Stevia rebaudiana selbst anbauen und nutzen

Das Süßkraut Stevia rebaudiana kann man im eigenen Garten anpflanzen und daraus ein flüssiges Konzentrat oder Pulver für den Hausgebrauch herstellen.

Das Süßkraut ist eine Pflanze, die ursprünglich aus Paraguay stammt. Die dort ansässige Bevölkerung nutzte bereits vor vielen Jahrhunderten die Pflanze, um Speisen und Getränke zu süßen, aber auch zu Heilzwecken. Hierzulande wird Stevia rebaudiana wegen ihrer gesundheitlichen Vorteile gegenüber Zucker und chemisch hergestellten Süßstoffen seit einigen Jahren zunehmend bekannter und beliebter. In Bioläden oder dem Internet kann man das süße Kraut in Pulverform, als Flüssig-Extrakt oder Süßstofftabletten kaufen. Es ist aber auch möglich, die Pflanze selbst zu kultivieren und für den Hausgebrauch zu nutzen.

Anbau und Pflege der Stevia-rebaudiana-Pflanze

Das Süßkraut ist eine subtropische Pflanze. Wenn sie vor Frost geschützt ist, gedeiht sie aber auch in unseren Breiten. Setzlinge gibt es in gut sortierten Gärtnereien. Sie sollten beim Kauf darauf achten, daß es sich bei dem Pflänzchen auch wirklich um Stevia rebaudiana handelt, denn nur diese Stevia-Art besitzt die begehrten Inhaltsstoffe.

Man kann das Süßkraut in den Garten pflanzen, aber auch in einem Blumentopf gedeiht es. Es liebt die Sonne und benötigt viel Wasser, sollte jedoch nicht in der Nässe stehen. Ganz junge Pflänzchen haben einen zarten, biegsamen Stengel und brauchen eventuell einen stützenden Stab. Im zweiten Jahr ist die Unterstützung nicht mehr nötig. Vor Unkraut sollten Sie Stevia schützen, denn sie verträgt es nicht, von anderen Pflanzen bedrängt zu werden. Düngen Sie eher sparsam. Das Süßkraut kommt auch ganz zusätzliche Nährstoffgaben aus.

Vermehren können Sie Stevia, indem Sie einen längeren Zweig nach unten biegen und mit einem Stein beschweren. Nach etwa einer Woche sollten sich dort Wurzeln gebildet haben. Dann können Sie die Verbindung zur Mutterpflanze trennen.

Verarbeitung der Stevia-Blätter

Im Herbst, kurz vor der Blüte, enthalten Stevia-Blätter den höchsten Anteil an Steviosid, welches für die große Süßkraft verantwortlich ist. Sie können aber das ganze Jahr über immer wieder einzelne Blätter abpflücken und verarbeiten. Beachten Sie dabei aber, daß die Blätter je nach Alter und Jahreszeit unterschiedlich süß sein können. Deshalb sollten Sie sie eher vorsichtig dosieren und bei Bedarf noch etwas dazugeben.

Aus den frischen Blättern können Sie ein süßes Konzentrat auf Wasserbasis herstellen. Geben Sie dazu das gewaschene Grün in einen Topf mit kaltem Wasser. Es sollte nur soviel Flüssigkeit sein, daß die Blätter vollständig damit bedeckt sind. Kochen Sie das Ganze auf und lassen es ohne Deckel noch eine Weile weiterköcheln. Wenn der Großteil des Wassers verdunstet ist, gießen Sie die verbleibende konzentrierte Flüssigkeit in ein Glas ab. Dieses Steviakonzentrat ist im Kühlschrank mehrere Wochen haltbar. Sie können es auch in kleinen Portionen einfrieren.

Am längsten haltbar sind die Blätter, wenn man sie trocknet. Legen Sie sie dazu mehrere Tage lang locker auf einer luftigen Unterlage an einem kühlen und schattigen Ort aus. Sie können Stevia aber auch bei 80 Grad und leicht offener Tür im Backofen 20 bis 30 Minuten lang trocknen. Wenn die Blätter zwischen den Fingern zerbröseln, sind sie trocken genug. Mit einer Kaffeemühle oder einem Mörser kann Stevia nun zu einem Pulver zerkleinert werden. Das Pulver, aber auch die getrockneten Blätter, sind bei Zimmertemperatur in einer Vorratsdose gut lagerbar. So haben Sie immer einen Vorrat zur Hand, um Speisen oder Getränke mit Stevia anstatt Zucker zu süßen.

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