Speckstein – Skulpturen aus Talk

Reiner Speckstein besteht zu 100 Prozent aus Talk. Weitere Namen sind: Steatit, Lavezstein oder Seifenstein.

Der Name „Talk“ stammt ursprünglich aus dem arabisch-persischen Sprachraum und bedeutet „weich“. Der Name weist somit auf geringe Härte und leichte Bearbeitbarkeit des Minerals hin. Talk hat eine Härte von 1 auf der Mohs’schen Härteskala und lässt sich deshalb leicht mit dem Fingernagel ritzen. Seinen Trivialnamen Speckstein hat das Mineral von seinem fettigen Glanz. Auch fühlt er sich fettig oder seifig an. Seine Strichfarbe ist weiß. Je nach Art der Verunreinigungen ist Speckstein nicht immer rein weiß, sondern kann grau, grünlich oder gelblich erscheinen. Talk ist ein Doppelschichtsilikat und enthält Magnesium.

Nachweis von Talk

Talk ist wasserabweisend und löst sich folglich nicht in Wasser. Auch nicht in Säuren. Ein einfacher Test, ob es sich tatsächlich um Talk handelt, ist einfach durchzuführen: Topft man mit einer Pipette Wasser auf ein Stück Talk, so bilden sich Wassertropfen, die von der Talkoberfläche herunterrollen. Ein weiteres Indiz ist die geringe Härte: Der Talkstein muss sich leicht mit dem Fingernagel ritzen lassen.

Entstehung und Vorkommen von Talk

Talk wird gebildet, indem basische Gesteine und Minerale durch hydrothermale Vorgänge umgeprägt werden. Es handelt sich um ein Umwandlungsgestein (Metamorphit). Aus diesem Grund ist Talk in vielen Gängen oder als Füllmaterial zwischen Schiefern enthalten. Die Vorkommen von Talk werden häufig begleitet von Dolomit, Quarz, Serpentin, Chlorit, Calcit, Magnetit, Magnesit und Aktinolith. Fundorte von Talk gibt es u.a. in Deutschland, Australien, Brasilien, China, Finnland, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Kanada, Madagaskar, Mexiko, Namibia, Norwegen, Österreich, Peru, Russland, Sambia, Schweden, Schweiz, Simbabwe, Slowakei, Spanien, Südafrika, Südkorea, Ungarn, Großbritannien und die USA.

Industrielle Verwendung von Talk

Talk ist aufgrund seiner besonderen Eigenschaften (weich, wasserabweisend) vielseitig verwendbar und wird bevorzugt in pulverisierter Form als Gleitmittel mit geringer Scheuerwirkung eingesetzt oder Stoffen beigemengt, um ihnen wasserabweisende oder abdichtende Eigenschaften zu verleihen. In der Kosmetikindustrie wird es als Bindemittel in Babypudern, Salben und anderen Kosmetika verwendet. Bei der Herstellung von Papier wird Talk als Zuschlagstoff eingesetzt. Zur Herstellung von Farben und Lacken dient es als weißes Pigment. Durch das Brennen von Talk gewinnt dieser an Härte und wird feuerfest. Deshalb wird Talk auch im Baugewerbe eingesetzt.

Kunst mit Specksteinen

Speckstein und damit auch Talk sind bereits seit dem Altertum bekannt. Im alten Orient, Ägypten, China und Skandinavien war Speckstein ein beliebter Natur- und Werkstein, der zu Skulpturen und Behältern verarbeitet wurde. In der Bildhauerei nutzten Künstler Talk damals – wie heute – zur Herstellung von Skulpturen. Dazu benutzt man die gleichen Werkzeuge, wie für die Holzbearbeitung: Schnitzmesser, Säge, Raspel, Feile. Der Feinschliff erfolgt mit Schleifpapier, Stahlwolle oder Polierpaste. Um den Glanz des Kunstwerks dauerhaft zu erhalten, wird es mit Wachs oder Öl abschließend poliert.

Gesundheitshinweis

In Speckstein können Asbestfasern enthalten sein. Asbest ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene, natürlich vorkommende, faserförmige Silikat-Minerale. Durch Einatmen dieser Fasern mit Längen von etwa 5 Mikrometern und Durchmessern von rund 3 Mikrometern steigt das Krebsrisiko nachweislich. Speckstein, in dem Asbest enthalten ist, ist dann gesundheitsschädlich, wenn der Asbest durch Bearbeitung freigesetzt wird.

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