Teamwork war gestern – Eigenverantwortlichkeit ist jetzt

Arbeitsgemeinschaften mit eigenverantwortlichen Mitgliedern statt klassisches Teamwork. Erfolgreiche Arbeitsgemeinschaften sind wie Lebensgemeinschaften.

Würde ein machtsuchender Mitarbeiter immer noch versuchen sich übermäßig zu profilieren und von der Gruppe abzuheben, wenn er vollste Verantwortung für seine Handlungen tragen müsste? Ein Mitarbeiter, der eine erhebliche Zeit seiner täglichen Arbeit darauf verwendet sich und seine vermeintlichen Leistungen gegenüber anderen Unternehmensangehörigen als etwas Besonderes darzustellen, würde bei voller Übernahme von Verantwortung schnell innehalten. Ihm würde schnell bewusst, dass er mögliche Konsequenzen nicht vollends einschätzen könnte und so auch keine möglichen Sanktionen. In einer Gemeinschaft mit Eigenverantwortlichkeit wäre ein solches Verhalten untragbar. Eine Gemeinschaft, die wie eine Lebensgemeinschaft funktioniert, überlebt durch Mitglieder, die im Sinne dieser Gruppe denk und handelt. Eine solche Gemeinschaft agiert verantwortungsvoll für ihren harmonischen Fortbestand und nicht für die einzelne Selbstdarstellung.

Einzelne Machtstrebende stören die Effektivität der Gemeinschaft

Einzelne Machtstrebende stellen eher eine Gefahr für das Überleben der Gruppe dar. Sie gefährden das sichere Fundament. So erschüttern auch Mobbing ambitionierte Kollegen stets das Fundament der Unternehmenskultur. Dem einzelnen Machtstrebenden als verantwortungsloses Mitglied dieser Gemeinschaft wären unternehmens- und sozialverträgliche Ergebnisse unwichtig. Es läge nicht in seinem Interesse, diese für seine Arbeitsgemeinschaft erbringen zu wollen. Um den Fortbestand beziehungsweise das Gemeinwohl des Unternehmens zu sichern, müsste die Gruppe Einzelprofilierende zur Verantwortung ziehen. In einer ergebnisorientierten Konstellation bliebe kein Platz für Ich-Bezogenheit. Die Gemeinschaft hätte keinen Nutzen davon.

Gemeint ist damit, dass die Gemeinschaft – sei es ein Team oder eine Arbeitsgruppe in einem Unternehmen oder sogar die Besatzung eines Raumschiffs – keinen Erfolg hervorbringen wird, wenn sich ein einzelnes Mitglied aus der Reihe bewegt, um sich selbst mehr Bedeutung beizumessen als es ihm zusteht. Jeder ist zur Erfüllung der Gesamtaufgabe gleich wichtiger Bestandteil des Prozesses. Jeder würde durch ungeplante Eigeninitiative das Projekt und damit den Fortbestand der Gruppe – hier die Ziele des Unternehmens – gefährden.

Moderne Arbeitsgemeinschaft trifft klassische Stammesgemeinschaft

Vergleichbar ist die Philosophie der modernen Arbeitsgemeinschaft als Lebensgemeinschaft mit den Prinzip der Indianerstämme. In diesen Gemeinschaften hatte jedes Mitglied seinen Platz, seine Rolle und seine Aufgabe zu erfüllen. Im Gegenzug für sein nutzbringendes Dasein zum Fortbestand des Stammes erhielt es den Schutz, Zusammenhalt und Halt der Gruppe. Jedes Mitglied steht/stand für den Einzelnen ein und sichert(e) damit das Überleben des Stammes.

Dieses Überlebensprinzip ist für heutige Unternehmenskulturen durchaus wertvoll. Es sollte mindestens in Erwägung gezogen oder darüber nachgedacht werden, in welcher Form diese konstruktive Lebensart von Stammesgemeinschaften in die Welt globaler Unternehmen zu adaptieren wäre. Ein neuer Ansatz der Unternehmensführung wäre anzudenken! Ein Ansatz, der sich in erster Linie an die soziale Gemeinschaft und ihre Interaktion wendet, bevor sie sich des Profitdenkens zuwenden kann.

Corporate Identity war gestern – Corporate Cooperation ist jetzt!

Dieser Ansatz der Unternehmenskultur könnte anstatt unter dem herkömmlichen Begriff „Corporate Identity“ nun unter einem neuen Leitsatz der „Corporate Cooperation“ gelebt und gesteuert werden! Herkömmliche Unternehmensstrukturen wirken sich kontraproduktiv auf die Motivation der Mitarbeiter aus. Demzufolge bedürfen sie einer grundlegenden Veränderung. An vielen Positionen in Unternehmen oder bei externen Beratern wurde schon seit langem dieser Veränderungsbedarf erkannt. Mithilfe sogenannter „Teambuilding“-Maßnahmen wurde versucht, diese Defizite zu kompensieren. Doch auch Teams können nicht wirklich den Einzelnen zu wünschenswertem und gewinnbringendem Verhalten anregen!

Teams agieren wie Schafherden – Schafe folgen ihrem „Leithammel“

Diese Aussage ist nicht so negativ gemeint, wie sie sich im ersten Moment vielleicht lesen lässt. Dass Schafe dem Hammel folgen, ist naturgegeben und hat zwei Gründe: Der Hammel kennt den Weg und die Schafe sind geschützt. Übertragen auf Kollegenteams bedeutet dies ganz einfach, dass der Teamleiter, die Führungskraft, die verantwortliche Person die Strategie kennt und den Weg den Teammitgliedern vorgibt.

Im Austausch für seine Verantwortung erhält diese leitende Person die gewünschte Leistung der einzelnen Teammitglieder und schützt diese vor eventuellen Sanktionen im Falle von Fehlentwicklungen. Als Vorgesetzter oder Teamleader trägt diese Person immerhin die Verantwortung für das Teamprojekt und so auch für dessen Mitwirker. Somit wird den Mitleistenden aber auch die Verantwortung aus den Händen genommen. Keine oder geringe Verantwortung zu tragen, bedeutet ein gewissen Maß von Unbeteiligtsein. Diese wiederum hat schnell Gleichgültigkeit zur Folge und erzeugt die sinkende Motivation beim Mitarbeiter und Teammitglied. Somit „verpufft“ der gewünschte Effekt des Teambuildings schon zu Beginn des Projekts!

Einzelne wollen dem „Leithammel“ mehr gefallen als andere

Ein weiterer Nachteil dieser Form der Zusammenarbeit ist der Effekt der Profilierungsgier Einzelner. Sich aus Gründen der persönlichen Eitelkeit in den Vordergrund der Gruppe zu stellen ist ein sehr oft auftretendes Phänomen. Je höher sich der Beobachter in den Manageretagen befindet, kann er dieses Verhalten verstärkt erkennen. Profilierungssuchende drängen nicht nur andere, ebenfalls viel arbeitende Kollegen in den Hintergrund, sondern lähmen und entschleunigen ebenso das Projekt oder behindern es gar. Dies kann kaum zielführend für die Unternehmensleitung sein. Dennoch duldet gerade diese immer noch in vielen Unternehmen ein solches Auftreten.

Erfolgsorientierung der gesamten Organisation muss Profilierungssucht Einzelner weichen

Kurz gesagt werden in Unternehmen kaum einzuschätzende Energien für interne, politische Machtspiele verschwendet! Energie, die auf Kosten der Unternehmensziele und dem ganzheitlichen Unternehmenserfolg aufgewendet wird. Die Situation entwickelt sich auf lange Sicht negativ und erzeugt rückläufige Ergebnisse. Es ist lange an der Zeit, politische Machtkämpfe zu beenden und die kollektive Sichtweise hinsichtlich einer für alle positiven Arbeitssituation zu korrigieren.

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