Pfeiffer-Drüsenfieber: Ansteckung, Symptome und Therapie

Pfeiffer-Drüsenfieber, eine meist gutartig verlaufende Infektionskrankheit, die bei Erwachsenen und Kindern vorkommt und zu grippeähnlichen Symptomen führt.

Das Pfeiffer-Drüsenfieber, auch infektiöse Mononukleose oder Mononucleosis infectiosa genannt, ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit, die vor allem junge Erwachsene befällt. Meist verläuft die Krankheit gutartig und klingt nach einiger Zeit von selbst wieder ab.

Erreger, Verbreitung und Ansteckung beim Pfeiffer-Drüsenfieber

Als Erreger der infektiösen Mononukleose gilt das Epstein-Barr-Virus oder EBV. Dieses gehört zu den humanen Herpesviren und wird auch als humanes Herpesvirus Typ 4 oder HHV4 bezeichnet. Das Virus ist weltweit verbreitet und verbleibt, wie bei Herpesviren üblich, lebenslang im infizierten Wirt. Die Hauptansteckungsquelle ist der Speichel. Vorzugsweise wird das Virus beim Küssen übertragen, weshalb die Krankheit auch als „Kissing-Disease“ oder „Studentenfieber“ bezeichnet wird. Weitere Übertragungswege sind durch Tröpfcheninfektion etwa beim Niesen oder über Kontakt mit kontaminiertem Gewebe wie beispielsweise der Haut. Auch die Infektion über ein Transplantat ist möglich.

Die Durchseuchungsrate in der Bevölkerung, also der Anteil an der Gesamtbevölkerung, welcher mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert ist, ist sehr hoch. In den Industrienationen sind etwa 40% der unter 15-Jährigen mit dem Virus infiziert, bei den über 30-Jährigen liegt der Prozentsatz bei etwa 80-90%. In Ländern mit niedrigem Hygienestatus sind allerdings schon fast 100% der unter 3-Jährigen betroffen.

Infektion und Symptome beim Pfeiffer-Drüsenfieber

Das Epstein-Barr-Virus befällt zuerst die Zellen des Nasen- und Rachenraumes, bevor es die Zellen des Immunsystems, die B-Lymphozyten, infiziert. Die meisten der infizierten B-Lymphozyten werden aber bei einem gesunden Immunsystem wieder eliminiert, weshalb die Krankheit meistens gutartig verläuft. Einige wenige bleiben jedoch übrig und das Virus kann somit lebenslang im Organismus verweilen. Auch kann es bei einer Abschwächung des Immunsystems zu einer Reaktivierung der Viren kommen.

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen dem Eindringen des Virus und Auftreten der ersten Symptome, ist stark abhängig vom Alter der betroffenen Person. Generell gilt, je jünger der Patient, umso kürzer ist die Inkubationszeit. In der Regel liegt sie zwischen 10 und 50 Tagen. Ansteckend kann der Betroffene aber noch Monate bis Jahre nach der Infektion sein und auch bei einer, meistens unbemerkten Reaktivierung des Virus kann er dieses auch wieder im Speichel ausscheiden.

Die Symptome bei einer Erstinfektion sind meistens grippeähnlich mit Kopf- und Gliederschmerzen sowie länger andauerndem Fieber für bis zu 3 Wochen und einer mehrwöchigen Anschwellung der Lymphknoten. Außerdem kommt es meist zu einer schmerzhaften Entzündung des Gaumens mit grauweißen bis gelblichbraunen Belägen auf den Mandeln. Auch können eine Hepatosplenomegalie, also eine Vergrößerung von Leber und Milz, sowie ein Ausschlag im Bereich des Rachens entstehen.

Bei immunkompetenten Kindern, also bei Kindern mit intaktem Immunsystem, kann die Infektion auch ohne Symptome oder nur mit leichten grippalen Symptomen wie Fieber auftreten. Bei Patienten mit einem schadhaften Immunsystem können hingegen schwere Komplikationen auftreten, die bis zur Ausbildung eines Tumors führen können. Dies trifft jedoch hauptsächlich bei geschädigtem Immunsystem auf und ist auch da eher selten, in der Regel verläuft eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus gutartig.

Schwerer Verlauf und Komplikationen beim Pfeiffer-Drüsenfieber

In manchen Fällen kann es auch zu einem chronischen Verlauf der Krankheit kommen. Dieser zeichnet sich vor allem durch eine langanhaltende Lymphknotenschwellung und massive Erschöpfungszustände aus, die manchmal über Monate oder auch Jahre anhalten können. Man geht davon aus, dass es sich hierbei um eine Überreaktion des Immunsystems handelt und die längeren Komplikationen nicht durch das Virus selbst hervorgerufen werden.

Weitere Komplikationen sind etwa eine Meningoenzephalitis, also eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, verschiedene Formen der Blutarmut sowie Entzündungen von Herzmuskulatur und Nieren. Bei einer Vergrößerung von Leber und Milz besteht die Gefahr eines Milzrisses bei Belastung. Aus diesem Grund sollten vor allem betroffene Kinder für mindestens 6 Wochen keinen Sport machen und auch sonst Tätigkeiten mit Verletzungspotential vermeiden. In etwa 5 % der Fälle tritt auch eine leichte Gelbfärbung der Haut, ein Ikterus, auf. Dies ist jedoch kein Grund zur Besorgnis, da auch hier die Prognose meist gut ist.

Es besteht in etwa 10% der Fälle auch die Gefahr einer zusätzlichen Infektion durch Bakterien. In diesen Fällen kann die Gabe von Antibiotika notwendig sein. Hierbei kann es, vor allem bei Gabe von Antibiotika der Gruppe der Aminopenicilline wie etwa Ampicillin oder Amoxicillin, zu einem Hautausschlag durch die Arzneimittel kommen. Diese Mittel sind deshalb kontraindiziert und eine Absprache der Therapie mit einem Arzt ist, nicht nur aus diesem Grund, bei einer Erkrankung mit dem Pfeiffer-Drüsenfieber immer ratsam.

Therapie und Schutz vor dem Pfeiffer-Drüsenfieber

Eine direkte Therapie gegen das Epstein-Barr-Virus gibt es nicht, Virusmittel wie etwa Aciclovir sind nicht wirksam. Momentan befinden sich aber einzelne Arzneimittel in Erprobung. Die klassische Therapie beim Pfeiffer-Drüsenfieber ist somit symptomatisch, also gezielt auf die Linderung der einzelnen Symptome gerichtet. Auch kann bei starken Beschwerden insbesondere bei Atembehinderung die Gabe von Steroiden erwogen werden.

Einen wirklichen Schutz vor einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus gibt es momentan nur theoretisch. Dieser wäre die Vermeidung des Umgangs mit Infizierten. Da jedoch ein Großteil der Bevölkerung Träger des Virus ist und es nicht möglich ist, die Infektiösen zu erkennen, ist dies quasi unmöglich. Allerdings ist aufgrund des in der Regel gutartigen Verlaufes der Krankheit übertriebene Vorsicht auch nicht nötig.

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