Ratgeber für Arzt und Medizin

Die selbst gestellte Online-Diagnose wird immer beliebter.

Viele Menschen gehen im Krankheitsfall neuerdings erst ins Internet und dann zum Arzt. Dabei schadet hier das Internet häufig mehr, als es nützt

 

Wer krank ist geht zum Arzt. So war es früher. Heute könnte der Satz umgeschrieben werden in „Wer krank ist schaut ins Internet“, oder aber „Wer beim Arzt war geht ins Internet.“ Wer an sich ein paar unbestimmte Symptome entdeckt und sich fragt, welche Krankheit sich dahinter verbirgt, der braucht diese Symptome nur in eine der zahlreichen Suchmaschinen einzugeben und schon erscheinen Tausende von unterschiedlichen Krankheitsbildern, Meinungen und Erfahrungsberichten.

Die andere Herangehensweise ist es, zunächst zum Arzt zu gehen und die dort gestellte Diagnose sowie die verschriebenen Medikamente im Internet nachzuvollziehen. Und so kann es geschehen, dass Menschen, die nichts anderes haben als normale Kopfschmerzen, sich selber einen Hirntumor andichten. Denn eine Sache ist offensichtlich: Egal nach welchem Symptom im Internet gesucht wird, es kommt am Ende immer eine unheilbar schwere Krankheit dabei heraus. Ähnliches gilt für die Suche nach verschriebener Medizin, auch diese führt nach ausgiebiger Recherche immer zu den schlimmsten Nebenwirkungen.

Das Internet ist kein Arzt

Doch wie ist nun die Suche nach Krankheiten und Medikamenten im Internet sinnvoll zu gestalten? Mit ein paar Grundregeln und Denkmustern kann das Internet durchaus eine sinnvolle Ergänzung zum Arztbesuch darstellen. Der erste Punkt sind die vielen Foren und Erfahrungsberichte auf den verschiedensten Medizinseiten.

Deutschland hat ungefähr 80 Millionen Menschen. Diese Zahl sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn bei den Nebenwirkungen einer allseits bekannten Medizin in einem Forum circa zehn Menschen von Atemnot, allergischen Reaktionen und völliger Unverträglichkeit schreiben. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würden alle Menschen, die diese Medizin nehmen, unter diesen Nebenwirkungen leiden. Schließlich berichten alle Menschen in diesem speziellen Forum negativ darüber. Jedoch ein Gedankensprung weiter macht deutlich, dass es sich hier um einen minimalen Bruchteil der Gesamtbevölkerung handelt und damit ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass bei dem Großteil der Menschen das Medikament wohl gut geholfen haben muss.

Seriöse Seiten aufsuchen

Generell ist von der Betrachtung solcher Foren abzuraten. Hier tauschen sich meist Privatpersonen über ihre individuellen Erfahrungen mit Medikamenten und Krankheiten aus. Wer wirklich Rat haben möchte, sollte sich besser zum Arzt oder zu verschiedenen Ärzten begeben. Jedoch gibt es auch im Internet Seiten, die objektiv Krankheiten und Medikamente beschreiben. Hier muss der Nutzer sich selbst ein Bild machen, wie gefährlich ein bestimmtes Medikament für ihn oder sie ist und ob ein Arztbesuch nicht doch sinnvoll wäre. Eine dieser Seiten ist der Netdoktor, hier werden von Experten objektive Sachberichte zu Krankheiten und Medikamenten verfasst. Diese Seite ist quasi nichts anderes als eine Online-Version, der früher sehr beliebten Gesundheitsfibeln in Buchform. Neben Netdoktor gibt es eine Vielzahl weiterer gut gemachter Gesundheitsportale, die sachlich und objektiv informieren.

Versandapotheken sind günstig und informieren

Im Bereich der Medikamente hat das Internet einen besonderen Vorteil erlangt: Den Preisvorteil. Viele Apotheken haben ihr Angebot online gestellt und verkaufen ihre Ware als Versandapotheken deutlich billiger. Neben dem Verkauf der Medikamente bieten viele dieser Versandapotheken ausführliche Informationen sowie abrufbare Packungsbeilagen zu den einzelnen Medikamenten.

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