson-Krankheit zusammenspielen. Es ist erwiesen, dass Parkinson nicht übertragbar ist, da kein Virus oder ein anderer infektiöser Organismus ursächlich beteiligt ist. Derzeit wird vermutet, dass Giftstoffe, die möglicherweise im Körper selbst entstehen, oder von außen zugeführt werden, die Zellen Substantia nigra schädigen.

In sehr wenigen Fällen ist die Krankheit erblich. Meist jedoch wird sie nicht von den Eltern vererbt und nicht an die Kinder weitergegeben.

Auswirkungen von Parkinson

Erste Symptome können Missempfindungen in den Gliedern oder im Nacken sein, Müdigkeit und Depressionen. Häufig beginnt die Krankheit schleichend mit dem Zittern der Hand einer Körperseite. Später kommen Steifheit, Langsamkeit und Ungeschicklichkeit der betroffenen Seite hinzu. Die Feinmotorik (Knöpfe schließen) lässt nach, manche Patienten ziehen ein Bein oder einen Fuß nach. Im Laufe der Zeit treten auch Symptome auf der anderen Körperseite auf, sind jedoch meist schwächer ausgeprägt. Sehr häufig treten Depressionen und Angst auf. Für Demenz besonders anfällig sind zum Beispiel Morbus Parkinson-Patienten, bei denen die Parkinsonerkrankung sehr rasch voranschreitet. Bei den Patienten geht das Ausdrucksvermögen durch den Verlust ihrer Mimik verloren. Ihr Gesicht wird starr, der Lidschlag selten, und vor allem die Stirn kann oft nur mit größter Anstrengung bewegt werden. Daher wirkt ihr Gesicht desinteressiert, deprimiert oder abweisend. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Stimme der Parkinson-Patienten leidet. Bei bis zu 90 Prozent treten Sprachstörungen auf, in den Bereichen Lautstärke, Deutlichkeit, Tempo und Ausdauer.

Therapien

Heilbar ist Parkinson leider nicht. Jedoch gibt es eine Vielzahl von Behandlungsansätzen, die die Symptome lindern oder den Verlauf verlangsamen können. Neben der medikamentösen Behandlung durch die Gabe von Dopamin und anderen Medikamenten (zum Beispiel Neuroleptika und Antidepressiva) sind geistige und körperliche Bewegung sowie Physiotherapie und Logopädie wichtige Therapien. Immer mehr an Bedeutung gewinnt der sogenannte Hirnschrittmacher. Er wird bei Parkinson-Patienten eingesetzt, wenn die medikamentöse Behandlung nicht mehr oder nicht mehr ausreichend wirksam ist. Dabei werden elektrische Impulse über dünne Drähte in bestimmte Regionen des Gehirns gesendet, um die für die Krankheit charakteristischen Fehlimpulse zu unterdrücken.

Eine neue Studie hat Hinweise darauf ergeben, dass sie die Lebensqualität von Parkinson-Patienten durch den frühen Einsatz der Tiefen-Hirnstimulation entscheidend verbessern könnte. Außerdem werden gerade Behandlungsmöglichkeiten mit Stammzellen erprobt.

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